Großprojekte an Konrad-Adenauer-Straße stoßen bei Nachbarn auf Ablehnung

Protest gegen Wohnbau am Steinberg

Langen - Gleich zwei größere Wohnbau-Projekte sind aktuell am Oberen Steinberg in der konkreten Planung. Doch dagegen regt sich jetzt Widerstand. Von Markus Schaible 

Im Bereich Konrad-Adenauer-Straße/Am Schleifweg planen einerseits die Baugenossenschaft Langen, andererseits ein Investor im Namen der Stadt Häuser mit insgesamt knapp 120 Wohneinheiten. Das passt vielen Nachbarn nicht: Sie stören sich an der Größe der geplanten Objekte, sorgen sich um die Umwelt und fürchten eine weitere Zunahme beim fließenden und ruhenden Verkehr. Ihre Bedenken haben 75 von ihnen jetzt schriftlich den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt.
Während das Projekt der Baugenossenschaft durch den bestehenden Bebauungsplan gedeckt ist, muss dieser auf der anderen Straßenseite für das vorgesehene Quartier „Am Speierling“ geändert werden (aktuell ist dort Kindergarten- oder Schulbebauung festgeschrieben). Und genau da sehen die Kritiker einen Ansatzpunkt und hoffen auf Unterstützung aus der Kommunalpolitik.

Bei der Vorstellung der Pläne von Kohl: Fromme Architekten (Duisburg) hatte die Stadt erklärt, es sei „hervorragend gelungen, einen Übergang zum Geschosswohnungsbau und den freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern in der Nachbarschaft herzustellen“. Doch das sehen die Nachbarn nicht so. Vielmehr solle genau an der Ecke Adenauer-Straße/Schleifweg ein Gebäude mit vier Vollgeschossen plus Staffelgeschoss entstehen. Ein so hohes Gebäude gebe es in der gesamten Adenauer-Straße nicht, zumal der aktuelle B-Plan nur drei Vollgeschosse erlaube und dies auch nur bei zwei bestehenden Häusern der Fall sei.

„Hier wird ein Präzedenzfall für eine weiter ausufernde Bebauung geschaffen“, kritisieren die Unterzeichner des Schreibens an die Fraktionen – und stellen die rhetorische Frage: „Wieso muss in einem gewachsenen Wohngebiet ein Gebäude unbedingt höher sein als alle anderen in diesem Bereich?“

Das Projekt der Baugenossenschaft entspricht zwar den aktuellen Vorgaben des B-Plans, erfreut die Nachbarn aber auch nicht: „In diesem Zusammenhang sollte sich jeder bewusst sein, welche Auswirkungen zwei Bauprojekte in dieser Größenordnung für das Wohngebiet haben werden.“

Auch aus Umweltgründen lehnen die Unterzeichner des Schreibens die Projekte ab. So sorgen sie sich um den namensgebenden, als Naturdenkmal ausgewiesenen Speierling, der von der Bebauung bedrängt werde. Zum anderen werfen sie die Frage auf, ob auf der seit Jahren brachliegenden Fläche schützenwerte Tiere leben könnten.

Bilder zum Steinberger Volkslauf

Sorgen bereitet den Anwohnern der Konrad-Adenauer-Straße auch die Zunahme an Autos: „Nicht nur der Parkplatzdruck wird zunehmen, sondern auch der Verkehr im Allgemeinen.“ Es müsse von mindestens 175 weiteren Fahrzeugen ausgegangen werden, die die bereits jetzt sehr belastete Adenauer-Straße befahren werden. Schon heute müsse diese den größten Teil des Ziel- und Quellverkehrs zum Steinberg aufnehmen. In diesem Zusammenhang bringen die Kritiker der Bauprojekte auch den vor vielen Jahren ad acta gelegten Anschluss des Wohngebiets am Steinberg an die B 3 wieder ins Gespräch. „Das würde die Konrad-Adenauer-Straße entlasten und auch den Verkehr und die damit verbundenen Belastungen für die Anwohner fairer verteilen.“ Auch die Kreuzung Südliche Ringstraße/Darmstädter Straße würde dadurch entlastet.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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