Supermarkt in Bahnstraße

Große Pläne für die Stadtmitte

Blick von der Taunussstraße her: Auf dem Supermarkt (rotbrauner Gebäudeteil) würde an der Bahnstraße (links) ein vierstöckiges Wohngebäude entstehen; zur Gartenstraße hin sind abgestuft ein drei- und ein zweigeschossiges Haus geplant.
+
Blick von der Taunussstraße her: Auf dem Supermarkt (rotbrauner Gebäudeteil) würde an der Bahnstraße (links) ein vierstöckiges Wohngebäude entstehen; zur Gartenstraße hin sind abgestuft ein drei- und ein zweigeschossiges Haus geplant.

Langen - Noch ist das Projekt „Magnet in der mittleren Bahnstraße“ in einer relativ frühen Phase, doch nun liegen erste Pläne für einen Supermarkt samt darüberliegender Wohnbebauung vor. Die stoßen bei den Verantwortlichen der Verwaltung auf große Zustimmung – bei den benachbarten Anwohnern auf das Gegenteil. Von Markus Schaible

Das Ziel der Stadt ist klar definiert, wie Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne), Fachbereichsleiter Carsten Weise und der Leiter der Stadtplanung, Simon Valerius, kundtun: „Der Supermarkt soll Kundenfrequenz auf die Bahnstraße bringen oder zumindest die jetzige Frequenz erhalten. Denn an anderer Stelle werden wir die Situation mit den fehlenden Gewerbeflächen in ausreichender Größe nicht ändern. Wir müssen versuchen, die Bahnstraße nicht noch weiter niedergehen zu lassen.“ Dazu soll ein Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 1300 bis 1400 Quadratmeter entstehen, wie Bernhard Kaiser, Vorstandsvorsitzender des Projektentwicklers Open Mainded aus Frankfurt, erklärt. Starkes Interesse daran habe Tegut; auch mit anderen Ketten laufen Gespräche.

Vorgesehen ist, die drei Backsteinhäuser an der Bahnstraße 39-43 (gegenüber Zimmerstraße) abzureißen. Von dort aus würde der Markt nach hinten in die Freifläche hineinragen. An der Bahnstraße ist ein viergeschossiger Aufbau mit barrierefreien Wohnungen vorgesehen, nach hinten hin erst ein drei-, dann ein zweistöckiger. Und seitlich versetzt sieht die aktuelle Planung ein weiteres Wohnhaus vor.

Platz für weitere Läden

Im Eingangsbereich des Marktes wäre nach dem Shop-in-Shop-Konzept Platz für weitere Läden. Sämtliche Parkplätze – sowohl für Kunden als auch für die neuen Bewohner – sollen in einer Tiefgarage entstehen (Einfahrt von der Bahnstraße), erklären die Verantwortlichen der Stadt. Weiteres Versprechen: Durch Anlieferungen für den Supermarkt soll keinerlei Lärmbelästigung für die Nachbarschaft entstehen. „Die Zulieferung erfolgt von vorne über die Bahnstraße, die Lastwagen fahren dann in eine komplett abgeschlossene Garage“, erläutert Stadtplaner Valerius. „Anders geht das heute gar nicht mehr angesichts der Lärmschutzverordnungen.“

Die Anwohner, denen die Planung vor Kurzem bei einer Veranstaltung vorgestellt wurde, sehen diese teilweise sehr kritisch (siehe separaten Text). „Das ist nur ein erster Entwurf“, betont Valerius: „Wir schauen jetzt, ob wir bei den beiden nördlichen Gebäuden noch etwas verändern können.“ Genau das sei ja Sinn der Veranstaltung gewesen: „Jetzt werden die Bedenken und Anregungen gesammelt und eingearbeitet.“

Allgemeinwohl im Blick

Eines aber ist aus Sicht der Stadt klar: „Wir müssen das Allgemeinwohl im Blick haben, aber natürlich Individualinteressen berücksichtigen. Wir haben den Versorgungsauftrag und müssen das verträglich unter einen Hut bekommen“, sagt Carsten Weise. Und das gelingt aus seiner Sicht auch gut mit den jetzigen Absichten. Zumal das anderen Entwicklungen vorbeuge: „Wenn ein Privater und nicht die Stadt die Grundstücke erworben hätte, hätten wir keinen Einfluss darauf, was dort passiert.“

Zumal der aktuelle Bebauungsplan ganz anderes zulasse: Der sieht eine Verlängerung der Zimmer- bis zur Gartenstraße sowie einen großen Parkplatz vor. Zudem lässt er eine erheblich massivere Bebauung zur Gartenstraße hin zu. „Diese soll reduziert werden“, erklärt Valerius.

Die zehn erfolgreichsten Handels-Unternehmen

Die zehn erfolgreichsten Handels-Unternehmen

Natürlich sei der im Viereck zwischen Bahn-, Garten-, Taunus- und Heinrichstraße liegende Bereich derzeit grün, aber nicht unbedingt eine „Oase“. „Das ist überwiegend eine ungepflegte Grünfläche mit Parkplätzen“, so Weise. „Und es soll ja grün bleiben. Ein Teil der Gärten wird erhalten. Wir haben eine Verdichtung zur Bahnstraße hin, nach Norden wird es lockerer.“ Und Simon Valerius ergänzt: „Auch auf den Gebäuden sind Dachbegrünungen vorgesehen.“

Der Abstand der Wohngebäude sei für den innerstädtischen Bereich immer noch sehr groß, betonen Stadtrat Löbig und seine Mitarbeiter. Dass dort aber nicht nur ein kleiner Teil bebaut werden könne, habe einfache Gründe: „Eine Tiefgarage ist nur durch die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum finanzierbar“, sagt Valerius.

Die Sorgen, dass die angrenzenden Häuser an Wert verlieren, sieht die Stadtverwaltung nicht. Im Gegenteil: „Das ist eine Aufwertung, das hat positive Auswirkungen auf die Nachbarschaft“, ist sich Weise sicher. Der gesamte Bereich werde dann unter anderem für ältere Menschen als Wohnort sehr interessant.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare