Bürgerstiftung sammelt Spenden für Wiederaufforstung

Soziales und Sport trotz klammer Kasse: Bürgerstiftung feiert zehnjähriges Bestehen

Daraus wächst Gutes: Zu ihrem runden Jubiläum setzt sich die Bürgerstiftung Langen für die Wiederaufforstung im Stadtgebiet ein. In den zehn Jahres ihres Bestehens hat sie rund 160 000 Euro in soziale Projekte investiert. Foto: p

Zu einer besseren Lebensqualität in der Stadt beitragen und Gutes tun: Das hat sich die Bürgerstiftung Langen auf die Fahnen geschrieben.

Langen – Zu einer besseren Lebensqualität in der Stadt beitragen und Gutes tun: Das hat sich die Bürgerstiftung Langen auf die Fahnen geschrieben. Sie gibt Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen die Möglichkeit, sich durch Spenden und Zustiftungen für die Stadtgesellschaft zu engagieren. Mit gut 160 000 Euro hat die Bürgerstiftung bislang sinnvolle Projekte unterstützt.

Mit mehr als 30 000 Euro dickster Brocken ist der Sozialbereich. Dazu zählt die Unterstützung der Langener Tafel oder die Übernahme von Ferienspielgebühren, wenn sich Familien diese nicht leisten konnten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die kulturelle Bildung, in die eine ähnlich hohe Summe floss. Zum Beispiel förderte die Bürgerstiftung Theateraufführungen der Behindertenhilfe, Kinderkonzerte der Musikschule und Gitarrenunterricht für junge Geflüchtete. Auch Sportvereine können sich auf die Stiftung verlassen: Knapp 21 000 Euro gingen vor allem an die Sport- und Sängergemeinschaft, den Fußballclub, den Turnverein und den Roll- und Eissportclub.

Unter dem Stichwort „Völkerverständigung“ gibt die Bürgerstiftung Geld für das Städtetreffen des Fördererkreises für europäische Partnerschaften. Einen Scheck über 11 000 Euro hatte sie darüber hinaus für das Tor der Freundschaft an der Tarsus-Anlage ausgestellt. In die Integration flossen mehr als 20 000 Euro, etwa in Sprachkurse für geflüchtete Menschen und Fahrradkurse.

Vom Wirken der Stiftung profitieren auch die JuKi-Farm, die Hausaufgabenhilfe durch den Verein für Jugendsozialarbeit, der Verkehrs- und Verschönerungsverein, die Haltestelle und die Seniorenhilfe Langen. Nicht zuletzt hat die Bürgerstiftung den offenen Bücherschrank in der Romorantin-Anlage mitfinanziert und wird demnächst für einen zweiten in Oberlinden einen Bewilligungsbescheid ausstellen.

„Insgesamt haben wir bis heute mehr als 100 einzelne Bewilligungen ausgesprochen. Nutznießer davon waren 37 Vereine, Institutionen und Einzelpersonen“, bilanziert Stiftungsvorstand Uwe Daneke. Das Stiftungskapital hat sich von 200 000 Euro bei der Gründung im Laufe der zehn Jahre auf rund 575 000 Euro fast verdreifacht. Zu verdanken ist das 32 Zustiftern, die einen Teil ihres Vermögens zum Wohle der Stadtgesellschaft zur Verfügung stellten. Aus der Anlage der Stiftungsmittel wurden bisher Erträge von knapp 90 000 Euro erzielt – in Zeiten von Null- und sogar Negativzinsen durchaus beachtlich.

Das Stiftungsvermögen und die Erträge daraus sind aber nur eine von drei Quellen, aus denen die Stiftungsmittel fließen. Hinzu kommen Spenden (98 000 Euro) bei runden Geburtstagen und Firmenevents und sonstige Einnahmen (32 000 Euro), vor allem vom Amtsgericht Langen, wenn Strafverfahren gegen Geldauflage eingestellt werden. Unterm Strich generierte die Bürgerstiftung bisher also knapp 220 000 Euro, die sie für gute Zwecke verwendete und noch verwendet. „Wir wollen immer dort ergänzen, wo es nötig, aber dem Stadtsäckel nicht mehr möglich ist“, sagt Daneke.

Ins Leben gerufen wurde die Einrichtung einst von der Beteiligungsmanagement Langen GmbH, in der die Stadt ihre Beteiligungen, beispielsweise an den Stadtwerken oder der Bäder- und Hallenmanagement GmbH, bündelt. Den finanziellen Grundstock in Höhe von 200 000 Euro lieferten die Stadtwerke, die eine Rückstellung für steuerliche Risiken auflösen konnten und einen Teil dieses Ertrages für die Stiftungsgründung beisteuerten. Erste Zustifterin war die Stadt selbst mit 18 000 Euro. Das Geld stammte von zwei verstorbenen Einwohnern, die es für die Armenfürsorge zur Verfügung gestellt hatten.

„Das eigentliche Motiv der Gründung war natürlich die finanzielle Lage der Stadt, die es immer schwerer machte, besondere soziale, kulturelle, sportliche und andere der Stadtgesellschaft dienende Aktivitäten auf die Beine zu stellen“, erklärt der ehemalige Fachbereichsleiter Daneke, der bis zu seinem Ruhestand auch für den städtischen Haushalt zuständig war. In Geld schwimmt Langen nach wie vor nicht. Deswegen ist die Bürgerstiftung nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt ausgesprochen wertvoll und wichtig. „Von ihr profitieren viele in unserer Stadt und alle können sich einbringen für eine sozial friedliche, umweltfreundliche und kulturell vielfältige Kommune.“

Wer die Bürgerstiftung unterstützen möchte, hat zwei Möglichkeiten: spenden oder zustiften. Spenden fließen ohne Abstriche in den Haushalt der Stiftung und werden zeitnah verwendet. Wer spendet, kann den Verwendungszweck festlegen, ansonsten macht das der Stiftungsvorstand. Zustiftungen können Geldbeträge oder andere Vermögensgegenstände – etwa aus Erbschaften oder Vermächtnissen – sein, die das Stiftungsvermögen aufstocken und dadurch zu höheren Erträgen führen. Angetastet werden darf das Vermögen laut Stiftungssatzung nicht. Ab 10 000 Euro können die Zustifter bestimmen, was mit den Erträgen aus ihren Gaben geschehen soll. Ab 500 Euro haben sie auf Lebenszeit Sitz und Stimme in der Stifterversammlung.

Diese wählt das Stiftungskuratorium und legt die Zwecke fest. Das Kuratorium beschließt unter anderem über den Wirtschaftsplan, die Verwendung der Erträge des Stiftungsvermögens und der Zuwendungen. Außerdem ist es für die Ab-/Berufung des Vorstands verantwortlich. Feste Mitglieder des Kuratoriums sind der Bürgermeister und der Geschäftsführer der Stadtwerke. Hinzugewählt wurden der frühere Bürgermeister und Ehrenbürger Dieter Pitthan, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Reinhold, Dr. Elke Vietor (Lions Förderverein), Stephan Langner (Baugenossenschaft), Stephan Braun (Kaufhaus Braun), Stefan Schmidt (Volksbank Dreieich) und Nico Gormsen (Hahn Air). Vertreten wird die Stiftung durch Vorstandsvorsitzenden Uwe Daneke und seinen Stellvertreter Juan Lopez Schnecker (Prokurist Stadtwerke).

Zum Jubiläumsjahr will die Bürgerstiftung Nachhaltiges wachsen lassen – durch Baumgeschenke an die Stadt. Sie setzt sich für die Wiederaufforstung nach dem schweren Sturm im August 2019 ein. Die Aktion „Bäume für unsere Stadt“ ist bereits angelaufen. Spenden kann man über ein Formular auf der Stiftungshomepage ausfüllen und dort auch vorschlagen, wo Linde, Platane und Co. stehen sollen.  jrd

Infos im Internet

buergerstiftung-langen.de

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