„Gedeckter Tisch“ der evangelischen Kirchengemeinde

Sie stillen Hunger in Magen und Seele

+
Ein liebevoll dekorierter Tisch begrüßt die Gäste jeden Donnerstag im Petrus-Gemeindehaus. Bis zu 40 Personen können die Helfer (von links) Erika Vitiello, Pfarrer Steffen Held, Christa Hermann, Sieglinde Sallwey, Gisela Arndt, Hertha Kunze, Petra Leistner, Waltraud Lenz, Brigitte Seehafer und Irene Vetter dort verköstigen.

Langen – Eine Stadt lebt von ihren Ehrenamtlichen – so auch Langen. Von der Stadt wurden sie bereits offiziell geehrt, wir stellen die Engagierten aber noch einmal einzeln vor. Diesmal: die Initiative „Gedeckter Tisch“ der evangelischen Kirchengemeinde.

Ein zehnköpfiges Helferteam sorgt jeden Donnerstag dafür, dass der Tisch im Petrus-Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde reich gedeckt ist. Zwischen 9 und 13 Uhr servieren die Ehrenamtlichen in der Bahnstraße ein leckeres Frühstück und ein liebevoll gekochtes Mittagessen mit Vor-, Haupt-, und Nachspeise – alles zum Nulltarif, für Durchreisende und für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Unter dem Motto „Jeder darf kommen, keiner wird abgewiesen“ fing im Jahr 2000 alles an. Was heute unter dem Namen „Der gedeckte Tisch“ bekannt ist, startete einst als Suppenküche und Kleiderausgabe für sozial Schwache, Wohnungslose und Durchreisende. Die Kleiderausgabe übernahm nach und nach das Deutsche Rote Kreuz, sodass sich der „Gedeckte Tisch“ auf das stark nachgefragte kulinarische Angebot konzentrierte.

Bis zu 40 Personen können die Helfer im evangelischen Petrus-Gemeindehaus verköstigen. Zum Essen gibt es ein sicheres Dach über dem Kopf, nette Gespräche, neue Kontakte, Beratung und Hilfe bei Problemen. Möglich wird das durch die Unterstützung von Pfarrer Steffen Held, der das Projekt intensiv begleitet, und vor allem durch viele Sach- und Geldspenden der Langener Bürger. Wichtige Partner und Bezugsquellen für Lebensmittel des Gedeckten Tisches sind die Langener Tafel, Metzgereien und Bäckereien.

Öffentliche Ehrung: Bürgermeister Frieder Gebhardt zeichnete das insgesamt zehnköpfige ehrenamtliche Team des Gedeckten Tischs für sein Engagement aus.

Aus der Zeit, in der die Langener Tafel noch in den Räumen der benachbarten Albertus-Magnus-Gemeinde wirkte, stammt ein weiteres Angebot rund um den Gedeckten Tisch. In der „Kaffeezeit“ bietet das Team seit sechs Jahren neben dem namensgebenden Heißgetränk ein leckeres Frühstück, Kuchen und einmal im Monat belegte Brote. Das kam anfangs vor allen den Besuchern der Tafel zugute, die dadurch im Winter einen warmen Aufenthaltsort hatten und nicht bei Wind und Wetter in der Schlange der Lebensmittelausgabe warten mussten. Dank der herzlichen Atmosphäre und des undogmatischen Hilfs- und Beratungsangebots nutzen aktuell 20 Personen den wöchentlichen Treff. Und das, obwohl die Langener Tafel längst ihr neues Domizil in der Carl-Schurz-Straße 14 bezogen hat.

Mehr Menschen sind dauerhaft arm - oder reich

„Funktionieren kann ein solches Vorhaben nur mit festen Grundsätzen im Umgang miteinander und verlässlichen Terminen. Gerade das bringt zum Beispiel Wohnungslose ohne geregelten Tagesablauf wieder mit Regeln in Berührung und ist nicht selten ein erster wichtiger Schritt zurück in die Gesellschaft“, betont Bürgermeister Frieder Gebhardt. Der Gedeckte Tisch sei für viele ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags, an dem ihnen zugehört und Anteil genommen wird, lobt der Rathauschef. „Alle, die sich einsam fühlen oder in eine verzweifelte Situation geraten sind, finden beim Gedeckten Tisch einen Ort des Miteinanders, der Geborgenheit und Menschlichkeit – undogmatisch und vorurteilsfrei“, so Gebhardt. Das Angebot stille so nicht nur den Hunger im Magen, sondern kümmere sich auch um die Seele. (jrd)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare