Stadtverwaltung will Anteil weiblicher Führungskräfte erhöhen

Mehr Frauen in die Chefetage

Langen - Auch die Langener Stadtverwaltung will mehr Führungspositionen mit Frauen besetzen. Wie es gelingen kann, mehr Chefinnen für das Rathaus und die Außenstellen der Verwaltung zu finden, skizziert der sogenannte Frauenförderplan, den die Verwaltung regelmäßig vorlegt.

Für die kommenden fünf Jahre hat die Stadtverwaltung das Papier just aktualisiert: Formulierte Ziele darin sind vor allem die Förderung der Aus- und Fortbildung und die Bedeutung flexibler Arbeitszeitmodelle. Die Statistik aus 2017 zeigt: Von insgesamt 504 Beschäftigten der Stadtverwaltung sind 385 weiblich (2016: 363) – 188 von ihnen arbeiten in Teilzeit. Im Vergleich dazu sind nur 19 der 119 männlichen Mitarbeiter nicht im vollen Umfang beschäftigt (ein Prozent mehr als in den Vorjahren).

Von 41 Personen mit Führungsaufgaben sind nur 14 Frauen. Vor allem für pädagogisches Fach- und Hilfspersonal sind in den vergangenen Jahren neue Stellen entstanden. Laut Statistik nimmt unter den Beschäftigten im Rathaus der Frauenanteil stetig zu. Auch im Sozial- und Erziehungsbereich haben die Frauen mit 88 Prozent noch klar die Oberhand (2016: 89).

Der Frauenförderplan beruht auf dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz und soll die Chancengleichheit im Öffentlichen Dienst gewährleisten. Mitarbeiterinnen in Langen sollen vor allem mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und modernen Kommunikationswegen bei der Vereinbarkeit von Job und Familie unterstützt werden. „Bei der Stadt Langen wird der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf große Bedeutung beigemessen“, sagt die interne Frauenbeauftragte der Stadtverwaltung, Claudia Brücher. Gleitende Arbeitszeit, Teilzeitmodelle und Telearbeitsplätze seien nicht überall selbstverständlich, würden aber vonseiten der Stadt gefördert. „Schließlich ist es eine Win-win-Situation, wenn zum Beispiel gut ausgebildetes Personal nach einer privaten Aus-, Eltern- oder Pflegezeit früh an den Arbeitsplatz zurückkehren kann“, betont Brücher.

Diese Farben wählen erfolgreiche Frauen

Handlungsbedarf sieht die sie weiterhin. „Der demografische Wandel macht vor uns nicht halt“, erklärt sie. Gerade in den nächsten zehn Jahren seien viele Stellen neu zu besetzen. „Wir müssen jetzt gezielt junge Leute ausbilden, fördern und weiterbilden, um diesen Bedarf künftig zu decken.“ In Langen spielt das Geschlecht deshalb bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen eine Rolle. Weil bei den Beamten im höheren Dienst nur ein Viertel weiblich ist, werden gezielt qualifizierte Frauen für das Duale Studium eingestellt. Auch bei den Ausbildungsplätzen in typisch männlichen Domänen wie Fachinformatik und Veranstaltungstechnik soll die Hälfte aller Stellen bei gleicher Eignung an Bewerberinnen gehen. (jrd)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare