Ex-Planer der Bahn bestätigt Sinnhaftigkeit

Regionaltangente West nur rentabel mit Langen

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Regionalbahnhalt, viele Parkplätze im Umfeld, Endstation mehrerer Stadt- und Kreisbuslinien, unmittelbare Nähe zu großen Wohn- und Gewerbegebieten: Der Bahnhof Langen ist nach Ansicht vieler Beteiligter ein sinnvoller Endpunkt der Regionaltangente West.

Langen - Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Nachdem Anfang der Woche Bürgermeister und Erste Stadträte der Anrainerkommunen der Dreieichbahn gegen die aktuelle Planung für die Regionaltangente West (RTW) sowie eine Verlängerung nach Süden protestiert haben, betonen Lokalpolitiker und Verwaltung nun unisono den Nutzen eines Anschlusses von Langen. Von Markus Schaible 

Unterstützt werden sie dabei von einem ehemaligen Planer der Bahn. Viele Argumente für eine Verlängerung der geplanten RTW (der neuen Schienenverbindung vom Hochtaunuskreis über den Flughafen in den Kreis Offenbach) sind bereits bekannt, dennoch war die Präsentation von Dr. Werner Weigand im städtischen Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr überaus aufschlussreich. Denn der Langener, der als Berater der Stadt fungiert, ist ein ausgewiesener Fachmann: Bis zum Eintritt in den Ruhestand war er strategischer Planer bei der DB Netz AG und mit genau solchen Projekten betraut. Und seine Aussage ist überdeutlich: Die Behauptung der Kritiker, die Verlängerung der Trasse nach Langen würde eine spätere Durchbindung auf die Dreieichbahn verhindern, sei definitiv falsch (siehe separaten Bericht unten).

Variante Taschengleis: Das derzeitige Gleis 2 im Bahnhof (die Bezeichnungen in der Grafik bezeichnen den Istzustand) würde nach der Hälfte des Bahnsteigs enden (obere grüne Linie); ein neuer Bahnsteig (rot) würde das bislang durchlaufende Mittelgleis anschließen.

Grundsätzlich sei festzustellen, dass die Verlängerung nach Langen bahntechnisch problemlos machbar sei; von zwei möglichen Varianten sei die Nutzung der S-Bahn-Gleise nicht zuletzt aus Kostengründen die bessere. Im Langener Bahnhof gibt es gar vier mögliche Varianten. Relativ einfach sei die mit einem Taschengleis zu verwirklichen: Das aktuelle Gleis 2 würde in der Mitte abgetrennt, der Bahnsteig sei ausreichend lang für die Züge. Südlich davon würde der Bahnsteig so verbreitert, dass er an das bisher nicht angeschlossene Mittelgleis heranreicht. Dort würden dann die Züge von Regionalbahn und Regionalexpress halten.

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Diese Verknüpfung von Regionalbahn und RTW, aber auch mit Stadt- und Kreisbussen (u. a. Anbindung von Egelsbach) seien einige der Gründe, warum die Verlängerung so überaus sinnvoll sei. Denn alle bisherigen Berechnungen hätten gezeigt, dass die Regionaltangente im Bereich südlich des Flughafens ein Auslastungsproblem habe. Langen jedoch sei der Zweit-einwohnerstärkste Ort nach Bad Homburg an der Gesamtstrecke, so der frühere DB-Planer.

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„Die Kritiker unterschätzen das Risiko“, ergänzte der zuständige städtische Fachbereichsleiter Carsten Weise: „Die RTW wird im Südabschnitt erst rentabel durch Langen.“ Und er hatte ein weiteres Argument parat: Keine andere Kommune könne mehrere hundert Parkplätze in Bahnhofsnähe nachweisen. Und diese würden nachweislich überwiegend von Nicht-Langenern genutzt, um dort auf den ÖPNV umzusteigen. Dazu kämen sehr viele Langener, die am Flughafen arbeiten, sowie das Unternehmen, das den größten Bezug dorthin habe: die Deutsche Flugsicherung.

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Die Auslastungsprobleme hob auch Dr. Andreas Keppeler, RTW-Fachmann der CDU, hervor: Denn wenn die Fahrgastzahlen der aktuellen Planung nur ein wenig unter den Berechnungen blieben, entstehe ein Defizit. Dieses müssten dann die Gesellschafter, also unter anderem Neu-Isenburg und der Kreis Offenbach (und über die Kreisumlage wiederum die Kommunen) bezahlen. Nicht allerdings Dieburg, Münster und Eppertshausen, die zum Kreis der Kritiker gehören.

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