Crowdfunding

„Prim“: Jonas Fisch aus Langen sammelt Geld für Umsetzung seines Computerspiels

Jonas Fisch und Prim, die Hauptfigur seines Computerspiels.
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Aus dem Reich der Toten, aber ganz schön niedlich: Die kleine Prim, Tochter des Sensenmanns, ist die Hauptfigur im Spiel von Jonas Fisch.

Jonas Fisch aus Langen sammelt per Crowdfunding Geld, um sein Computerspiel „Prim“ zu realisieren. Der Start der Spendenkampagne lief furios.

Langen – Es kann losgehen: Prim, die Tochter des Todes, ist endlich in bewegten Bildern zu erleben. Vor wenigen Tagen hat der Langener Computerspieleentwickler Jonas Fisch die Demoversion seines PC-Spiels veröffentlicht und die Fans des aufgeweckten Teenie-Mädchens, das von seinem Vater im Zaum gehalten wird, können die ersten Abenteuer mit ihr erleben.

Zur Erinnerung die Geschichte hinter Prim. Das pubertierende Mädchen hat jede Nacht denselben Traum: Ein Menschenjunge, der ihr seltsam bekannt vorkommt, ruft nach ihr und bittet sie um Hilfe. Es versteht sich von selbst, dass die Heldin des Spiels dem nachgehen will.

Computerspiel „Prim“: Jonas Fisch aus Langen startet Crowdfunding

Dabei gibt es ein klitzekleines Problem: Ihr Vater, der Sensenmann, hat ihr strengstens verboten, in die Welt der Lebenden einzutreten. Sie sei nicht bereit für die immense Macht, die sie auf der Erde innehabe. Prim schlägt alle Warnungen in den Wind, doch als sie es schafft, ihren Vater zu überlisten und zu den Lebenden zu fliehen, muss sie schmerzhaft feststellen, dass die dunkle Vorahnung ihres Vaters nur allzu richtig war. Die Spieler begleiten Prim auf ihrer Reise zwischen dem Reich der Toten und dem Land der Lebenden. Gemeinsam treffen sie auf Dämonen – auf echte und auf die, die tief in ihrem Inneren schlummern. Dabei werden sie stets begleitet von Prims Sidekick, einem putzig-widerlichen Spinnenäuglein.

Jonas Fisch, im Hauptberuf Englisch-, Ethik- und Philosophie Lehrer am Goethe-Gymnasium in Neu-Isenburg und zudem Frontmann der Band Inhuman, war mit „Prim“ 2020 für den Deutschen Computerspielpreis in der Kategorie „bester Prototyp“ nominiert. Allein das Erreichen der Top fünf bei dem renommierten Wettbewerb des Bundesministeriums für Verkehr und Digitales sicherte ihm ein Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro. Startkapital, um seine zauberhafte Heldin mit der Totenkopf-Bluse und ihren zwei schwarzen Zöpfen zum Leben zu erwecken. „Die Online-Gala mit Moderatorin Barbara Schöneberger, Smudo und Fahri Yardim als Laudatoren war aufregend. Ich saß mit Anzugoberteil und Jogginghose und mit der Prim-Puppe auf dem Schoß vor dem Rechner. Für den Spitzenplatz hat es dann nicht gereicht. Aber es war auch so eine Riesennummer, dabei zu sein und ein so tolles Startkapital zu gewinnen“, sagt Fisch.

Nach der Prototyp-Version, die für den Deutschen Computerspielpreis nominiert war, soll „Prim“ nun dank eines Crowdfundings Wirklichkeit werden.

Spendensammlung für „Prim“: Ziel am zweiten Tag geknackt

Seither hat sich viel getan: Mit Common Colors hat der Langener eine eigene Firma gegründet und ist jetzt dabei, mit einem internationalen Team, das bei der Umsetzung hilft, aus der Demo-Version ein richtiges Spiel zu machen. Dazu braucht es jetzt noch ein paar Investitionen – das Preisgeld alleine reicht nicht aus, um ein ganzes Videospiel zu finanzieren. Am Dienstag ist daher eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform Kickstarter online gegangen, mit dem Ziel, 17 500 Euro zu sammeln, um den nächsten Schritt gehen zu können. Dabei hat Prim einen fulminanten Start hingelegt: Innerhalb weniger Stunden kamen 10 000 Euro zusammen. Und am Mittwochnachmittag war das Ziel bereits erreicht. Gespendet werden darf aber weiterhin.

Geber helfen nicht nur, sie bekommen – wie bei Schwarmfinanzierungen üblich – auch eine Gegenleistung: Zu dem Spiel Prim gibt es schon einiges an Merchandising, unter anderem die Heldin als Puppe mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken oder Prims Schlafplatz, einen handgezimmerten kleinen Holzsarg. „So ein Crowdfunding ist immer spannend, wir bieten den Leuten etwas an, was es noch gar nicht gibt, und hoffen, dass sie uns ihr Vertrauen schenken. Aber im besten Fall wird es ein riesiges Community-Event, mit dem wir das Spiel realisieren können“, sagt Fisch.

Auf Kickstarter können Fans und Freunde Jonas Fisch bei der Realisierung seines Traums helfen. Mehr zum Spiel kann man auf der Prim-Webseite erfahren. (Nicole Jost)

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