Technologiepark

Ein kleines Silicon Valley

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Im 3-D-Plan existiert er schon: Zwischen der bestehenden Wohnbebauung am Bahnhof (Triftstraße, ganz links) und dem Monzapark (rechts) soll der neue Technologiepark entstehen. Das Apartmenthaus (links) ist bereits genehmigt, daran anschließend könnte ein Hotel entstehen. Ein Parkhaus soll den P+R-Platz ersetzen und auch für die Firmen zur Verfügung stehen.

Langen - Noch ist es nur eine Vision: Westlich der Bahnlinie sollen in einem Technologiepark bis zu 3700 neue Arbeitsplätze entstehen. Von Markus Schaible

Noch ist es eine Vision, doch die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck an der Realisierung: Im Karree zwischen Bahnlinie, Pittlerstraße, Monzapark und Straße Am Weißen Stein soll ein Gewerbe- und Technologiepark entstehen. Ziel ist, zukunftsfähige Branchen ins Wirtschaftszentrum Neurott zu locken.

Geht es nach Bürgermeister Frieder Gebhardt und den Fachleuten der Verwaltung, soll auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Areal künftig das Herz des Hightech-Standorts Langen schlagen. „Es geht um ein Projekt, das in den kommenden Jahren bis zu 140 Millionen Euro an privaten Investitionen bewirken kann und möglicherweise bis zu 3700 Beschäftigte neu in unser Wirtschaftszentrum bringt“, umreißt Gebhardt die Dimensionen. „Und natürlich erhoffen wir uns zusätzliche Einnahmen bei der Gewerbesteuer.“

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Die Stadtwerke ziehen mit

Möglich werde das, da nach vielen Jahren der Uneinigkeit nun alle fünf Eigentümer in diesem Bereich an einem Strang ziehen, sagt Fachbereichsleiter Carsten Weise. Bisher ist das Gelände nur am westlichen Rand bebaut (bis vor einigen Jahren war dort die Einzelhandelskette Woolworth mit Logistik und Verwaltung ansässig), der Rest ist bis auf den Park-and-ride-Platz Brachland. Zwei der Grundstücke gehören Stadt und Stadtwerken.

Schlüssiges Konzept

Ein weiterer Grund für den Stillstand ist die nicht existierende Erschließung der zur Bahn hin liegenden Flächen. Dies soll sich ändern, wenn im März der Bau einer Straße samt „Datenautobahn“ beginnt. Dann können auch kleinere Flächen vermarktet werden, sagt Weise.

In einer 3-D-Grafik des Darmstädter Architekturbüros Lengfeld + Wilisch besteht der Technologiepark bereits. Gemeinsam mit der Stadtplanung habe dieses ein schlüssiges Konzept erarbeitet, ist sich Gebhardt sicher. „Wir verfolgen damit das Ziel, Büro-, Handels- und Forschungsflächen für die Ansiedlung von Unternehmen hauptsächlich aus der Technologiesparte zu schaffen.“

„Trotz des Schwerpunktes auf der gewerblichen Nutzung ist es Ziel, einen urbanen Lebensraum mit hoher Arbeits- und Aufenthaltsqualität in einem parkartigen, modernen städtischen Umfeld entstehen zu lassen“, heißt es in dem Konzept. Aus ökologischen Gründen ist eine starke Begrünung (auch der Dachflächen) vorgesehen. Die Gebäude sollen bis zu sechs Stockwerke hoch werden. Damit ein hochwertiger Bürostandort entsteht, sind Lagerflächen, Lagerhäuser, Tankstellen und Vergnügungsstätten ausgeschlossen.

Ein kostenpflichtiges Parkhaus

Verschwinden soll der Park-and-ride-Platz (der ursprünglich sogar erweitert werden sollte). „Wir gehen beim Parken nicht mehr in die Fläche, sondern in die Höhe“, sagt Weise. Sprich: Es wird ein Parkhaus errichtet. Was die Nutzer nicht freuen dürfte: „Das wird kostenpflichtig. Aber das ist immer noch günstiger, als mit dem Auto nach Frankfurt oder Darmstadt zu fahren und dort zu parken“, gibt der Fachbereichsleiter zu bedenken. Unter den Bürogebäuden werde es Tiefgaragen für die Mitarbeiter geben.

Vorgesehen ist auch ein Hotel – „der Bedarf ist da und es ist ein hervorragender Standort“, sagt Gebhardt. Eigentlich war ein Hotel auf der anderen Bahnseite im neuen Quartierszentrum angedacht, doch dort gebe es Konflikte mit den geplanten Läden. Das Hotel korrespondiere zudem mit dem Appartementhaus, dass voraussichtlich im Sommer an der Ecke Nassoviastraße/Am Weißen Stein und damit in direkter Nachbarschaft gebaut wird.

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Nächster Schritt für den Technologiepark ist die Aufstellung eines Bebauungsplans, der im dritten Quartal dieses Jahres beschlossen werden soll. Parallel dazu werden Investorensuche und Werbung auf einschlägigen Immobilienfachmessen bereits jetzt beginnen.

Eine erste Ansiedlung ist schon in der Planung: Die Advancis Software & Services GmbH, die gegenwärtig im benachbarten Monzapark beheimatet ist, hat an der Nordwestecke des künftigen Technologieparks ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück erworben und möchte dort zeitnah einen Bürokomplex hochziehen.

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