Leonore Poetsch zurück von WM in Uruguay

Unvergesslicher Südamerika-Trip

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Weltreisende in Sachen Schach: Leonore Poetsch (rechts), auf dem Bild kurz vor dem Spiel gegen die Finnin Venla Lymysalo, behält die WM-Wochen in Montevideo in bester Erinnerung.

Langen - Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen . . . So verhält es sich bei Leonore Poetsch. Die 16-Jährige hat dem Schachklub Langen eine Premiere beschert, ist sie doch das erste aktive Mitglied, das den Verein bei einer Weltmeisterschaft vertreten hat. Von Holger Borchard 

Als deutsche Vizemeisterin ist Poetsch mal eben auf die andere Seite des Atlantiks nach Uruguay gereist, um bei der kürzlich in Montevideo zu Ende gegangenen Jugendweltmeisterschaft am Schachbrett zu sitzen.
Rein sportlich hätte der Südamerika-Trip durchaus besser laufen können, aber die erste Enttäuschung hat Poetsch verwunden. „Das Turnier hatte für mich zwei Hälften. Die erste lief recht gut, die zweite ausgenommen schlecht“, resümiert sie. Nach elf WM-Runden standen für die Spielerin des Langener Zweitliga-Damenteams 4,5 Zähler zu Buche, die Rang 44 unter 60 Teilnehmerinnen bedeuten.

„Nach tollem Start mit drei Punkten aus fünf Spielen hat Leonore in der zweiten Turnierhälfte einige Fehlentscheidungen getroffen, die ihr im Sommer bei der Deutschen Meisterschaft nicht unterlaufen wären“, kommentiert Vater Gero, der seine Tochter zum Turnier begleitete und Sekundant spielte. „Aber dass es mit dem angepeilten Platz im vorderen Mittelfeld nichts geworden ist, soll und wird sie keinesfalls entmutigen.“

Auch wenn die Uruguay-Reise mit gut 80 Stunden Schach binnen knapp zwei Wochen „keinesfalls eine Ferienreise“ war, wie Tochter und Vater betonen, blieb natürlich Zeit, um Land und Leute kennenzulernen. „Das alles wird mir auch in bester Erinnerung bleiben“, sagt Poetsch. „Beeindruckt haben mich zum Beispiel der freundschaftliche Umgang unter allen Turnierteilnehmerinnen und die gute Stimmung im deutschen Team. Und selbstverständlich ist es etwas Besonderes, Spielerinnen aus elf Nationen gegenüber zu sitzen.“ Nicht zuletzt bleibe das Erlebnis Montevideo. „Die Stadt bietet so viele interessante Ecken, die wir besichtigt haben und dabei konnte ich sogar meine Spanischkenntnisse auspacken. Die weite Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt.“

Besucheransturm auf dem Langener Markt: Bilder

Die Schülerin möchte sich nun vor allem auf das anstehende Abitur konzentrieren. An den deutschen Jugendmeisterschaften kann sie in den nächsten zwei Jahren noch teilnehmen und weitere Anläufe zu WM-Teilnahmen starten. „Die Motivation dafür habe ich mit dem Erlebnis Uruguay definitiv getankt.“

Mehr zu Leonore Poetschs WM-Partien und bald auch wieder zur zweiten Damen-Bundesliga (Saisonstart 14. Oktober) auf der Website des Schachklubs unter www.sklangen.de

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