Genuss pur für alle Sinne

Schloss Wolfsgarten: Fürstliches Gartenfest lockt Tausende nach Langen

Vor dem Teehaus ist ausreichend Platz für eine kurze Verschnaufpause mit Kaffee und Kuchen.
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Vor dem Teehaus ist ausreichend Platz für eine kurze Verschnaufpause mit Kaffee und Kuchen.

Das Fürstliche Gartenfest im Park von Schloss Wolfsgarten in Langen kommt bestens bei Pflanzenfans und Genießern an - auch in der durch Corona leicht abgespeckten Variante.

Langen – Es sind wohl die Freude an Schönem, der Hauch von Luxus und die geballte Gartenpracht, die wieder Tausende Gartenfreunde aus dem ganzen Land in den Park von Schloss Wolfsgarten strömen lassen. Bei feinstem Spätsommerwetter kommen engagierte Gärtner, die ihre Ausrüstung aufstocken und sich mit Pflanzzwiebeln für das nächste Frühjahr eindecken möchten, ebenso auf ihre Kosten wie Menschen, die einfach nur einmal entspannt durch den schönen Park flanieren möchten, dazu ein Glas Wein oder einen Flammkuchen genießen, den Jagdhornbläsern lauschen oder an einem der 140 Stände eine besondere Gartendekoration finden.

Bis zuletzt war nicht klar gewesen, ob das Fürstliche Gartenfest wirklich stattfinden kann. Doch auch wenn es in diesem Jahr ein paar Stände weniger sind und die Auswahl eines Sonderthemas aufgrund des Zeitmangels ausfallen musste, ist das dreitätige Spektakel wie gewohnt Genuss pur für alle Sinne. Ausstellern und Gästen ist anzumerken, wie glücklich sie sind, nach einem Jahr Pause wieder in den Schlosspark zu kommen. „Es ist selbst für uns ein Traum und wir freuen uns über ein ganz rundes und wunderschönes Gartenfest“, sagt Organisationsleiterin Anja Heil. „Schon der Freitag war so gut besucht, dass es sich wie ein Sonntag anfühlte. Die geschichtlichen Vorträge zum Schloss waren schnell ausgebucht und auch die Händler sind hochzufrieden“, sagt Heil.

Einer dieser Händler ist Daniel Henry. Er ist mit seiner Great British Garden Company bereits zum dritten Mal mit englischen Gartenwerkzeugen zu Gast auf dem Ausstellungsgelände im Park. In vielen kleinen Körben hat er die abwechlsungsreichen Gartenwerkzeuge hübsch präsentiert. Rosenschere, dazu passsende Handschuhe, Kordeln in allen Farben und auch ein bisschen Deko finden die Gärtner bei ihm. Was ist sein meist verkauftes Produkt? Henry überlegt nicht lange: „Mein Daisy Grubber, das ist ein Unkrautstecher, der nur ein ganz kleines Loch verursacht und so auch für den perfekten englischen Rasen geeignet ist“, erläutert er mit einem breiten Lächeln. The Great British Garden Company bietet auch Versandhandel an und hat einen kleinen Laden in Augsburg. „Aber mein Leben sind die Gartenshows. Das hier in Wolfsgarten ist mein absoluter Liebling, weil die Atmosphäre so großartig ist, die Qualität der Aussteller hoch und die Besucher so fachkompetent und freundlich sind“, sagt Henry.

Auch Kunst kommt nie zu kurz beim Gartenfest, hier ein Werk von Ludger Thuilot.

Zum ersten Mal beim Fürstlichen Gartenfest ist Axel Bückert. Er leitet die Gärtnerei der Aumühle in Wixhausen, wo 42 geistig behinderte Menschen arbeiten. „Wir sind hier, um noch ein bisschen bekannter zu werden. Wir betreiben eine große eigene Produktion von Zierpflanzen. Besonders beliebt sind unsere eigenen Weihnachtssterne, aber auch Weihnachtsbäume bauen wir selbst an“, deutet der Chefgärtner auf die drei prächtigen Exemplare in seiner Ausstellung, die das Fest im Dezember aber nicht mehr erleben werden, da sie schon abgesägt sind. Wer einen großen Olivenbaum auf der Terrasse stehen hat und ihn nicht selbst überwintern kann, bekommt ebenfalls bei der Aumühle Unterstützung. Die Meister der Mühle holen das Bäumchen ab und sorgen bestens dafür, bis es wieder an die frische Luft kann.

Das Gartenfest ist jedes Jahr aufs Neue neben Konsum, Genuss und Entspannung auch ein Lernort für viele Besucher. Die Vorträge, die pandemiebedingt unter freiem Himmel angeboten werden, sind alle gut besucht. Der freie Platz zwischen den Staudenbeeten vor dem Teehaus ist in ein grünes Klassenzimmer verwandelt. Dort geht es um den perfekten Umgang mit Lavendel, die richtige Unterstützung der heimischen Insekten und auch über den Anbau von Wintergemüse gibt es einiges zu lernen. Die Dreieicherin Michaela Grüntjens erklärt, dass die Radieschen sogar im Januar perfekt auf dem Balkon wachsen, es nur wichtig ist, sie an den frostfreien Tagen genügend zu gießen. Den Winter-Klassiker Feldsalat erntet man am besten immer von außen ab und reißt dabei nie die ganze Wurzel mit heraus. „So wächst der Salat immer weiter und Sie haben viel länger etwas davon“, rät die Gemüsefachfrau. „Und wenn Ihnen der Salat zu den Ohren herauskommt, probieren Sie mal, ihn zu Pesto zu verarbeiten, das ist auch sehr köstlich“, motiviert sie zur Gartenarbeit am Gemüsebeet – auch im Winter. (Nicole Jost)

Hübsche Gartendekoration: Wer ein besonderes Stück sucht, ist im Park von Schloss Wolfsgarten richtig.

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