„So alt und so wunderschön“

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Gruppenbild der amerikanischen Schüler mit ihren Gastgebern vor dem Rathaus. Bürgermeister Frieder Gebhardt hob beim Empfang die Chancen eines solchen Schüleraustauschs hervor.

Langen - Nur Kleinigkeiten machten der 17-jährigen Tiffany aus dem US-amerikanischen Oregon während ihrer ersten Tage in Langen zu schaffen. „Ich wusste nicht, wie ich die Toilette spülen sollte“, sagt sie lachend. Von Nico Wagner

„Aber dafür sind die Lichtschalter riesig im Vergleich zu daheim. Außerdem sind hier alle sehr freundlich und entspannt. Es macht eine Menge Spaß.“ Insgesamt 20 Schüler der Oregon High School besuchten seit dem 12. Juni ihre Austauschpartner der Dreieichschule. Ihre Freunde aus Langen waren bereits im April nach Amerika gereist, jetzt sind sie zum Gegenbesuch da. Einige haben sogar ihre Familie mitgebracht.

Überraschende Eindrücke sammelten die Schützlinge der amerikanischen Lehrer Jeff Dyer und Jennifer Ehrlich schon nach der Landung am Frankfurter Flughafen. So erzählt Tiffany, sie hätte nie gedacht, in Deutschland auf so viel Englisch in der Sprache zu stoßen.

Willkommensparty im Musiksaal der Dreieichschule

Spätestens seit dem herzlichen Empfang in ihren Gastfamilien und der Willkommensparty im Musiksaal der Dreieichschule fühlen sich die Amerikaner in Langen so richtig wohl. Sie haben allen Grund dazu. In ihrer Heimat Oregon im Staat Wisconsin leben bis heute viele Familien mit deutschen Wurzeln. Tiffanys Freundin Amanda erzählt, dass ihr Ur-Großvater einst von Deutschland nach Amerika auswanderte. Bis heute lebe ein Teil ihrer Familie in Hannover. Auch ihr Schulkamerad Alex kann deutsche Wurzeln in seiner Verwandtschaft vorweisen. Doch seit seiner Ankunft faszinieren den 17-Jährigen vor allem zwei Dinge: „Brezeln und Schnitzel sind klasse“, sagt er und lacht.

Neben dem regulären Unterricht in der Dreieichschule besuchten die Amerikaner verschiedene Städte in der Region und ganz Deutschland. Ein Ausflug nach Frankfurt stand auf dem Plan, ebenso eine Schifffahrt auf dem Rhein sowie zahlreiche Tagesreisen – zum Beispiel nach Bamberg, Mainz und Luxemburg. Beim Public Viewing in der Langener Stadthalle jubelten (und litten) Tiffany und ihre Schulkameraden mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Highlight bleibt ein Ausflug nach Köln

Ihr persönliches Highlight aber bleibt ein Ausflug nach Köln. „Der Dom war wunderschön“, erzählt die Teenagerin mit großen Augen und braucht einen Moment, um die richtigen Worte in der ungewohnten Sprache zu finden: „Wunderschön, wundervoll – in Amerika gibt es nichts, das so alt ist. Auch die Stadtkirche hier in Langen ist sehr schön.“

Nach drei Wochen ist die Zeit des Austauschs heute zu Ende. Das letzte Highlight erlebten die Langener und ihre Freunde aus Oregon am Freitagabend beim Abschieds-Barbecue an der Egelsbacher Waldhütte. Gestern wurden die Koffer gepackt, bevor am heutigen Morgen die Heimreise über Berlin nach Amerika ansteht.

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