Fahrradfahrer sollten in Langener Bahnstraße auf die Fahrbahn ausweichen

Bushaltestellen-Umbau: Radler müssen sich umstellen

Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen an der Ludwig-Erk-Schule ist abgeschlossen. Für Radler bedeutet das auf der Südseite der Bahnstraße (links), dass sie ihre Gewohnheiten umstellen müssen.
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Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen an der Ludwig-Erk-Schule ist abgeschlossen. Für Radler bedeutet das auf der Südseite der Bahnstraße (links), dass sie ihre Gewohnheiten umstellen müssen.

Die Stadt Langen baut sukzessive Bushaltestellen barrierefrei um. Die neuesten beiden Umbauten auf der Bahnstraße bringen jedoch Änderungen für Fahrradfahrer mit sich.

Langen – Zuletzt wurden die beiden Halte an der Ludwig-Erk-Schule sowie „Luisenstraße Süd“ auf der Bahnstraße mit dem sogenannten „Kasseler Sonderbord“ versehen, der Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, Älteren sowie Müttern oder Vätern mit Kinderwagen ein bequemeres Ein- und Aussteigen in die Linienbusse ermöglicht.

Der barrierefreie Ausbau dieser beiden Bushaltestellen ist abgeschlossen. Zuletzt hatte die Stadt noch Markierungen und Beschilderungen angebracht und an der Luisenstraße das Wartehäuschen wieder aufgestellt. Für Radfahrer beutetet der Umbau allerdings, dass sie ihre Gewohnheiten etwas umstellen müssen. Denn im Bereich der Haltestellen auf der Südseite der unteren und mittleren Bahnstraße sollen sie laut Magistrat künftig besser auf der Fahrbahn radeln.

Immer wieder kritische Situationen auf der Bahnstraße

Bislang war es Usus, dass Radler in der unteren Bahnstraße sowie entlang der Romorantin- und Long-Eaton-Anlage auf dem Seitenstreifen unterwegs waren und dann direkt durch die Bushaltestellen fuhren. „Das war auch bisher schon ein Zustand mit Konfliktpotenzial, speziell wenn Radfahrer und wartende ÖPNV-Nutzer vor dem Pavillon in der Bahnstraße 42 aufeinandertrafen“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Besonders beim Eintreffen des Busses kam es immer wieder zu kritischen Situationen.“ Durch den Umbau sind die Bushaltestellen inzwischen eindeutig als solche zu erkennen. Die Kasseler Sonderborde erleichtern allen, die nicht so gut zu Fuß sind, das Einsteigen in den Bus. Blindenleitelemente (taktile Platten mit Rippen und Noppen) führen Menschen mit Sehproblemen zur Einstiegsstelle.

Die Benutzungspflicht des Radweges auf der Südseite der Bahnstraße wurde daher aufgehoben, die entsprechenden Schilder sind entfernt worden. Radler fahren damit nicht mehr automatisch in den Wartebereich der Bushaltstellen hinein. „Wir geben ihnen so die Möglichkeit, auch auf der Straße zu fahren. Das hat den Vorteil, dass sie besser vom Kfz-Verkehr wahrgenommen werden und zudem der Konflikt im Haltestellenbereich umgangen wird“, erläutert Löbig. „Aber natürlich haben alle Radler und damit speziell Kinder und unsichere Fahrer die Möglichkeit, den Gehweg sowie den Seitenstreifen der Grünanlage weiter zu benutzen. Allerdings müssen sie dabei entsprechend Rücksicht auf Fußgänger nehmen.“ An der Haltestelle „Ludwig-Erk-Schule Süd“ wird noch eine spezielle Beschilderung angebracht: Diese Bereiche werden zum Gehweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“, womit diese zu ganz besonderer Achtsamkeit verpflichtet sind.

Die Schilder sind entfernt: Der Randstreifen an der Grünanlage ist kein offizieller Radweg mehr. Wer ihn dennoch benutzt, muss Rücksicht auf Fußgänger nehmen.

Etwas unglücklich ist es, dass die rote Pflasterung den Seitenstreifen in der Wahrnehmung vieler Menschen immer noch als benutzungspflichtigen Radweg erscheinen lässt. „Das gleiche Problem haben wir ja auch in dem Bereich der Bahnstraße zwischen Zimmerstraße und Lutherplatz, wo die Hälfte des Gehwegs entsprechend gepflastert ist, obwohl das schon sehr lange kein Radweg mehr ist und Radler die Fahrbahn benutzen sollten“, sagt der Erste Stadtrat. „Nur leider lassen es die finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht zu, dass wir das ansonsten noch intakte rote Pflaster austauschen. Aber die Farbe hat nichts zu sagen – im Gegensatz zu Schildern. Und nur dort, wo ein Radweg-Schild angebracht ist, fahren Radler auch auf solchen.“ Die Überreste von Radfahrer-Piktogrammen, die auf den Gehwegen noch schemenhaft zu erkennen sind, haben ebenfalls keinerlei rechtliche Bedeutung.

Löbig ist sich sicher, dass sich die neue Situation für Radfahrer einspielen wird: „Im Augenblick ist es noch ungewohnt. Letztlich hilft immer, was selbstverständlich nicht nur im Straßenverkehr sein sollte: gegenseitige Rücksichtnahme, vor allem auf Schwächere.“ (jrd)

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