Alternative Wegeführung für Fußgänger und Tempolimit an Engstelle

Radschnellweg: Kritik der Langener Anwohner eingearbeitet

Die Planung für die Radrouten westlich der Bahnlinie: Sie dienen auch als „Zubringer“ zum Radschnellweg.  
Grafik: Stadt
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Die Planung für die Radrouten westlich der Bahnlinie in Langen: Sie dienen auch als „Zubringer“ zum Radschnellweg. Grafik: Stadt

Bequem und komfortabel mit dem Rad zwischen Darmstadt und Frankfurt unterwegs sein – dieses Ziel hat der Radschnellweg, der nun auch im Bereich Langen konkrete Formen annimmt. Ein Gefahrenbereich soll nun entschärft werden.

Langen – Die Trasse verläuft östlich der Bahnlinie; von Egelsbach her kommend erfolgt der Anschluss an der zu sanierenden Holzbrücke nahe den Gleisen, nördlich der Liebigstraße führt sie durch die Feldgemarkung nach Sprendlingen. Dazwischen allerdings muss sie in die bestehende Bebauung im Stadtgebiet integriert werden, was nicht überall problemlos möglich ist. So entstehen gefährliche Engstellen wie etwa am Bereich Goethestraße/Im Wiesengrund, was Anwohner und der hiesige ADFC kritisiert haben.

Mit überarbeiteten Pläne für den Radschnellweg im südlichen Stadtgebiet sowie dem Ausbau von Radwegen auf der Westseite der Bahnlinie als „Zubringer“ wollen die Stadt und die Regionalpark Südwest GmbH erkannte Probleme abschwächen und die Situation für Zweiradfahrer weiter verbessern. Der Magistrat hat jetzt den Ausbau auf der Westseite auf den Weg gebracht. Parallel dazu hat Bürgermeister Jan Werner im Gespräch mit Regionalpark-Geschäftsführer Manfred Ockel Möglichkeiten erarbeitet, wie der Bereich Goethestraße/Im Wiesengrund entschärft werden kann.

„Konstruktive Gespräche“ mit GmbH

Dort ist ein neuralgischer Punkt: ein teilweise nur gut zwei Meter breiter Durchgang am Haus Goethestraße 132 mit eingeschränkter Einsicht in die Fahrbahn. Wenige Meter weiter folgt die sehr schmale Straße Im Wiesengrund. Aus Gesprächen mit Anwohnerinnen und Anwohnern hat Werner drei Themen herausgearbeitet, die diese beschäftigen: die Engstelle an der Goethestraße, die Angst vor zu viel Radverkehr im Wohngebiet sowie der Wegfall von 24 Parkplätzen in der Walter-Rietig-Straße. Für alle drei hat der Verwaltungschef Ideen entwickelt, die nach einem konstruktiven Gespräch mit Manfred Ockel von der zuständigen Regionalpark Südwest GmbH in die Planung aufgenommen wurden.

Um die Situation in der Engstelle an der Goethestraße zu entzerren, soll für Fußgänger und Hundebesitzer eine alternative Wegeführung gesucht werden. Fahrradfahrer werden durch Temposchwellen im Bodenbelag in beiden Fahrtrichtungen an der Engstelle auf etwa zehn Stundenkilometer gebremst. Auf der Goethestraße soll durch bauliche Maßnahmen zudem erreicht werden, dass Autos langsamer fahren und Radler gefahrlos auf die Fahrbahn wechseln können. Im Wiesengrund wird Shared Space eingeführt: Die Verkehrsfläche steht damit allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt zur Verfügung, womit auch Fußgängerinnen und Fußgängern mehr Platz zur Verfügung steht als bisher auf dem nur 75 Zentimeter breiten Gehweg. Zudem gilt dort künftig Tempo 20.

ADFC-Vorschlag auf dem Prüfstand

„Überprüft worden ist auch der vernünftige Vorschlag des ADFC, den Bereich Goethestraße/Im Wiesengrund komplett zu umgehen, indem der Radschnellweg als südliche Verlängerung der Walter-Rietig-Straße entlang der Gleise bis kurz vor die Unterführung ins Loh geführt wird“, betont Werner. Nach früheren Aussagen von Unterer und Oberer Naturschutzbehörde ist dies ausgeschlossen, da der Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. „Wir haben aber erneut bei diesen übergeordneten Ämtern schriftlich angefragt und möchten diese Aussage noch einmal abklären“, sagt der Bürgermeister.

In der Walter-Rietig-Straße schließlich sollen als Kompensation der wegfallenden Parkplätze neue geschaffen werden: „Entlang der Lärmschutzwand sind zwischen den Bäumen bis zu 16 neue Parkplätze möglich und bereits in die Planung aufgenommen worden“, sagt Werner. Von der Regionalpark GmbH ist extra ein Baumgutachter beauftragt worden, der die Machbarkeit bereits bestätigt hat.

„Zubringertrasse" für den Radschnellweg

Auch die Angst vor zu viel Radverkehr im Wohngebiet will der Verwaltungschef den Anwohnerinnen und Anwohnern des Schnellweges nehmen. Gerade hat der Magistrat dem geplanten, 2017 einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung beauftragten Radwegeausbau entlang der Westseite der Bahn zugestimmt. Diese Trasse soll als „Zubringer“ zum Radschnellweg dienen, kann aber auch dazu genutzt werden, im Langener Stadtgebiet komplett westlich der Gleise zu bleiben. Und: Eine Weiterführung der Strecke nach Norden ist bis nach Neu-Isenburg möglich. Die Streckenführung wird unter dem Arbeitstitel „Sommerroute“ geführt und ist mit den Nachbarstädten Dreieich und Neu-Isenburg sowie dem Kreis Offenbach abgestimmt.

Innerhalb Langens sind zwei westliche Routen vorgesehen: Die eine führt über bereits bestehende Radwege entlang der Berliner Allee, der Mörfelder Landstraße und der Pittlerstraße in die Robert-Bosch-Straße. Dort allerdings gibt es zwischen den beiden Kreiseln eine „Schwachstelle“, die für den Radverkehr derzeit unbefriedigend gestaltet ist. Jedoch hat sich die Stadt bereits Flächen gesichert, um bei einer zukünftigen Umgestaltung der Straße eine Verbesserung zu erzielen.

Die zweite Strecke führt – von Norden aus gesehen – vom Monzapark entlang der Bahn, am Bahnhof vorbei und dann entlang der Gleise bis zur Fußgängerbrücke an der Lortzingstraße. Weiter südlich existiert aktuell nur ein Trampelpfad, der in einer Sackgasse endet. Dieser soll nach den Vorstellungen des Bürgermeisters zum Radweg ausgebaut und am Südende an die Straße ins Loh angeschlossen werden. Wie genau dieser Anschluss erfolgt, wird noch geprüft. Drei Varianten sind denkbar, wofür noch Teile von Grundstücken gekauft werden müssten. Nach einer ersten Schätzung sieht beziffern sich die Kosten für den Radwegbau auf 700 000 Euro. Dabei hofft die Stadt auf mindestens 70-prozentige Förderung als „Zubringer“ zum Radschnellweg durch das Land. Manfred Ockel hat Verwaltungschef Jan Werner zugesichert, sich für die Förderung starkzumachen. Denn: Sollte sie nicht erfolgen, wird der Ausbau definitiv nicht umgesetzt.  jrd

Im Parlament

Mit der Trassenführung auf der Westseite befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 19. August. Zur endgültigen Beschlussfassung steht das Thema am Donnerstag, 10. September, in der Stadtverordnetenversammlung auf dem Plan.

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