DFS-Geschäftsführer plädiert für Verlängerung der Bahntrasse

„Von der Regionaltangente West profitieren viele“

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Bringt die Regionaltangente West nach Langen, fordert auch unser Karikaturist und reiht sich in den Kreis der Menschen, die versuchen, die Verantwortlichen bei der Planungsgesellschaft von dem großen Nutzen eines Anschlusses zu überzeugen.

Langen - Eine Verlängerung der Regionaltangente West (RTW), wie von der Stadt gewünscht, wird von den Verantwortlichen im Kreis nicht mehr ausgeschlossen – mehr aber auch nicht.

In Langen werden deshalb weiterhin alle Anstrengungen unternommen, an die geplante Bahnlinie vom Hochtaunuskreis über den Flughafen in den Kreis Offenbach angeschlossen zu werden. Ein Argument sind die vielen großen Unternehmen und Institute im Wirtschaftszentrum Neurott – wie die Deutsche Flugsicherung (DFS). Professor Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFS, stellte sich den Fragen unseres Redakteurs Markus Schaible zum Thema RTW.

In der Diskussion um eine Verlängerung der RTW bis nach Langen wird von den Befürwortern immer wieder die DFS mit in die Waagschale geworfen. Ist eine direkte Anbindung an den Frankfurter Flughafen denn überhaupt wichtig für die Flugsicherung?

Professor Klaus-Dieter Scheurle

Als Unternehmen in der Luftfahrtbranche sind wir auf eine schnelle und problemlose Erreichbarkeit des größten deutschen Flughafens beziehungsweise unserer Unternehmenszentrale angewiesen. Dies ist nicht nur für unsere Mitarbeiter von Belang, sondern auch für die DFS-Kunden sowie unsere nationalen wie internationalen Geschäftspartner. Langen ist ein wichtiger Wohn- und Wirtschaftsstandort im Rhein-Main-Gebiet, der aufgrund seiner Lage seit Jahren an Bedeutung gewinnt. Grundlage für die weitere Entwicklung ist eine gute Verkehrsinfrastruktur, das heißt leistungsfähige Stadt-Umland-Verbindungen in alle Richtungen über das Straßennetz sowie den schienengebundenen Verkehr. Diese Anbindung ist nicht nur für bereits ansässige Unternehmen wie die DFS Deutsche Flugsicherung von großer Wichtigkeit, sondern ist ein zentrales Kriterium bei Ansiedlungsentscheidungen von weiteren Unternehmen und auch Privatpersonen.

Wie kommen die DFS-Mitarbeiter denn im Bedarfsfall jetzt an den Flughafen?

Zurzeit wird ein großer Teil der Fahrten mit dem Pkw erledigt. Aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das geht derzeit aber nur mit dem Umweg über den Frankfurter Hauptbahnhof beziehungsweise mit einer Busverbindung – in beiden Fällen muss man ausreichend Zeit einplanen. Dieses Manko könnte durch eine Weiterführung der Regionaltangente West bis nach Langen behoben werden. Nach den derzeitigen Planungen wird aber eine direkte Anbindung der knapp 3 000 DFS-Mitarbeiter sowie zahlreicher anderer Einwohner Langens an den Flughafen und die sich im westlichen Speckgürtel von Frankfurt befindlichen Wohngebiete verhindert. Das geplante Bahnangebot ist der Bedeutung dieser Verbindung nicht angemessen. Wir plädieren für eine Anbindung von Langen an die RTW.

Alles zur Regionaltangente West lesen Sie auf unserer Themenseite

Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die Verkehrssituation auf der Bundesstraße 486 zwischen Langen und der A 5 einerseits und den Verkehrsknotenpunkt B 486/A 661 andererseits?

Langen ist grundsätzlich über die beiden Autobahnen A 5 und A 661 gut an die Metropole Frankfurt im Norden und auch an den Darmstädter Wirtschaftsraum im Süden angebunden. Die Ost-West-Verbindung zwischen beiden Autobahnen ist allerdings in Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag durch tägliche Staus und lange Fahrzeiten geprägt.

Umgekehrte Richtung – nach Langen hinein: Wissen Sie, ob es im nennenswerten Umfang Mitarbeiter am Standort Langen gibt, die von der RTW auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz profitieren würden?

Schätzungsweise ein Drittel unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmenszentrale leben in Frankfurt oder nördlich davon. Eine Verlängerung der RTW würde es insbesondere diesen Mitarbeitern ermöglichen, unkompliziert und unter Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln direkt vom Wohnort zur Arbeit und auch direkt zwischen der DFS und dem Flughafen zu verkehren.

Welche Anstrengungen unternimmt die DFS denn generell, um Mitarbeitern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel schmackhaft zu machen?

Ein sehr großer Fortschritt war für uns die eigene S-Bahn-Station, die im Jahr 2002 eingerichtet wurde. Sie wird seitdem von vielen Menschen genutzt – nicht nur von DFS-Mitarbeitern, sondern auch von vielen anderen Pendlern. Außerdem bieten wir Jobtickets an; ein Angebot, das von zahlreichen Mitarbeitern am Standort Langen genutzt wird.

Bilder: In wenigen Schritten zum RMV-Handy-Ticket

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