Engstelle wird für Passanten gesperrt

Radschnellweg in Langen: Anwohner kritisieren Umweg für Fußgänger

Mitten durchs Grüne: Claudia Dauber, Andrea Papendick und Klaus Roßmann (von links) begutachten die Stelle, an der der neue Fußweg entstehen soll.
+
Mitten durchs Grüne: Claudia Dauber, Andrea Papendick und Klaus Roßmann (von links) begutachten die Stelle, an der der neue Fußweg entstehen soll.

Anwohner im Langener Wiesengrund ärgern sich, dass die bekannte Engstelle wegen des Radschnellwegs für Fußgänger gesperrt werden soll: „Kein Mensch wird 300 Meter Umweg laufen, um 20 Meter Engstelle zu umgehen.“

Langen – Es waren eine kleine Bombe, die Manfred Ockel da neulich beim Besuch des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) platzen ließ: So verkündete der Geschäftsführer der Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH, dass im Zuge des Radschnellwegbaus die bekannte Engstelle an der Ecke Goethestraße/Im Wiesengrund für Fußgänger gesperrt wird. Als Alternative soll eine neue Route rund um das Wohngebiet herum geschaffen werden.

Dieses Vorhaben stößt den Anwohnern im Wiesengrund sauer auf. Bei einer Informationsveranstaltung vor einem Jahr habe Bürgermeister Werner ihnen noch mitgeteilt, die schmale Strecke zwischen Goethestraße und rechter Wiese könne von Radfahrern und Fußgängern parallel genutzt werden. „Jetzt müssen wir aus den Medien erfahren, dass das hinfällig ist und die Strecke für Fußgänger gesperrt wird. Wir verstehen überhaupt nicht, was das soll“, sagt Anwohnerin Andrea Papendick. Und Claudia Dauber ergänzt: „Kein Mensch wird 300 Meter Umweg laufen, um 20 Meter Engstelle zu umgehen. Vor allem nicht diejenigen, die mit lautem Hinweis auf die Engstelle versucht haben, die konkrete Streckenführung des Radschnellwegs vor ihrer Haustür zu verhindern.“

Radschnellweg in Langen: Anwohner sind besorgt

Bereits im März hätten 32 Anwohner einen Brief an den Magistrat geschrieben und ihre Bedenken vorgetragen. „Wir haben um ein klärendes Gespräch gebeten“, berichtet Papendick. Eine Antwort von der Stadt habe es trotz mehrmaliger Erinnerung jedoch nicht gegeben. Auch Tobias Unfried hat diesen Brief unterschrieben: „In dem Bereich außerhalb der Wohnbebauung gibt es derzeit keinen Weg. Dort ist alles mit Bäumen, Sträuchern und Hecken zugewachsen und von vielen Tieren bevölkert. Dieser Lebensraum direkt am Naturschutzgebiet soll nun zerstört werden für einen völlig unnötigen Weg.“

Die Anwohner weisen auch auf die finanzielle Situation der Stadt hin. „Die Grundsteuer wird ständig erhöht. Da sollte man sehr genau überlegen, wofür man Geld ausgibt und ob die Ausgabe notwendig und zielführend ist“, sind sich Papendick, Dauber und Unfried einig. „Der Weg wurde doch nur geplant, weil die Anwohner der Walter-Rietig-Straße Angst um ihre Parkplätze auf der Straße hatten“, glauben die verärgerten Betroffenen. Deshalb sei die Engstelle problematischer dargestellt worden, als sie ist. Sie existiere bereits seit Jahren und werde rege genutzt. Es sei etwas gegenseitige Rücksichtnahme nötig und man könne das Problem einfach baulich entschärfen, etwa indem die Radfahrer abgebremst werden, sind die Wiesengrund-Bewohner überzeugt.

Papendick fasst zusammen: „Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Walter-Rietig-Straße baut man jetzt auf Kosten der Steuerzahlenden schöne neue Parkplätze auf dem Grünstreifen. Uns setzt man einen unnützen Weg direkt vor die Terrasse.“ Die Betroffenen wollen sich mit ihrem Protest nun nicht nur an den Magistrat wenden – sondern auch an den Kreis Offenbach und an die Regionalpark Rhein-Main GmbH. (msc)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare