Baubeginn soll im kommenden Sommer sein

Rewe zieht ins neue Quartier Central in der Bahnstraße

Langen - Die baurechtlichen Weichen sind gestellt, jetzt ist der Investor am Drücker: Kommenden Sommer soll Baubeginn sein für das „Magnet“-Projekt in der oberen Bahnstraße, für das es nun auch einen griffigen Namen gibt. Und: Der Betreiber des Supermarktes steht ebenfalls fest. Von Markus Schaible

Das Areal liegt zentral in der Innenstadt und so soll es auch heißen: Quartier Central hat Projektentwickler Open Mainded das Gebäude-Ensemble getauft, das mit einem Mix aus Einkaufen und Wohnen zur Belebung der Bahnstraße beitragen soll. Mit an Bord ist ein starker Partner: Rewe wird den Supermarkt betreiben – „der Vertrag ist unterschrieben“, verkündet Bernhard Kaiser, Vorstandsvorsitzender von Open Mainded. Die Rewe-Group, nach Edeka der zweitgrößte deutsche Lebensmittelhändler in Deutschland, habe sich intensiv um den Standort bemüht, berichtet Kaiser. Da hätten die Mitbewerber, unter anderem Tegut, am Ende nicht mehr mithalten können.

Aktuell werde die Planung für das Quartier Central präzisiert. Anfang 2017 solle der Bauantrag eingereicht werden – „Ziel ist Februar“, so Kaiser. Als Baubeginn sei spätestens Juni anvisiert. Bereits in Kürze werde der Abrissantrag für die Häuser Bahnstraße 39-43 gestellt – „je nach Wetterlage im Februar oder März“ sollen sie dann verschwinden.

Mit Bedauern beobachtet Kaiser, dass es in den Verhandlungen über das Nachbargrundstück Bahnstraße 37 (ebenfalls bebaut mit einem völlig maroden Gebäude) keinerlei Fortschritte gibt. „Das könnten wir auch in die Planung einbeziehen, wenn es verfügbar wäre.“ Allerdings gebe es auch noch die Möglichkeit, dieses später in das Gesamtensemble zu integrieren. Als Bauzeit sind gut 14 Monate angepeilt. Vorgesehen sei, zuerst das Gebäude mit dem Supermarkt an der Bahnstraße zu errichten. „Das Punkthaus im hinteren Bereich des Areals kommt als Letztes“, so Kaiser. Insgesamt sollen im Quartier Central 40 Wohneinheiten entstehen. Das Investitionsvolumen der Gesamtmaßnahme beläuft sich auf rund 18 Millionen Euro.

Die Tiefgarage unter dem Hauptgebäude werde „definitiv zweigeschossig“, kündigt der Vorstandsvorsitzende von Open Mainded an. Sie werde gut 90 Stellplätze haben, davon 40 für den Supermarkt im ersten Untergeschoss. „Rewe erhält dort einen komplett abgetrennten Bereich“, erklärt Kaiser. Für die Bewohner stehen neben den Abstellflächen im zweiten Tiefgaragen-Geschoss rund zehn überirdische Parkplätze zur Verfügung.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

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Für Rewe sei der Standort hochinteressant, erklärt Rewe-Sprecherin Anja Krauskopf. Zwar gebe es in der Innenstadt noch zwei kleinere Märkte (Tegut und Nahkauf), aber keinen Lebensmittel-Vollversorger mit Frischetheken. Etwas verwundert sind die Verantwortlichen, dass nicht nur Anwohner, sondern auch Teile der Politik die Notwendigkeit des Marktes bestreiten: „Normalerweise ist es andersherum: Ich bekomme Anrufe, wenn wir einen Markt in der Ortsmitte schließen. Und wir werden gefragt: ,Warum macht ihr die Nahversorgung kaputt?‘ Eigentlich freut sich die Bevölkerung, wenn mitten in der Stadt etwas in dieser Art entsteht.“ Eine positive Auswirkung werde der Supermarkt zudem auf den Einzelhandel in der Umgebung haben.

Etwa 1 200 Quadratmeter Verkaufsfläche soll der Rewe haben; damit wird er etwas kleiner als der reine Supermarkt an der Winkelwiese (also ohne Getränkemarkt). Die Eröffnung ist für Ende 2018 geplant. „Es wird ein inhabergeführter Markt werden, betrieben von einem selbstständigen Kaufmann“, erläutert Krauskopf. Vorteil für die Kommune sei dabei, dass sich diese eigenständigen Betreiber lokal viel stärker einbringen, zum Beispiel für Vereine.

Rubriklistenbild: © dpa

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