Umfrage zum Standort Langen

Langen - Stadt der kurzen Wege

+
Ortsansässige Unternehmen stellen bei einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer ein erfreuliches Zeugnis aus, das deutlich über dem Kreis-Durchschnitt liegt.

Langen - Optimal gelegen im Dreieck der großen Nachbarn Frankfurt, Darmstadt und Offenbach, punktet Langen als attraktiver Wohnort mit breitem Freizeitangebot, sehr guter Verkehrsanbindung und einer wirtschaftsfreundlichen Verwaltung. Von Holger Borchard 

Ein Satz, wie gemalt für die städtische Werbebroschüre. Verfasst hat ihn freilich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach. Dahinter steckt nicht mehr und nicht weniger als das Ergebnis einer Umfrage, die die Wirtschaftslobbyisten anno 2014 unter ihrer Klientel vorgenommen haben. Mehr als 10.000 Unternehmen wurden zu den Standortbedingungen in den Städten und Gemeinden der Region Offenbach befragt – Langen liegt mit guten Werten klar über dem Durchschnitt.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Standort? Diese Frage beantworteten Langener Firmen unter dem Strich mit der Schulnote 2,32. Das ist besser als der Kreisdurchschnitt, der bei 2,45 liegt. Spitzenwerte erzielt Langen bei der Verkehrsanbindung: Autobahnen und Nähe zum Frankfurter Flughafen ergeben Note 1,75, die Anbindung an ÖPNV und S-Bahn ist den Befragten eine 1,81 wert. „Über die innerörtliche Verkehrsinfrastruktur herrscht höchste Zufriedenheit“, bilanziert die IHK. Positiv falle ferner die Nähe und Kooperation zu Schulen auf. Bei der Bewertung der Wohn- und Umweltqualität, des Kultur-, Sport- und Freizeitangebots schneidet die Stadt ebenfalls überdurchschnittlich ab. „Gute Wohnqualität“ beziehungsweise „sehr hohen Freizeitwert“ attestiert die IHK-Umfrage hierzu.

Lob für Genehmigungsverfahren

Worüber man sich im Rathaus aber besonders die Hände reibt: Bei der Dauer von Genehmigungsverfahren – nicht zu unterschätzender Faktor für ansiedlungswillige Firmen – fährt Langen die kreisweit beste Bewertung ein. Aussagen wie „gute Wirtschaftsförderung“, „schnelle Entscheidungen“, „alle Behörden am Ort“ oder „positive Grundeinstellung im Rathaus zu Gewerbe“ gehen den Verantwortlichen garantiert runter wie Öl. Der explizit abgefragte Tenor zur „Unterstützung der Unternehmen durch die städtische Wirtschaftsförderung“ beschert Langen den zweithöchsten Wert im Kreis Offenbach.

Dass Bürgermeister Frieder Gebhardt solche Nachrichten lieber kommentiert als von politischen Gegnern gebetsmühlenhaft unterstellte Versäumnisse bei der Wirtschaftsförderung, liegt auf der Hand. „In dieser Umfrage zeichnen die ortsansässigen Unternehmen von Langen das Bild einer Stadt mit kurzen Wegen und vielen Vorteilen“, kommentiert der Rathaus-Chef zufrieden. „In Langen schnell am Ziel zu sein, wird als herausragender Standortvorteil gewertet, dazu erfüllt unsere Verwaltung den Anspruch von Unternehmen und Investoren, rasch und ohne Hürden beispielsweise Wunschgrundstücke oder Wunschimmobilien zu finden.“

Jahresrückblick 2014 in Hessen: Von A bis Z

Jahresrückblick 2014 in Hessen: Von A bis Z

Das positive Abschneiden kommt laut Gebhardt nicht von ungefähr: „Dafür haben wir in unserer Verwaltung ein Kompetenzteam aus Fachleuten der Wirtschaftsförderung, der Stadtentwicklung und der Stadtplanung aufgebaut, das Firmen verschiedenster Größen und Branchen intensiv bei Betriebserweiterungen, -verlagerungen und der Neuansiedlung betreut. Und wir haben den Technologiepark und den Multipark aufs Gleis gesetzt, in dem bald die ersten Hallen entstehen.“ Auch bei der Steuerbelastung liege die Stadt im Kreis-Trend und hessenweit im Mittelfeld. „Die Anhebung der Grundsteuer B von 450 auf 500 Punkte ist sehr moderat ausgefallen“, merkt Gebhardt an. „Jetzt warten wir erst mal die Einnahmeentwicklung ab – das Wachstum beim Wohnungsbau und bei der Gewerbeansiedlung wird recht bald Erfolg zeitigen.“

Einen Kritikpunkt indes teilt Gebhardt uneingeschränkt: die mangelnde Anbindung an die A 5, also den Zustand der nicht ausgebauten B  486. „Dem kann ich mich nur anschließen“, erklärt der Verwaltungschef. „Ich begrüße es, dass Hessen Mobil endlich das Anhörungsverfahren zum Ausbau beantragt hat.“ Letzter Punkt: die wenig attraktive Bahnstraße. „Auch dazu werden gerade Weichen gestellt“, sagt Gebhardt. „Wir sind dabei, ein City-Marketingkonzept zu erarbeiten, das auf mehr Sauberkeit, schönere Gestaltung und zusätzliche Attraktionen setzt.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare