SPD besucht ZenJA-Modellprojekt

Tagesmütter-Betreuung der anderen Art

Langen - Tagesmütter werden weiter dringend gebraucht, aber die selbstständige Tätigkeit schreckt auch viele Interessenten ab. Das Langener ZenJA betreibt deshalb die externe Kinderbetreuungsstelle „Kiwo“. Die SPD-Fraktion hat das Modellprojekt besucht.

Kiwo steht kurz für Kinderwohnung und ist quasi eine externe Betreuungsstelle für Kleinkinder durch Tagesmütter. „Inzwischen gibt es einen Trend, dass Frauen sich zwar vorstellen können, als Tagesmütter zu arbeiten, aber nicht selbstständig freiberuflich tätig sein möchten. Einige bevorzugen es, gemeinsam mit anderen zu arbeiten“, erklärt Monika Maier-Luchmann vom Elternservice des Zentrums für Jung und Alt (ZenJA). Daher eröffnete das Mehrgenerationenhaus 2016 die Kiwo. Zehn Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren werden hier betreut. Das Modellprojekt habe sich in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits gut bewährt und werde deshalb auch weiter von der Stadt gefördert, erklärt Angelika Gottschling, SPD-Stadtverordnete und Mitglied im Sozialausschuss. „Hier sind sich alle Stadtverordneten zum Glück einig.“ 2019 und 2020 würden dafür jeweils 28.000 Euro in den Haushalt eingestellt. „Das ist sehr gut angelegtes Geld, wenn man weiß, dass damit zehn Kleinkinder unter drei Jahren bedarfsgerecht gut versorgt sind“, so Gottschling.

Das neue Betreuungskonzept wurde vom Elternservice des ZenJA entwickelt, der dabei als Arbeitgeber fungiert. Er mietete das Haus in der Östlichen Ringstraße 8 an, das Platz für zwei Gruppen mit je fünf Kindern unter drei Jahren bietet. Das ermöglicht Betreuung in anderen Räumen – also nicht bei den Tagesmüttern zuhause. Gleichzeitig kann der Elternservice den Kreis der Pflegepersonen erweitern und das Platzangebot für U-3-Kinder in Langen erhöhen. „Seit vielen Jahren gelingt es, über die Tagespflege zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen,“ erläutert Maier-Luchmann. Voraussetzung für diese Art der Betreuung sei normalerweise, dass die Tagespflegepersonen – hauptsächlich Frauen – über geeigneten Wohnraum verfügen. Mit dem Projekt Kiwo sei man davon unabhängig.

So können Eltern das kindliche Selbstbewusstsein stärken

„Weil Kinderbetreuungsplätze in Langen bekanntlich Mangelware sind, sind gute Ideen und der Mut zu neuen Wegen gefragt. Darum ist und war das ZenJA nie verlegen,“ sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Jansen. Die Mitglieder, begleitet von Landtagskandidatin Andrea Gerlach, lobten bei ihrem Besuch vor allem die liebevoll gestalteten Gruppenräume und den kindgerechten Garten des Hauses. Trotz der finanziellen Absicherung der Kiwo bleiben beim Elternservice noch Wünsche offen. „Wir hätten gerne, dass die Qualifizierung der Tagesmütter wieder hier vor Ort stattfinden kann“, so Maier-Luchmann. „Und es wäre wichtig, eine berufliche Perspektive für Tagesmütter zu entwickeln.“ Eine Weiterbildung zur Erzieherin sei immer noch mit vielen Hürden verbunden. (jrd)

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare