Stadthalle

Langen: Start mit musikalischen Sommerspielen

Zeichen gesetzt: Die Stadthalle Langen erstrahlte in der Nacht auf Dienstag wie viele andere Gebäude in Rot. 
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Zeichen gesetzt: Die Stadthalle Langen erstrahlte in der Nacht auf Dienstag wie viele andere Gebäude in Rot. 

Rot ist die Farbe der Warnung, steht aber auch für Liebe und Leidenschaft. 

Langen - Überall in Deutschland erstrahlten in der Nacht auf gestern Bauwerke in Rot (siehe auch weitere Texte in unserer Zeitung) – Kunstschaffende und andere Akteure der Veranstaltungswirtschaft wollten damit ein Zeichen setzen: Warnen, was die Pandemie für die Kulturszene bedeutet, und zeigen, dass sie mit Leidenschaft für ihren Beruf stehen.

Die Stadthalle ist Langens Kulturtempel Nummer eins – und ebenfalls hart getroffen vom Lockdown. Nun unternimmt das Team um Joachim Kolbe erste Schritte, um wenigstens wieder kleinere Veranstaltungen stattfinden zu lassen. „Auch wir sind ein Akteur der Veranstaltungswirtschaft“, sagt der städtische Fachbereichsleiter unter anderem für den Kulturbereich sowie Geschäftsführer der Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH. Zwar sei die Stadthalle nicht komplett verwaist in diesen Tagen: Da viele Firmen keine ausreichenden Räume für Schulungen, Tagungen und Ähnliches haben, würden sie auf den Bau an der Südlichen Ringstraße ausweichen. „Gut 80 Leute können wir unter Einhaltung aller bisherigen Regeln reinlassen“, erklärt Kolbe. „Und wir haben derzeit auch viele dieser kleinen, internen Veranstaltungen. Aber davon können wir auf Dauer nicht leben.“

Zudem macht sich Kolbe Sorgen um die gesamte Branche, von den Künstlern bis zu den Veranstaltungstechnikern und Caterern. „Viele werden die nächsten 100 Tage nicht überstehen“, sagt er. „Das bedroht existenziell die gesamte künstlerische Szene.“

Zumindest sei es ein Hoffnungsschimmer, dass nun wieder Veranstaltungen mit bis zu 250 Zuschauern möglich sind, wenn entsprechende Hygienekonzepte vorhanden sind. „Wir wollen den Künstlern baldmöglichst wieder Auftritte ermöglichen“, betont Kolbe. Und genau deshalb werden am Freitag, 10. Juli, die „Sommerspiele“ im Biergarten hinter der Stadthalle beginnen. Die Bühne betreten werden an diesem Abend die Lokalmatadoren von Ciderman, in den folgenden Wochen sind unter anderem Andreas Kümmert, Markus Striegl und Mrs. Greenbird am Start (das genaue Programm werden wir in Kürze vorstellen).

Neu ist im Corona-Jahr allerdings, dass die Besucher sich vorab im Internet Tickets besorgen müssen. „Zudem ist für das Publikum Tanzen verboten, ebenso wie das Mitsingen“, erklärt Kolbe.

Aber das Stadthalle-Team blickt auch schon weiter voraus, nämlich auf die kommende Theater-Saison. „Wir hoffen, dass wir dann mit 250 Zuschauern auch in den Sälen arbeiten können“, sagt der Kulturmanager, „damit können wir Kabarett oder Theater machen.“ Deshalb werde ein ganz normales Theaterprogramm geplant, das Mitte oder Ende September starten soll. „Wir verkaufen dafür auch bereits Abos. Und das läuft gut, was die Treue unserer Besucher zeigt, die jetzt buchen, obwohl sie wissen, dass vielleicht noch etwas verschoben werden muss.“ Denn mit jedem Künstler werde auch gleich noch ein Ausweichtermin vereinbart. „Das ist sehr aufwendig.“

Wichtig sei, dass Comedians, Schauspieler, Musiker eine Perspektive haben. „Wir sind an der Seite der Agenturen und Künstler“, sagt Kolbe. „Denn wir können nichts mehr machen, wenn die hinterher alle weg sind.“

Was es vorerst nicht geben werde, sind die Partys wie „Rock am Sterzbach“ – „also die Sachen, die Geld bringen“. Aber das lasse sich auch schnell organisieren, wenn es wieder möglich sei, so Kolbe.

Infos im Internet: neue-stadthalle-langen.de

(Markus Schaible)

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