Umbau im Jugendzentrum

Tischkicker hat noch ein Plätzchen gefunden

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Auch im Ausweichquartier lässt sich’s kurbeln – noch bis Ende März geht’s im Juz etwas enger zu als üblich.

Langen - Im Jugendzentrum wird der Bistro-Bereich umgebaut, die Galerie ist gesperrt. Das führt dazu, dass alle ein bisschen enger zusammenrücken müssen.

Sozialarbeiterin Gesine Joachim kann der Sache durchaus auch positive Seiten abgewinnen: „Die einzelnen Altersgruppen und Cliquen rücken näher zusammen. “.

Es ist ein ganz normaler Mittwochnachmittag im Jugendzentrum: Auf den Sesseln und Sofas im Flur sitzen Grüppchen, im Saal üben die DJs, die Boxgruppe trainiert im Sportraum, oben drüber feilt das Party-Team am Konzept für die nächste Fete und am Tischkicker wird eifrig gekurbelt. Mittendrin kommt Gesine Joachim kaum zum Erzählen – „Wo kann ich mich noch für den Ausflug anmelden?“ – „Schließt du mal auf, ich muss hier schnell rein“, schallt es ihr von verschiedenen Seiten entgegen, während sie beinahe gleichzeitig einen Streit schlichtet und Fragen ihrer Kollegen beantwortet.

Ein offenes Ohr für die Juz-Besucher

Die Chefin der Koordinationsstelle Jugendarbeit hat Bistro-Dienst und ohnehin – wie ihre fünf Kollegen auch – stets ein offenes Ohr für die Juz-Besucher. Der Trubel mit recht hohem Lärmpegel ist für sie gewohnter Alltag. Eigentlich will sie erzählen und zeigen, wie es im Haus zugeht, während das Bistro umgebaut wird und die Galerie ebenfalls gesperrt ist. In einem Nebengebäude, das sonst als Lagerraum dient, stehen jetzt Sofas, Spiele und der Tischkicker hat dort auch noch ein Plätzchen gefunden. „Die vorübergehende Enge hat einen positiven Nebeneffekt“, erzählt Gesine Joachim. „Die verschiedenen Gruppen lernen sich kennen und machen was gemeinsam.“ Vor allem Gruppenspiele seien auf dem begrenzten Raum stark im Kommen. „Das alles ist ganz im Sinne unserer Jugendarbeit.“

Als Beispiel schildert Gesine Joachim die Szenen, die sich rund um die DJs abspielen. Die vier 14- bis 15-jährigen Jungs legen bei den Juz-Partys auf. Dreimal die Woche beschallen sie zu Übungszwecken den Saal. Die Musikstile sind vielseitig – Pop, Hip-Hop, House – „alles, wozu man tanzen kann“, fasst DJ Ado alias Dalibor Milic zusammen. „Wir sind alle anders, aber irgendwie auch gleich, jeder bringt zum Beispiel Musik aus seinem Land mit“, erläutert der 14-Jährige und gibt eine Kostprobe: „Yugo-Musik“, erläutert er knapp und widmet sich wieder der Playlist auf dem Smartphone.

„Über die Partys den Weg ins Juz gefunden“

Sie beschallen das Jugendzentrum nicht nur bei Partys, sondern auch zu Übungszwecken: Vier DJs – alle 14 und 15 Jahre – haben im Juz schon eine kleine Fangemeinschaft.

Um die Jungs herum sitzen, plaudern und tanzen ein gutes Dutzend weitere Jugendliche etwa im gleichen Alter. „Diese Gruppe hat über die Partys den Weg ins Juz gefunden“, berichtet Gesine Joachim. Ein weiteres Beispiel zeige, wie sich zentrale und dezentrale Jugendarbeit ergänzen: Während des Winters waren die Skater auch noch mit von der Partie und haben ihre Hindernisse im Saal aufgestellt und mit musikalischer Begleitung ihre Fahrten und Tricksprünge geübt. Sobald der Schnee geschmolzen war, zog es die Jungs auf den schnellen Rollen natürlich wieder nach draußen auf ihre Anlage an der Zimmerstraße.

Bis Ende März soll der Bistrobereich umgebaut sein. Nach den Ferien, hofft Gesine Joachim, sind Bistro und Galerie wieder betriebsbereit. Dankbar ist sie für die tatkräftige Unterstützung der Jugendlichen. „Sie haben beim Ausräumen und Abriss der alten Theke geholfen und gemeinsam den Ausweichraum eingerichtet“, lobt die Pädagogin. Überhaupt sei die Bauzeit nicht zuletzt dank der Eigeninitiative der jungen Leute bislang sehr positiv verlaufen und die Besucherzahl erfreulich hoch.

cor

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