Hilfsorganisation muss schon wieder neue Räume suchen

Langener Tafel: Hilferuf nach Kündigung

Langen - Die Langener Tafel unterstützt Hilfsbedürftige – doch jetzt benötigt die Einrichtung selbst Hilfe: Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in der Friedrich-Ebert-Straße 1 ist gekündigt, ein Nachfolgedomizil noch nicht gefunden. Deshalb hofft das Team um Vorsitzende Friedelgaard Pietsch auf Unterstützung von Langener Immobilienbesitzern. Von Markus Schaible 

Gerade einmal 14 Monate ist es her, da herrschte große Freude bei der Langener Tafel: Nach Jahren als Gäste im katholischen Gemeindezentrum St. Albertus Magnus konnte die Hilfsorganisation westlich der Bahnlinie in eigene Räume einziehen. Für die Helfer hat das den großen Vorteil, dass sie nicht mehr vor jeder Ausgabe alles auf- und hinterher wieder abbauen müssen; in der Folge des Umzugs konnte auch die Zahl der Ausgabetage erhöht werden. Doch nun, kurz vor Weihnachten, die Hiobsbotschaft: Nach dem Tod des Vermieters sollen die Räume am Wernerplatz (sowie ein benachbartes Ladenlokal) an einen Investor verkauft werden. Der Tafel wurde zum 31. Mai gekündigt.

Dabei ist das Angebot wichtiger denn je: „Wir versorgen pro Woche etwa 300 Menschen“, berichtet Friedelgaard Pietsch. An jedem der vier wöchentlichen Ausgabetage (montags ab 14, dienstags und freitags ab 11, donnerstags ab 12 Uhr) kämen fünf bis zehn neue Gäste. In jüngster Zeit seien zunehmend Flüchtlinge unter den Besuchern, vor allem Syrer, die teilweise auch aus der Notunterkunft im Neurott kämen. Diese würden dort zwar gut versorgt, betont Pietsch, aber für ein Gespräch oder ein Stück Kuchen seien sie sehr dankbar.

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Tafel in Langen braucht Helferhände

54 Helfer hat die Tafel aktuell – „alles engagierte Leute“, sagt die Vorsitzende. „Die Organisation klappt hervorragend!“ Die Supermärkte seien der Hilfseinrichtung sehr wohlgesonnen und auch die Bevölkerung unterstütze die Arbeit: „Gerade erst hat uns eine Langener Familie 8000 Euro gespendet“, berichtet Pietsch erfreut. Doch angesichts der Kündigung hat sie verständlicherweise trotzdem große Sorgen. Denn noch ist der Tafel-Vorsitzenden die langjährige Suche nach den aktuellen Räumen in lebhafter Erinnerung. Dass sie so kurz nach dem Einzug schon wieder nach einem Domizil Ausschau halten muss, trübt die Vorfreude auf Weihnachten doch gewaltig.

Selbstgemachtes für die Mittagspause

Benötigt werden Räume mit etwa 180 Quadratmetern für die Lebensmittelausgabe und den Wartebereich, damit die Gäste bei schlechtem Wetter nicht im Freien stehen müssen. Zudem ist ein Lagerraum vonnöten. Und vielleicht sei es ja sogar möglich, wieder wie früher eine kleine Bewirtung zu ermöglichen, sagt Pietsch.

Wer der Langener Tafel bei der Raumsuche behilflich sein kann, erreicht die Ausgabestelle unter 06103/9607053 oder die Vorsitzende unter 0171/3824023.

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