Lebensmittelausgabe ist auf neue Freiwillige angewiesen

Tafel in Langen braucht Helferhände

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„Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge ist groß“, hat Vorsitzende Friedelgaard Pietsch (Mitte) beobachtet. Auch mit einem Engagement bei der Tafel sei vielen Neuankömmlingen geholfen, regt sie an. Das bestehende Helferteam freut sich über jedes neue Gesicht, das sich einbringen möchte.

Langen - Wenn die Tafel die Pforten öffnet, bilden sich regelmäßig Schlangen vor der Ausgabestelle an der Friedrich-Ebert-Straße. Unter den Lebensmittel-Empfängern sind zunehmend auch Flüchtlinge. Dass sie mitversorgt werden, ist für die Tafel-Mitarbeiter selbstverständlich. Von Cora Werwitzke

Gleichwohl stellt der immer größere Zuspruch die freiwilligen Helfer vor große Probleme. Denn während der Kreis der Bedürftigen wächst, stagniert die Anzahl der Ehrenamtlichen. Seit einem Dreivierteljahr hat die Tafel ihren wohltätigen Service von zwei auf vier Tage die Woche ausgebaut. So wird nach den Worten von Vorsitzender Friedelgaard Pietsch der Andrang zumindest ein bisschen entzerrt. Denn: „Es kommen immer mehr, inzwischen um die 60 bis 70 Personen pro Termin“, beobachtet die Tafel-Chefin mit Sorge. Sorge deshalb, weil die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer nicht mitwächst. „Wir sind dringend auf weitere helfende Hände angewiesen“, schlägt Pietsch Alarm. „Wir sind schließlich auch nicht mehr taufrisch“, sagt sie mit Blick auf viele Stammkräfte, die schon seit vielen Jahren mitanpacken und sich wünschen würden, dass sie auf Dauer etwas entlastet werden. Die Initiatorin der Langener Tafel nimmt sich dabei nicht aus und schreckt auch nicht davor zurück, auszusprechen, was niemand hören möchte: „Zu wenige Helfer gefährden die Existenz der Tafel. Das kann man ruhig so schreiben.“

Der stetige Zuwachs von bedürftigen Familien ist dabei nach den Worten der Vorsitzenden vor dem Hintergrund des Flüchtlingszustroms zu sehen. Der Anteil von Asylbewerbern unter den Empfängern sei in den vergangenen Monaten sehr stark gestiegen – „um mehr als ein Drittel“, gibt Pietsch eine Einschätzung ab. Oft sind es kinderreiche Familien, die auf die Lebensmittel der Tafel angewiesen sind. Sie teilen dieses Los mit Wohnsitzlosen, Arbeitslosen und Rentnern, die nur staatliche Grundsicherung erhalten. Zur Langener Tafel kommen auch Empfänger aus benachbarten Städten. Jeder darf sich maximal zwei Mal die Woche mit dem Nötigsten eindecken. Dem ehrenamtlichen Helferteam ist jeder willkommen. Seien es Freiwillige, die bei der Ausgabe helfen oder andere, die keine schweren Kisten scheuen, die mitunter in den Lebensmittelmärkten in der Region abgeholt werden müssen. Wie oft jemand kommen möchte, ist nach Pietschs Worten ganz egal. Die Mitarbeiter, von denen viele Rentner sind, haben untereinander organisiert, wer für was zuständig ist. Auch Finanzspritzen sind der Tafel jederzeit willkommen, da sie sich ausschließlich über Spenden finanziert. Kontakt: Tel.: 977551 oder 0171/3824023 (Friedelgaard Pietsch) sowie per E-Mail an info@langener-tafel.de.

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