Streit um Kiesabbau am Waldsee

Sehrings prompte Antwort auf BUND-Vorwürfe

Langen - Im aktuellen Rechtsstreit um den Abbau von Sand und Kies im Bannwald südöstlich des Langener Waldsees weist die Firma Sehring die Vorwürfe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) entschieden zurück.

Die Naturschützer waren vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt mit einem Eilantrag zur Herstellung der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen den Hauptbetriebsplan 2017-2019 gescheitert und sind deshalb vor die nächsthöhere Instanz, den Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel, gezogen.

Der Eilantrag, der weitere Rodungsmaßnahmen im jetzt zum Abbau anstehenden, 8,1 Hektar großen Abbauabschnitt 2a verhindern sollte, wurde als unzulässig zurückgewiesen, verdeutlicht Stefan Sehring, Vorstand der Sehring AG. Umweltbezogene Rechtsvorschriften seien durch die Zulassung des Hauptbetriebsplans durch das Regierungspräsidium Darmstadt nicht tangiert gewesen, zitiert er aus den Beschlussgründen. Damit bleibe der BUND seit 2013 in allen vier bisher gegen den Kiesabbau am Langener Waldsee erhobenen Klagen samt zugehörigen Eilverfahren erfolglos, verdeutlicht Sehring.

Alles zum Kiesabbau in Langen in der Übersicht

„Die Naturschützer wollen nun beim Verwaltungsgerichtshof vortragen, dass die Rodung zur Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten von Fledermäusen, Vögeln und Eidechsen führen werde, ohne dass dafür ausreichende neue Lebensräume geschaffen würden“, verweist Sehring auf die entsprechende Mitteilung der Naturschützer – und entgegnet: „Dieser Vorwurf ist nicht neu. Er wurde bereits in allen bisherigen Verfahren ohne Erfolg vorgebracht.“ Denn inzwischen sei durch zwei Instanzen in den zahlreichen Verfahren geklärt, dass durch den Abbau keine Fortpflanzungs- und Ruhestätten betroffen seien, jedoch zum Ausgleich des vorübergehenden Verlusts von Lebensräumen durch die Firma Sehring bereits 2013 eine von allen schützenswerten Arten inzwischen angenommene Naturwaldzelle eingerichtet worden sei.

Die Ostgrube des Waldsees in Langen: Bilder

Dem BUND gehe es längst nicht mehr um seine satzungsgemäßen Ziele, sondern darum, „durch zeitraubende und kostenträchtige Rechtsmittel die weitere Rodung, den Kiesabbau und letztlich die Rohstoffversorgung im Raum Frankfurt/ Rhein-Main zu behindern“, so Stefan Sehring. (ble)

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