Veranstaltungen im Gedenken an Pogrom-Opfer

Auf den Spuren jüdischen Lebens

Die jüdische Synagoge an der Dieburger Straße damals, und der Jüdische Friedhof heute (rechts).
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Die jüdische Synagoge an der Dieburger Straße damals, und der Jüdische Friedhof heute (rechts).

Langen - Auch nach 76 Jahren ist noch schwer zu fassen, was in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geschah: Überall im Land entlud sich der nationalsozialistische Terror an den Juden – auch in Langen.

Ihre Geschäfte wurden zerstört, die Synagoge an der Dieburger Straße ging in Flammen auf und es gab zahlreiche gewalttätige Übergriffe. Im Gedenken an die Pogrome gibt es in der Stadt wieder mehrere Veranstaltungen.

Am Sonntag, 2. November, begibt sich der Historiker und ehemalige Stadtarchivar Herbert Bauch ab 14 Uhr zusammen mit Interessierten auf die Spuren jüdischen Lebens in Langen. Unter anderem führt er auf den sonst nur eingeschränkt zugänglichen jüdischen Friedhof sowie zur Mahn- und Gedenkstätte der ehemaligen Mikwe. Interessant dabei: Bis 1902 besaß Langens jüdische Gemeinde keine eigene Synagoge. Zuvor konnte sie jedoch die Errichtung einer eigenen Begräbnisstätte realisieren. Der jüdischen Bevölkerung war es nämlich nicht gestattet, ihre Toten auf dem christlichen Friedhof beizusetzen. Mit Beginn der NS-Diktatur setzten Schikanen und Verfolgungen gegen die jüdische Bevölkerung ein. Im November 1938 brannte die Synagoge ab. Die wenigen noch heute im Stadtbild vorhandenen Spuren jüdischen Lebens werden bei der Exkursion sichtbar gemacht. Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro. Anmeldungen gehen an die Volkshochschule: s 910460, E-Mail: vhs@ langen.de.

Am Donnerstag, 6. November, führt die Historikerin Dr. Heidi Fogel durch das Neu-Isenburger Bertha-Pappenheim-Haus. Die deutsch-jüdische Frauenrechtlerin betrieb es als Schutz- und Erziehungsheim für jüdische Frauen. Die Führung und ein anschließender Film über Bertha Pappenheim dauern von 17 bis 19 Uhr. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Frauenbüros von Langen und Isenburg. Die Teilnahme kostet drei Euro. Anmeldung im Frauenbüro Langen unter Tel.: 203-160 oder per E-Mail an frauenbuero@langen.de.

So begann der Zweite Weltkrieg

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Für Sonntag, 9. November, lädt die Stadtkirchengemeinde zu einem Gedenkgottesdienst an die Reichspogromnacht ein. Er beginnt um 10 Uhr in der Stadtkirche. Am gleichen Tag legen Magistratsmitglieder gegen 11.30 Uhr einen Kranz an der Mahn- und Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge an der Dieburger Straße 23 nieder. Die Veranstaltung wird von Dreieich-Gymnasiasten mitgestaltet.

Zum Abschluss zeigt das Lichtburg Cinema, Bahnstraße 73 b, am Montag, 10. November, den Dokumentarfilm „Das Weiterleben der Ruth Klüger“. Er handelt von der österreichisch-amerikanischen Autorin, die zwar dem Holocaust entkam, dessen Schatten sie aber in jeder Station ihres Daseins verfolgte. Die Vorführung in Kooperation mit dem Frauenbüro beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt kostet vier Euro. Ein Faltblatt zur Veranstaltungsreihe gibt es im Rathaus, im Alten Amtsgericht, in der Haltestelle, der Stadtbücherei und den Buchhandlungen. Ein Pdf-Dokument ist abrufbar unter www.vhs-langen.de.

cor

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