1 110 fehlen noch

Ungebremster Zuzug: Langen knackt bald Marke von 40 000 Einwohnern

Langen wächst rasant: Auch im neuen „Aranda Quartier“ an der Elisabeth-Selbert-Allee sind bereits viele Häuser bezogen.
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Langen wächst rasant: Auch im neuen „Aranda Quartier“ an der Elisabeth-Selbert-Allee sind bereits viele Häuser bezogen.

1 110 fehlen noch: Mit 38 890 Menschen leben so viele Menschen in Langen wie noch nie (Stand: 31. Dezember 2020). Rechnet man noch die 427 Nebenwohnungen dazu, kommt die Stadt sogar auf eine Bevölkerungszahl von 39 317. Die Grenze von 40 000 dürfte also mit Blick auf großen Wohnungsbauprojekte – speziell im Neubaugebiet Liebigstraße – bald geknackt werden.

Langen – Bürgermeister Jan Werner freut sich laut einer Mitteilung aus dem Rathaus einerseits über den Bevölkerungszuwachs – andererseits erfordere dieser aber auch enorme Anstrengungen von der Stadtverwaltung, um die erforderliche soziale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Er hofft deshalb auch weiterhin auf die Unterstützung der Stadtverordnetenversammlung bei der Schaffung dringend benötigter Kitaplätze sowie dem Ausbau der Ganztagsbetreuung an Schulen und von Vereins- und Sportstätten. „Der Zuzug von Neubürgern wird in diesem Jahrzehnt ungebremst auf die Stadt zukommen. Wir können immer nur auf die jeweilige Entwicklung reagieren, statt zu agieren“, sagt der Bürgermeister.

2020 ist die Einwohnerzahl allerdings gar nicht so sehr in die Höhe geklettert, wie viele angesichts der bereits bezogenen Neubauten erwartet hatten: Die Anzahl der Bürger mit Hauptwohnsitz in Langen stieg von 38 651 nur um 239. Die Zahl der Nebenwohnungen sank gar in den beiden vergangenen Jahren deutlich: Ende 2018 waren es noch 1 004 gewesen, Ende 2019 fanden sich 563 in der Statistik des Einwohnermeldeamts.

Grund dafür ist die neu eingeführte Zweitwohnungssteuer: 2019 wurden Besitzer von Nebenwohnungen darüber informiert, 2020 musste die Steuer dann erstmals bezahlt werden. „Das führte zur Abmeldung von Nebenwohnungen im Haus der Eltern, die gar nicht mehr genutzt wurden oder bei denen beim Auszug schlichtweg vergessen wurde, sie abzumelden“, erklärt Heike Kahse, Fachdienstleiterin des Bürgerbüros. Somit kann die aktuelle Zahl 427 als relativ realistisch angesehen werden, was tatsächlich genutzte Zweitwohnungen angeht.

Ein genauer Blick in die Statistik offenbart, dass Langen eine multikulturelle Stadt ist. Die Zahl der Bürger ohne deutschen Pass ist vergangenes Jahr leicht von 8 009 auf 8 106 gestiegen; der Ausländeranteil lag zum Jahreswechsel bei 20,84 Prozent.

Die deutsche Staatsbürgerschaft haben 30 784 Langener. Angehörige von weiteren 112 Ländern leben derzeit in der Sterzbachstadt. Größte Gruppe sind türkische Staatsangehörige (894), gefolgt von jeweils 644 Afghanen und Kroaten sowie 605 Italienern. Das andere Extrem: Aus 15 Ländern lebt jeweils nur ein Mann oder eine Frau in Langen – das sind Argentinien, Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Hongkong, Litauen, Mali, Mongolei, Myanmar, Nepal, Nicaragua, Bolivien, Tadschikistan, Trinidad und Tobago sowie die Karibikinsel St. Kitts und Nevis.

Von den 38 890 Bewohnern sind 6 125 unter 16 Jahre alt (3 017 Mädchen, 3 108 Jungen). Die 32 765 Über-16-Jährigen teilen sich auf in 16 034 Männer und 16 731 Frauen. Auch über die Religionszugehörigkeiten gibt die Statistik des Einwohnermeldeamts Auskunft: In Langen leben 8 136 Mitglieder der Evangelischen und 7 796 der Katholischen Kirche. Sonstigen Glaubensgemeinschaften gehören 345 Bürger an. Erfasst werden allerdings nur die als Körperschaften in Deutschland anerkannten Glaubensrichtungen, für die in der Regel auch Kirchensteuer erhoben wird. Muslime werden etwa nicht mitgezählt. (msc)

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