Vorführungen in der Stadthalle

Theater im Zeichen der Inklusion

+
Sie haben viel Spaß bei den gemeinsamen Proben: Die Schauspieler des Wohnverbundes Langen der Behindertenhilfe und die Laiendarstellen aus Sickenhofen bereiten sich auf die beiden Aufführungen der Komödie „Des Kaisers neue Kleider“ vor.

Langen - Die Proben sind in vollem Gange, die Aufführungstermine stehen fest, die Nachfrage nach den kostenlosen Eintrittskarten ist enorm:

Die Theatergruppe „Die Tuckerfrauen und Tuckermänner“ und das Sickenhöfer Laientheater „SiLT“ führen am 15. April in der Stadthalle und am 17. April im Sportheim Erzhausen das Stück „Des Kaisers neue Kleider“ auf. Es ist ein ambitioniertes Projekt im Zeichen der Inklusion: Das Schauspielerpaar Franziska und Jan Bareins hat die Komödie „Des Kaisers neue Kleider“ (nach dem Märchen von Hans Christian Andersen) so umgeschrieben, dass Menschen mit und ohne Behinderung sie zusammen aufführen können.

Seit Monaten nun treffen sich die Mitglieder der Theatergruppe „Die Tuckerfrauen und Tuckermänner“ des Wohnverbundes Langen der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach einmal in der Woche mit Schauspielern der Sickenhöfer Laientheatergruppe zum Proben. „Die Lust, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und diese mit Leben zu füllen, ist dabei das Verbindende“, sagt Mira Traxler von der Behindertenhilfe.

Von der seit langen Jahren bestehenden Malgruppe des Wohnverbundes werden parallel dazu die Kulissen vorbereitet. „Während die Aufführung der Höhepunkt ist, worauf eifrig hingearbeitet wird, ist der Prozess der Vorbereitung das Wichtige an dem Projekt“, erklärt Robert Maßholder, Leiter der Region West des Wohnverbundes Langen: „Dabei finden die Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung statt. Aber auch das kreative Erleben im Theaterspiel sowie das Entwerfen der Bühnendekoration sind von großer Bedeutung.“

Und Mira Traxler ergänzt: „Alle an der gemeinsamen Theaterproduktion Beteiligten erweitern ihren Erfahrungshorizont, schärfen ihre Wahrnehmung, Beobachtung und Spontaneität. Im Mittelpunkt der Proben stehen ganz klar die Begegnung, das gemeinsame Entdecken der eigenen Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten sowie nicht zuletzt die reine Freude am Spielen. Das Thema Behinderung rückt in den Hintergrund. Schließlich begeben sich alle Teilnehmer miteinander in neue Situationen und erfahren Neues und Ungewohntes.“

Die Bühnen- und Regiearbeit leisten die professionellen Theaterpädagogen und Choreografen Franziska und Jan Bareins, Gründer der Kulturwerkstatt Goldbach. Mit Gruppen- und Improvisationsübungen sowie dem Einsatz verschiedener Musikinstrumente gestalten sie das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen. Das Medium Theater bietet hervorragende Möglichkeiten, Persönlichkeit und individuelle Fähigkeiten auszubauen – völlig unabhängig von Beeinträchtigungen und Behinderungen.

Die Aktion Mensch fördert die Gruppe mit insgesamt 5 000 Euro. Von dem Zuschuss werden Sach- und Honorarkosten finanziert. „Ohne diese Förderung hätte das Projekt definitiv nicht realisiert werden können“, betont Claudia Kamer vom Verein Behindertenhilfe, zuständig für Fundraising und Projektförderung.

Die Aufführung in der Stadthalle findet statt am Freitag, 15. April, von 19 bis etwa 21 Uhr. In Erzhausen wird die Komödie in zwei Akten gezeigt am Sonntag, 17. April, im Sportheim, Heinrichstraße 40. Beginn: 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Platzreservierung und Abholung der Platzkarten für die Stadthalle: Albrecht-Tuckermann-Wohnanlage (Tel.: 06103/57166-31 oder 0162 2153849, Zinkeysenstraße 14). Reservierung/Abholung Erzhausen: Michaela Niemuth (Tel.: 06150/991127, Friedrich-Ebert-Straße 40) oder Reisebüro Thomaschautzki (06150/84654, Bahnstraße 62). Die Spielorte sind barrierefrei, für zusätzliche Rollstuhlplätze im Zuschauerraum ist gesorgt. (ble)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare