Gitarre und Cowboyhut sind seine Markenzeichen

Musikalische Zeitreise für alle Geschmäcker mit Tommy Scharf

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„Father & Son“: Beim dreistündigen Konzert-Heimspiel von Tommy Scharf steht Sohnemann Ben dem Lokalmatadoren – Markenzeichen Gitarre und Cowboyhut – zur Seite.

Langen - Wann bekommt man schon mal Neil Young, The Eagles, Joe Cocker, R.E.M, Pink Floyd, George Harrison und viele weitere Weltmusiker an einem Abend live geboten? Von Sina Gebhardt 

Tommy Scharf hat die ganze Bandbreite der Rock- und Country-Klassiker in seinem Repertoire und brachte sie am Samstag bei seinem „Heimspiel“-Konzert in die Stadthalle. Begleitet von Freunden und langjährigen Weggefährten, nimmt der Langener Lokalmatador sein Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise, bei der jeder Geschmack bedient wird.

Scharfs Fans sind zahlreich erschienen und feuern den Sänger und Gitarristen mit Begeisterung an. Mit Cowboyhut auf dem Kopf und Westerngitarre in der Hand macht das musikalische Urgestein den Auftakt mit Country-Hits á la George Straits „One Night at a Time“ oder dem Klassiker schlechthin: „Achy Breaky Heart“. Seine kernige und doch sanfte Stimme fügt sich dabei gut in das gitarrenlastige erste Set des Abends ein, bei dem ihn unter anderem Sohn Benjamin gesanglich unterstützt. Dessen hellere und klarere Stimme sorgt für etwas Abwechslung bei den rhythmisch oftmals ähnlichen Musikstücken, die freilich mit Albert Hammonds „I’m a Train“ einen großartigen Abschluss finden.

Eine lebendige, charmante Moderation ist nicht unbedingt Scharfs Stärke, auch wenn der Allrounder im Laufe des Abends auftaut. Stattdessen konzentriert er sich auf die Musik und holt mit dem „Unplugged Project“ sein nächstes Bandprojekt auf die Bühne. Wie der Name schon erahnen lässt, steht hier rein akustische Musik ohne elektrische Soundeffekte im Vordergrund, was gerade bei Pink Floyds „Wish You Were Here“ hervorragend funktioniert, auch weil Scharf seine zuvor weiche Stimme anpasst und rauer und rauchiger singt. Überraschender allerdings, dass die Band sich an Jimmy Hendrix heranwagt. „Ohne E-Gitarre, aber nicht weniger spektakulär“, verspricht Scharf – ein Versprechen, das sich natürlich nicht halten lässt, wenn man sich an einem Künstler versucht, mit dem man einem Vergleich nicht standhalten kann.

Umso besser dafür wieder „Lady in Black“ von Uriah Heep – zumindest zeitweilig. Bis sich ein zu engagierter Zuschauer mit dreister Selbstverständlichkeit auf die Bühne und ans unbesetzte Schlagzeug begibt. Das sorgt gerade beim eigentlich leisen Ausklang für Disharmonien und der Ruhestörer wird anschließend ohne viel Aufhebens von der Bühne geführt. Bemerkenswert: Scharfs Gelassenheit. „Wie gesagt, wir sind eine Unplugged-Band und mögen die leisen Töne“, kommentiert er ruhig die unerwünschte Störung.

Ohne weitere Zwischenfälle kann die nächste Besetzung „Best-of Duo & Sons“ mit Rock-Pop-Klassikern dem Publikum einheizen. Spätestens bei „American Pie“ hält es viele nicht mehr auf den Stühlen und der hintere, unbestuhlte Bereich des Saals wird zur Tanzfläche. „Ich habe ein breites Betätigungsfeld“, scheint Scharf sich zu rechtfertigen, wenn er zum Abschluss das Kontrastprogramm auffährt: Gemeinsam mit den Sterzbach Buben gibt es zu bekannten Melodien hessische Mundart mit Schlagercharakter. Nach zuvor gespielten Meisterwerken wie „Stairway to Heaven“ und „Hotel California“ erinnert das letzte Set des Abends somit eher an Rausschmeiß-Musik. So werden die Fans nach drei Konzertstunden mit der Zugabe „Country roads, take me home“ nach Hause geschickt.

IGEVA in Stadthalle Langen: Bilder

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