700 Schnelltests an einem Samstag

Testcenter Langen: Bennedict Hanel hat zusätzliche Räume in der Stadthalle bezogen

Viel zu tun: Im März hat Bennedict Hanel das Schnelltestcenter Langen an der Bahnstraße eröffnet. Mittlerweile beschäftigt der Student 20 Angestellte und testet seit Neuestem auch im Untergeschoss der Stadthalle.
+
Viel zu tun: Im März hat Bennedict Hanel das Schnelltestcenter Langen an der Bahnstraße eröffnet. Mittlerweile beschäftigt der Student 20 Angestellte und testet seit Neuestem auch im Untergeschoss der Stadthalle.

Das Testcenter Langen hat größere Räumlichkeiten in der Stadthalle bezogen. Die Nachfrage ist hoch, das Unternehmen des 22-jährigen Zahmedizinstudenten Bennedict Hanel wächst schnell: Er beschäftigt mittlerweile 20 Angestellte. 

Langen – Welche Ausmaße das Ganze annehmen würde, hat Bennedict Hanel nicht ahnen können. Vor knapp zwei Monaten, als ihm das Kreis-Gesundheitsamt die Genehmigung erteilte, die kostenlosen Bürgertests vornehmen und abrechnen zu dürfen, sollte er angeben, wie viele Corona-Tests er wohl so im Monat durchführen würde. „Ich war mal optimistisch und habe 150 eingetragen“, erinnert er sich. Eine grobe Fehleinschätzung, die er schnell nach oben korrigieren musste: „Wenn wir jetzt 150 Tests an einem Tag haben, ist das wenig.“

Das Testcenter Langen, das der 22-Jährige im März eröffnet hat, ist rasant gewachsen. Die kostenlosen Schnelltests sind gefragt – erst recht seit den jüngsten Lockerungsschritten, die den Besuch der Gastronomie mit negativem Ergebnis ermöglichen. Daher hat Hanel sein Testcenter deutlich vergrößert und nun zusätzliche Räumlichkeiten in der Stadthalle bezogen. Diese stellt die Stadt ortsansässigen Ärzten und Apotheken zur Verfügung, die in ihren eigenen Immobilien nicht genügend Platz zum testen haben (wir berichteten). „Der Andrang war groß, die Kapazität hat nicht mehr gereicht“, erklärt Jungunternehmer Hanel, dessen Testcenter an die Zahnarztpraxis seines Vaters Dr. Patrick Hanel angedockt ist. Die Räumlichkeiten in der Bahnstraße 34 nutzt er aber weiterhin.

Auch beim Personal hat sich einiges getan: Legte Bennedict Hanel vor zwei Monaten noch alleine, unterstützt durch lediglich eine Assistentin, los und übernahm die meisten Rachenabstriche selbst, beschäftigt er mittlerweile 20 Angestellte. Zu seinem Personal gehören unter anderem eine studierte Zahnärztin und eine chirurgische Assistentin, um Aufgaben wie die Anmeldung kümmern sich Studenten auf 450-Euro-Basis. Alle wurden vorab durch einen Arzt unterwiesen und mussten ein Zertifikat bei den Johannitern erwerben.

In der Stadthalle, wo auch die Oberlinden-Apotheke ein Schnelltestzentrum betreibt, haben Zahnmedizinstudent Hanel und sein Team zwei Tagungsräume bezogen, die gegenüber des Biergartens liegen. Der Zugang erfolgt über den Parkplatz hinter dem Hallenbad, die Räumlichkeiten sind sieben Tage die Woche geöffnet. In der Bahnstraße wird von Montag bis Freitag getestet. „Unter der Woche ist es recht ruhig, aber am Wochenende ist hier richtig was los, dann wollen die Leute ins Restaurant oder in den Biergarten“, sagt Hanel. „Letzten Samstag waren wir komplett ausgebucht, da haben wir fast 700 Tests gemacht.“ Kurzerhand habe er daraufhin weitere Termine in der Bahnstraße angeboten. „Das lief auch gleich voll.“

Öffnungszeiten

Das Testcenter Langen ist Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags (nur Stadthalle) gibt es Termine zwischen 10.30 und 16 Uhr. Eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig, aber möglich auf testcenter-langen.de, unter 0157 38333422 oder info@testcenter-langen.de.

Auch an der Janusz-Korczak- und der Erich-Kästner-Schule ist Hanel mittlerweile an vier Tagen die Woche vor Ort. Im Auftrag der beiden Förderschulen testet er morgens alle Schülerinnen und Schüler, die zu einem Selbsttest nicht in der Lage sind. Zudem verfügt das Testcenter Langen mittlerweile auch über eine Beauftragung für kostenlose PCR-Tests. Sprich: Fällt das Ergebnis des Antigen-Schnelltests positiv aus, kann die betroffene Person bei Hanel einen genaueren PCR-Test machen, um das Ergebnis zu bestätigen.

Die aktuelle Debatte um den Betrug bei der Abrechnung der Schnelltests verfolgt Hanel mit Interesse, wenngleich sie ihn nicht überrascht. „Ich war selbst erstaunt, wie einfach das ist. Man muss tatsächlich nur am Ende des Monats eine Zahl ins System eintragen. Ehrlich gesagt wundert es mich nicht, dass damit Schmu betrieben wird“, sagt Hanel, der jedoch klarstellt: „Bei uns läuft alles koscher ab.“ Jeder Patient müsse beim Test ein Dokument unterschreiben. „Wenn jemand das prüfen will, kann er gerne vorbeikommen und im Keller die 40 Ordner durchblättern.“ (Manuel Schubert)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare