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Schnelles Internet für acht Schulen in Langen

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Von: Julia Radgen

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Glasfaserkabel liegen vor ihrer Verlegung auf der Erde.
Dank Glasfaser sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich. © dpa

Ob beim Arbeiten, Videochatten oder Serien streamen – schnelles internet ist ein Muss, um flüssig voranzukommen. Viele Privatleute und Unternehmen können in Langen schon mit Höchstgeschwindigkeit im Internet unterwegs sein, aber eben nicht alle. Die Stadt will nun die letzten „weißen Flecken“ mit Highspeed-Internet ausstatten – dank Fördergeldern von Bund und Kreis.

Langen – Auch im Ballungsraum Rhein-Main ist die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet noch nicht überall gewährleistet. Betroffen sind häufig Grundstücke im Außenbereich, bei denen Telekommunikationsunternehmen mangels Aussicht auf Gewinne nicht von sich aus tätig werden – aber auch zahlreiche Schulen. Diese sollen nun im Rahmen eines Ausbauprojekts des Kreises an ein gigabitfähiges Glasfasernetz angeschlossen werden.

Zum Ausbau des Breitbandnetzes hat das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur ein Förderprogramm aufgelegt, das in Hessen durch die Staatskanzlei und das Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung mit weiteren Mitteln aufgestockt wird. Diese insgesamt 90-prozentige Förderung nutzt der Kreis Offenbach und hat den Netzausbau an die PEB Breitband GmbH & Co. KG vergeben. PEB ist eine Beteiligungsgesellschaft der Entega Medianet und der Firma Klenk & Sohn, beides Unternehmen mit regionalem Bezug. Die noch offenen zehn Prozent der Kosten trägt der Kreis. Abgeschlossen sein soll der Ausbau in allen Kreiskommunen spätestens Ende 2023.

Kreis will 90 Prozent aller Haushalte mit Glasfaseranschluss ausstatten

Die Internetversorgung im Kreis ist laut Verwaltung mit mindestens 100 Mbits pro Sekunde in rund 96 Prozent der Haushalt sehr gut. Doch der Kreis muss bislang unterversorgte Schulen, Unternehmen und Haushalte, die oft im Außenbereich liegen (sogenanntes Marktversagen) mit Glasfaseranschlüssen ausstatten. Das geschieht mit finanzieller Hilfe aus dem Bundesförderprogramm und der Ko-Finanzierung des Landes. 2021 erhielt der Kreis vom Land einen Bescheid über 5,6 Millionen Euro. Die Gesamtkosten betragen rund 14 Millionen.

Der Kreis Offenbach ist Teil der Gigabitregion FrankfurtRheinMain unter Federführung des Regionalverbandes. Die im Juni 2021 gegründete Unterstützungsgesellschaft hat ein zweistufiges Ziel: Bis 2025 sollen alle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen und Gewerbebetriebe in der Gigabitregion mit einem glasfaserbasierten, gigabitfähigen Internetzugang ausgerüstet werden, ebenso die Hälfte aller Haushalte. Bis 2030 sollen sogar 90 Prozent aller Haushalte über schnelles Internet verfügen. Welche Datenrate der Kunde dann tatsächlich nutzt, ist natürlich von seinen individuellen Vertragskonditionen abhängig. (jrd)

Der Ausbau erfolgt als sogenannter FTTH-Anschluss (Fiber To The Home). Dabei wird die Glasfaserleitung bis ins Haus an einen Übergabepunkt verlegt. Dadurch werden diese Adressen stabil mit mindestens ein Gigabit pro Sekunde symmetrisch versorgt. Für Langen listet der Ausbauplan insgesamt 54 Adressen auf. Darunter sind auch acht der zehn Schulen in der Stadt: Ludwig-Erk-, Geschwister-Scholl-, Albert-Schweitzer-, Adolf-Reichwein-, Albert-Einstein-, Dreieich-, Erich-Kästner- und Janusz-Korczak-Schule. Die Sonnenblumenschule sowie die Wallschule verfügen nach Angaben des Kreises bereits über eine ausreichende Anbindung.

„Wie wichtig schnelle Internetverbindungen für alle sind, haben wir nicht zuletzt durch Homeoffice und Homeschooling gelernt“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Gerade für die Schulen sind Highspeed-Anschlüsse unerlässlich. Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir nun dank der Förderung durch Bund, Land und Kreis die letzten ,weißen Flecken‘ in unserer Stadt beseitigen können.“

Auch Strandbad am Waldsee bekommt schnelles Internet

Neben einigen Unternehmen sowie Privatadressen – beispielsweise im Loh – befindet sich auch das Strandbad Langener Waldsee auf der Liste. „Das ist eine sehr gute Nachricht, da wir ja auch weiterhin auf elektronische Tickets setzen wollen und uns eine schnelle, stabile Datenverbindung dabei die Arbeit erleichtert“, sagt Joachim Kolbe, Geschäftsführer der Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa) und als städtischer Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport unter anderem für das Thema Breitband zuständig.  (jrd)

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