Notizbuch der Woche

Kommentar: Ungeahnter Optimismus

Der Haken steckt im Konjunktiv. Abhängig von den bewilligten Fördermitteln des Landes und den städtischen Finanzen „könnte“ die Umgestaltung von oberer Bahnstraße, Lutherplatz, Romorantin- und Long-Eaton-Anlage Anfang 2011 beginnen, sagt Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider. Von Frank Mahn

Dennoch: Der Magistrat legt in Sachen Innenstadt ungeahnten Optimismus an den Tag. Den möchte der Berichterstatter ja gerne teilen, allein: Es fehlt der Glaube. Der Zeitplan, den die Stadtregierung jetzt vorgestellt hat, ist jedenfalls ziemlich ehrgeizig und setzt voraus, dass kein Störfeuer dazwischen kommt. Nach all den Diskussionen in den vergangenen Jahrzehnten, die in einem reichlich dilettantischen Einbahnstraßen-Test gipfelten, würde es an ein Wunder grenzen, sollten zu Beginn des nächsten Jahres tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben, vielleicht wird dieser Anlauf nicht zerredet.

Spannend bleibt es auch im Neurott. Der Magistrat hat die Pläne für die „Nachverdichtung“ der ehemaligen Housing Area überarbeiten lassen. Herausgekommen ist ein abgespeckter Entwurf, der weniger Wohneinheiten vorsieht als ursprünglich geplant waren. Ob er diesmal den Vorstellungen der Fraktionen entspricht, werden die nächsten Beratungen zeigen. Ein bisschen gestärkt dürfen sich die Anwohner des Stadtteils fühlen, die um ihre Lebensqualität fürchten und gegen die aus ihrer Sicht überdimensionierten Pläne protestiert haben. Aber was immer letztlich gebaut wird: Bis es losgeht, fließt noch viel Wasser den Sterzbach runter.

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