Angst vor dem Wasser nehmen

Schwimmkurse für Flüchtlinge erfreuen sich weiterhin großer Nachfrage

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Sie können jetzt ohne Angst ins Schwimmbad gehen: Flüchtlinge aus afrikanischen und arabischen Ländern haben von Volker Neiß und Philipp Schappert (hinten, Fünfter und Sechster von links) das Schwimmen gelernt. 

Langen - Schwimmen als Integrationshilfe: Im Langener Hallenbad lernen Flüchtlinge, sich sicher im Wasser fortzubewegen. Die Nachfrage ist groß.

Schwimmbäder, Baggerseen oder andere Badegewässer sind den meisten Flüchtlingen aus afrikanischen und arabischen Ländern fremd. Oft belasten zudem traumatische Erfahrungen ihre Beziehung zum nassen Element. Abhilfe schaffen die Schwimmkurse der städtischen Koordinationsstelle Miteinander, die gemeinsam mit ehrenamtlichen Lehrern, der Volkshochschule und der Bäder- und Hallenmanagement GmbH ins Leben gerufen wurden. Bereits zweimal wurde das Lehrschwimmbecken des Hallenbades dafür genutzt. Eine Neuauflage startet im Februar.

Lehrer sind Philipp Schappert und Volker Neiß: Die freiwilligen Helfer vermitteln die Grundlagen des Schwimmens, Baderegeln und oft auch das passende Vokabular zum Schwimmbadbesuch. Die nötige Praxiserfahrung bringen beide mit: Philipp Schappert ist Mitarbeiter im Jugendzentrum, selbst Rettungsschwimmer und Vhs-Schwimmschuldozent, Volker Neiß Leiter der Abteilung Wassersport im Turnverein.

Schappert und Neiß engagieren sich aus Überzeugung und mit großem Engagement ehrenamtlich für Sportangebote in der Flüchtlingshilfe. Mehr als 40 Jungs und Männer nahmen sie 2015 und 2016 beim Schwimmunterricht unter ihre Fittiche. „Der Erfolg war in der vergangenen Saison vermehrt der Abbau von Ängsten im und ums Wasser“, bemerkt Schappert. Unterstützung fanden die Kursleiter zuletzt bei zwei Teilnehmern eines früheren Kurses. Die Brüder Rafi und Safi Hashemi waren als Helfer und Übersetzer am Beckenrand präsent.

Während Schappert und Neiß sich auch künftig um die männlichen Schwimmanfänger kümmern, konnten die Organisatoren der Koordinationsstelle Jugendarbeit zusätzlich eine Rettungsschwimmerin der DLRG gewinnen, die im Februar ein ähnliches Angebot für Frauen starten wird. Infos zu den Schwimmkursen gibt es bei Christraud Bommer von der Koordinationsstelle Miteinander. Erreichbar ist sie per E-Mail an cbommer@langen.de oder unter 5090593. (ble)

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