Sicherer Schulweg für Radler

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So stellen sich die Darmstädter Planer die Fahrradachse vor.

Langen - Vorfahrt für die Radfahrer: Mit einer Fahrradstraße von der Walter-Rietig- bis hin zur Zimmerstraße will der Magistrat den Schulweg der Dreieichschüler sicherer machen. Von Markus Schaible

Auf der kompletten Schillerstraße bis in den Albertus-Magnus-Platz hinein sollen die Zweiradfahrer vorfahrtsberechtigt sein und auch nebeneinander fahren dürfen. An der Zimmerstraße soll eine Art Mini-Kreisel für eine bessere Anbindung der Jahnstraße sorgen.

Selbst bei den augenblicklich frostigen Temperaturen kommt ein Drittel der Schüler des Dreieich-Gymnasiums mit dem Fahrrad. In den Sommermonaten sind es sogar 63 Prozent – erheblich mehr als an den anderen Langener Schulen.

Der Magistrat will damit Vorschläge der Hochschule Darmstadt, Bereich Bauingenieurwesen, umsetzen. Die Darmstädter hatten im Auftrag der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach den Schülerverkehr unter die Lupe genommen; der Schwerpunkt sollte dabei eigentlich auf dem Bereich öffentlicher Personennahverkehr (Schulbus, S-Bahn) liegen. Schnell aber zeigte sich, dass dieser am Dreieich-Gymnasium eine eher untergeordnete Rolle spielt: In den Sommermonaten kommen 63 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit dem Fahrrad (Reichwein-Schule: 51, Einstein: 41), in den Wintermonaten sind es immer noch 33 Prozent. Den ÖPNV nutzen im Sommer nur neun, im Winter 23 Prozent.

Chaotisch rund ums Gymnasium

Entsprechend chaotisch geht es morgens und mittags rund ums Gymnasium zu, mit entsprechend hoher Gefährdung vor allem der Radfahrer. Abhilfe schaffen könnte die von der Hochschule vorgeschlagene Fahrradstraße: Sie würde an der Rietig-Straße beginnen – der Verkehr in der Schillerstraße wäre dann an den Kreuzungen mit Uhland- und Goethestraße bevorrechtigt. Vom Albertus-Magnus-Platz würde bis zum Zentrum für Jung und Alt der bestehende Fuß- und Radweg genutzt. Dieser soll nach den Plänen der Hochschule hinter dem ZenJA allerdings mit einem kleinen Schwenk über den alten SSG-Platz in Höhe der Jahnstraße in die Zimmerstraße münden – und nicht wie bisher an der Fußgängerampel. Damit müssten die Radler nicht mehr über den Parkplatz am Kraftsportzentrum fahren.

Dort sei, so Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider, die Situation besonders unübersichtlich: ein- und ausparkende Autos, zahlreiche Fußgänger, häufig mit kleinen Kindern wegen der benachbarten Kita, dazu viele radelnde Schüler, die meist unkontrolliert und als Pulk in die Zimmerstraße einbiegen.

Verbesserung durch Minikreisel

Eine Verbesserung soll ein Minikreisel auf der Zimmerstraße schaffen – dort, wo der neue Radweg in die Jahnstraße übergeht. „Er wird auf die Straße aufgemalt“, erklärt Schneider: „Die Planer sagen, das geht einfach und sorgt dennoch für ein deutliches Plus an Sicherheit.“

Vorfahrt auf der Schillerstraße und ein Minikreisel an der Zimmerstraße.

Bevor die Planung beginnt, müsse aber eine Entscheidung über den alten SSG-Platz fallen. Dies solle zeitnah geschehen, so Schneider. Für den Rad- und Gehweg werde nur eine geringe Fläche in der nordöstlichen Ecke des Grundstücks benötigt, die eine wie auch immer geartete Nutzung des Geländes nicht behindere. Zur Finanzierung der Fahrradstraße will der Erste Stadtrat andere Vorhaben wie ein Fußwegekonzept und die Sanierung von Rad- und Wirtschaftswegen in der Südgemarkung strecken oder ganz auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Für den Vorschlag der Hochschule, eine auf die Schulzeiten begrenzte Einbahnregelung auf der Goethestraße einzurichten, meldet Schneider noch Diskussionsbedarf an. Eine weitere Idee, die Einrichtung von Elternhalten für Autos, wertet er indes als falsches Signal, da die Stadt „Taxi Mama“ nicht fördern wolle.

„Dafür fehlt uns derzeit aber das Geld“

Verbesserungsbedarf sieht die Hochschule auch für die Adolf-Reichwein-Schule im Süden der Zimmerstraße und regt einen Kreisel an der Südlichen Ringstraße und einen Wendehammer vor dem Radweg in Richtung Belzborn an. „Dafür fehlt uns derzeit aber das Geld“, sagt Schneider. Zum Fahrplanwechsel im Dezember machbar sei jedoch die Rückverlegung der Bushaltestelle von der Zimmerstraße an die Stadthalle. Davon profitieren auch die Besucher des Kulturtempels und des Rathauses.

Unproblematisch sei die Situation an der Albert-Einstein-Schule im Linden. Lediglich die Bushaltestelle soll um zehn Meter verlegt werden, damit der stehende Bus keine Radfahrer behindert, die in das Schulgelände hinein- oder herausfahren.

Mit der Vorlage des Magistrats wird sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 29. Februar, befassen. Die Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung ist für den 22. März vorgesehen.

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