Erfolgreich oder zu teuer?

Unterschiedliche Ansichten zu Kita-Fachtag

Langen - Bei einem Kita-Fachtag haben Erzieher, Politiker und andere Fachleute vergangenen Herbst versucht, Auswege aus der angespannten Betreuungssituation zu finden. Im Sozialausschuss wurden nun die Ergebnisse diskutiert.

„Immer wieder hören wir, wie groß die Nachfrage nach Kita-Betreuungsplätzen in Langen ist und dass die Wartelisten trotz aller Anstrengungen länger und länger werden. Die SPD-Fraktion stellte nicht zuletzt deshalb im vergangenen Jahr den Antrag, einen Kita-Fachtag mit externen Fachleuten durchzuführen, um die Situation zu beleuchten und weitere Lösungen zu finden“, erinnert Angelika Gottschling, Mitglied der SPD-Fraktion im Sozialausschuss. Jetzt liegen die Ergebnisse der Veranstaltung vom November vor. Dazu zählt neben einer differenzierten Bestandsaufnahme mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Zusammenhänge eine umfangreiche Ideensammlung, die von Platzsharing bis Waldkindergarten reicht, und auch die zusätzlichen Möglichkeiten von Personalgewinnung und Zufriedenheit der Betreuer beleuchtet.

„Eine bloße Kenntnisnahme dieser Ergebnisse im Sozialausschuss reicht uns aber nicht“, betont SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Jansen. „Wir wollen, dass jetzt zügig Taten folgen.“ Die SPD-Fraktion hat daher im Ausschuss einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der den Magistrat beauftragt, alle Vorschläge und Ideen zu bewerten, auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen und der Stadtverordnetenversammlung dazu einen Zeit- und Finanzierungsplan zur Beschlussfassung vorzulegen.

„Wir sind froh, dass unser Dringlichkeitsantrag einstimmig beschlossen wurde“, freut sich Angelika Gottschling. „Das verdeutlicht erneut, dass alle im Stadtparlament vertretenen Parteien daran interessiert sind, die Betreuungssituation in unserer Stadt weiter zu verbessern.“ Einig sei man sich deshalb auch gewesen, die Ergebnisse dem Sozialausschuss schon bei der nächsten Sitzung im März vorzulegen. „Dann haben wir die Möglichkeit, zügig weiter zu beraten und entsprechende Beschlüsse zu fassen.“

Nicht ganz so positiv wie die Sozialdemokraten bewertet Joost Reinke (Die Linke; im Ausschuss nicht stimmberechtigt) die 80 Seiten umfassende Auswertung des Fachtags. Kern seien vier Seiten Ideen, „die mehr oder weniger geordnet einfach aufgelistet wurden“. Dafür hätte es aus Reinkes Sicht nicht zweier Fachmoderatoren bedurft, die „am meisten durch ihre dezente Zurückhaltung auffielen“ und deren Verpflichtung über die Hälfte der knapp 7000 Euro Veranstaltungsbudget verschlungen habe. Zudem kritisiert der Linke die schwache Beteiligung von Kommunalpolitikern und das komplette Fehlen von Vertretern der „Freien Träger“ von Betreuungseinrichtungen. Und Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) habe zugegeben, dass die Verwaltung in der Ideensammlung nichts grundsätzlich Neues gefunden habe. Reinkes Fazit: „Dieser Fachtag war überdimensioniert und überteuert.“ (ble)

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Rubriklistenbild: © dpa

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