Siebenschläfer-Maimarkt

Bummeln, lauschen und genießen

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Bummel in der Wassergasse: Der Siebenschläfer-Maimarkt lockt trotz des eher trüben Wetters viele Besucher in die Altstadt, in der Geschäftsleute und Vereine wieder einiges anbieten.

Langen - Der ein oder andere greift zum Regenschirm, den meister aber reicht eine dickere Jacke: Trotz des nicht besonders guten Wetters herrscht in der Wassergasse reges Treiben – der Siebenschläfer-Maimarkt lockt die Besucher zum Bummeln und Verweilen in die Altstadt. Von Markus Schaible

Musik schallt durch Langens schönste Gasse, Menschen schlendern unter den rot-weißen Wimpelketten hindurch übers Kopfsteinpflaster, bleiben an den Ständen stehen oder schauen in eines der Geschäfte hinein. Traditionell wird die Wassergasse am ersten Sonntag im Mai zur Marktmeile; die dortige Werbegemeinschaft organisiert einen verkaufsoffenen Tag, der Obst- und Gartenbauverein sowie die Mitglieder der Apfelwein- und Obstwiesenroute feiern Saisoneröffnung. In den vergangenen Jahren lachte dabei die Sonne, dieses Mal nieselt es immer mal wieder leicht. Doch zum Glück ist das, was an Wasser von oben kommt, nicht so viel, um die Besucher gänzlich zu vergraulen. „Die Veranstalter haben Glück, dass dieses Fest ganz am Anfang der Freiluft-Saison liegt, da sind die Menschen noch begierig darauf, raus zu kommen“, sagt ein Gast. Und auch Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, sowie Joachim Knapp, Chef der Stöffchemacher, sind sich einig: „Es hätte viel Schlimmer kommen können.“

So haben Letztere zwar darauf verzichtet, Sitzgarnituren aufzustellen, doch unterm Dach des Zeltpavillons ist auch gut was los. Die Stöffchemacher, die sich als Hüter der Ebbelwoitradition verstehen, schenken einen Teil der fast 3000 Liter Apfelwein aus, den sie dieses Jahr gekeltert haben. Herb und mild gibt es, dazu Apfelweinsherry. Ein paar Meter weiter, vis-à-vis des Cocktail-Stands, tragen derweil die Zwillinge Ellen und Carla Janiel als Cherry on the Top ihre Lieder vor; am anderen Ende der Gasse ist es Entertainer Rick Mayfield, der sozusagen musikalisches Flanieren ermöglicht. Das bietet den Gästen die Möglichkeit zum Stöbern und Kaufen. In den Geschäften reicht das Angebot in der Wassergasse von Bekleidung über Blumen bis zu Brillen, an den Ständen von Honig aus der Umgebung (Bienenzuchtverein) bis zu fair gehandeltem Kaffee aus fernen Ländern (Weltladen).

Bei solchen Veranstaltungen ebenfalls immer zu sehen: Egon Thomaka. „Als Langener muss man dabei sein, auch wenn mal nicht so viel los ist“, sagt er. Wobei er schon zur Halbzeit eine positive Bilanz zieht. Von seinem Fruchtaufstrich aus Ebbelwoi von Langener Streuobstwiesen und anderen Gelees hat er gut verkauft – und das für einen guten Zweck: Vom Erlös unterstützt Thomaka einen Arzt in Burma bei seinen humanitären Projekten. Im Adlerhof, wo am späten Vormittag die Gänseblümchen des Obst- und Gartenbauvereins musikalisch sowie Bürgermeister Frieder Gebhardt rednerisch den Maimarkt eröffnet haben, stimmen derweil die Musiker des TV Blasorchesters ihre Instrumente. Der Hof ist gut gefüllt, was sicher auch an den leckeren Kuchen liegen dürfte, die der OGV verkauft.

Direkt vor dem Hof zeigt die städtische Umweltberatung Flagge, schließlich ist, wie eingangs erwähnt, das Fest auch die Saisoneröffnung der Apfelwein- und Obstwiesenroute. In Langen und Egelsbach gibt es zum Erhalt der Streuobstwiesen die Siebenschläfer-Kampagne, über die Heike Gollnow und ihre Kolleginnen informieren. Manch einer nimmt auch eines der Siebenschläferprodukte mit, „aber viele wollen sie nicht über den Markt schleppen – sie holen sie lieber bei uns im Rathaus“, sagt Gollnow. Ihr ist es wichtig, Präsenz zu zeigen und Werbung zu machen. Unterstützt wird sie dabei von „Apfelwein-Papst“ Jörg Stier. Der Kelterer aus Maintal/Bischofsheim, der den Siebenschläfer-Apfelwein und den -Cidre herstellt, bietet zur Mittagsstunde im Adlerhof eine Verkostung an. Wer danach etwas Festes zwischen die Zähne braucht, hat auf dem Maimarkt die Qual der Wahl: Würstchen vom Grill? Crêpes? Waffeln mit Honig? Bauernhofeis? Es findet sich für jeden etwas. Und so bleibt einmal mehr das Fazit: Es müssen nicht immer die großen Feste sein – der Siebenschläfer-Maimarkt beweist, dass kleinere Veranstaltungen auch viel Spaß machen können.

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