Schätzen, beglaubigen, Nachlass sichern

Langen - Langener Ortsgericht musste vergangenes Jahr in fast 900 Fällen tätig werden / Billiger als Notar

(ble) Ihre Tätigkeit ist stark gefragt: Fast 900 Mal mussten die ehrenamtlichen Mitglieder des Langener Ortsgerichts im vergangenen Jahr tätig werden. Da trifft es sich gut, dass das bisher fünfköpfige Gremium im November um eine Person aufgestockt wurde.

Ortsgerichtsvorsteher Klaus Dieter Polz, seit zwölf Monaten im Amt, sieht die viele Arbeit durchaus positiv: „Ich freue mich, dass uns die Langener in diesem Umfang in Anspruch nehmen. Dies ist für uns Ansporn, auch künftig einen freundlichen und schnellen Service zu bieten.“

Meistens war vom Ortsgericht „Schreibkram“ gefordert: An erster Stelle lagen Beglaubigungen von Zeugnisabschriften, Urkunden, Verträgen oder von Kopien für Grundstückslöschungen (etwa 500 Amtshandlungen). Zweitgrößter Arbeitsaufwand waren 320 Sterbefallanzeigen ans Amtsgericht.

47 Mal mussten Polz und seine Schöffen ihre Sachkenntnis beim Schätzen von Grundstücken und Gebäuden unter Beweis stellen. Darum gebeten werden sie meistens von Erben oder in Scheidung lebenden Eheleuten, die den Wert ihrer Immobilie wissen wollen.

Zweimal musste das Ortsgericht Nachlasssicherungen vornehmen, weil die Toten keine Angehörigen mehr hatten. In diesen Fällen gilt es, das Inventar aufzulisten und die Wohnung zu versiegeln.

„Das Ortsgericht ist häufig eine Alternative zum Notar und trägt zur Kostenersparnis bei“, sagt Polz. Beispiel: Für eine Schätzung mit einem Objektwert von 350 000 Euro fallen 250 Euro Gebühren an. Eine Unterschrift wird für fünf Euro beglaubigt.

Sprechzeiten des Ortsgerichts im Rathaus, Zimmer 235, sind dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Telefonisch ist das Ortsgericht unter 203-750 erreichbar, per E-Mail unter ortsgericht@ langen.de

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