Tempo 70 und akustische Warnung

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So hat es nach einem der schwereren Unfälle auf der B486 ausgesehhen - der Langener Dr. Frank Naujoks setzt sich für Entschärfung der so genannten Todeskurve ein.

Langen ‐ Dr. Frank Naujoks ist Notarzt und auf dem Weg zu seiner Dienststelle nahezu täglich auf der Bundesstraße 486 zwischen Langen und Offenthal unterwegs. Immer wieder erlebt er gefährliche Situationen, wenn aus Offenthal kommende Autofahrer die so genannte Todeskurve schneiden, also auf die Gegenfahrbahn geraten. Von Frank Mahn

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Nach seiner Meinung könnte der neuralgische Punkt mit geringem Aufwand entschärft werden, zum Beispiel durch eine doppelt durchgezogene Mittellinie aus einem Material, das beim Überfahren deutliche Rollgeräusche erzeugt – eine akustische Warnung also zur Erhöhung der Aufmerksamkeit. Diese Anregung hat Naujoks in einem Brief an den Magistrat formuliert, zudem ist er in der Sprechstunde von Bürgermeister Frieder Gebhardt vorstellig geworden. „Ich halte das durchaus für sinnvoll“, sagt der Rathauschef auf Nachfrage der Redaktion.

Auch die von Naujoks vorgeschlagene Einführung von Tempo 70 würde nach Einschätzung Gebhardts „die Verkehrssicherheit auf der gesamten Strecke entscheidend erhöhen“. Das zuständige Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Frankfurt sieht derzeit allerdings keine Notwendigkeit, stellt aber immerhin einen Ortstermin in Aussicht.

Langener Verwaltung ist nicht zuständig

Naujoks hat die Initiative ergriffen, weil sich Ende November ein schrecklicher Unfall auf dem Abschnitt ereignete, bei dem zwei Menschen ihr Leben ließen. Naujoks empfindet die Kurve und das davor und dahinter liegende Teilstück als „gefährlich und entschärfungswürdig“. Mit einer „geräuschvollen“ Mittellinie oder kleinen Warnbaken in der Fahrbahnmitte könnte kostengünstig Abhilfe geschaffen werden, meint der Mediziner. „Auch eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer im Kurvenbereich würde zur Verbesserung der Sicherheit beitragen.“ Derzeit dürfen Autofahrer mit 100 km/h unterwegs sein.

„Ich würde die Umsetzung der Vorschläge begrüßen“, sagt Bürgermeister Gebhardt und macht mit dieser Formulierung das Problem deutlich: Die Langener Verwaltung ist nicht zuständig, sie hat Naujoks’ Brief deshalb an das ASV Frankfurt weitergeleitet. Dort sieht man keinen akuten Handlungsbedarf, auch weil der Unfall von Ende November – nach allem was bekannt ist – nicht ursächlich auf die Kurve zurückzuführen ist. Die Polizei geht nach wie vor davon aus, dass die Frau aus Rödermark, die mit einem entgegenkommenden Wagen zusammenstieß, am Steuer das Bewusstsein verloren hat.

Unter Umständen kommt aber doch noch Bewegung in die Sache. Nach Angaben von ASV-Pressesprecher Dr. Bernhard Külzer ist eine Ortsbesichtigung unter Beteiligung der Straßenverkehrsbehörde des Kreises und des Langener Ordnungsamts geplant. Der Termin ist noch offen. Bei der Polizei gilt der Abschnitt von den Unfallhäufigkeitszahlen als „eher unauffällig“. Der Begriff „Todeskurve" aber hat sich bei vielen Polizisten und Rettungskräften eingebürgert.

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