Anzeige erstattet

Langen: Unbekannte beschädigen Gedenkplakate für Terror-Opfer von Hanau

Abgepult: Die Plakate, die an die Opfer von Hanau erinnerten, hingen im gesamten Stadtgebiet.
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Abgepult: Die Plakate, die an die Opfer von Hanau erinnerten, hingen im gesamten Stadtgebiet.

Die Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ hat mit Plakaten der Opfer des Terroranschlags in Hanau gedacht. Nun wurden sie von Unbekannten beschädigt.

Langen – Bei „Vielfalt in Langen“ herrscht Fassungslosigkeit. Anlässlich des Jahrestags des rassistisch motivierten Terroranschlags in Hanau hatte die Initiative im gesamten Stadtgebiet Gedenkplakate aufgehängt. Diese sind jedoch von Unbekannten beschädigt oder ganz entfernt worden. Die Partnerschaft für Demokratie hat daher nun Anzeige erstattet.

In Gedenken an Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili Viorel Paun, Fatih Saraçoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov, die am 19. Februar 2020 in Hanau getötet wurden, hatte „Vielfalt in Langen“ in den vergangenen Wochen an allen Langener Litfaßsäulen DIN-A1-Plakate angebracht. Darauf waren die Gesichter und Namen der Ermordeten sowie der Hashtag „#saytheirnames“ zu sehen. In Erinnerung an die Opfer wollte die Initiative „ein sichtbares Zeichen in den öffentlichen Raum“ setzen.

Das Gedenken an die Opfer des Anschlags von Hanau wird verhöhnt

„Umso erschütternder und frustrierender ist es, dass einige der Plakate bereits kurz nach dem Aushang teilweise oder sogar komplett abgerissen wurden und erkennbar ist, dass es sich um vorsätzlichen und politisch motivierten Vandalismus handelt“, sagt Lea Wissel von der Koordinierungs- und Fachstelle „Vielfalt in Langen“. Die Initiatoren haben sich entschieden, diese „schockierende Form der Respektlosigkeit“ nicht kommentar- und tatenlos hinzunehmen. Daher hat „Vielfalt in Langen“ den Fall bei der örtlichen Polizeidienststelle angezeigt.

Auch will die Partnerschaft für Demokratie den Vorfall öffentlich machen und so alle Langener Bürger dafür sensibilisieren, „dass es Menschen zu geben scheint, die sich an der Erinnerung an Opfer rassistischer Gewalt stören und auch anderen ein Gedenken verwehren möchten“. Als „Menschen mit einer Haltung“ lasse man sich dieses Gedenken aber nicht nehmen. Die Initiative wehrt sich gegen „Menschen, die das friedvolle, vielfältige und respektvolle Miteinander behindern wollen“. Das Gedenken ist gerade einige Wochen her.

Kontaktmöglichkeiten für das Gedenken des Terroranschlags in Hanau

Wer Fragen zur Plakatkampagne für die Opfer von Hanau hat oder wissen will, wie man eigene Ideen zur Stärkung der lokalen Demokratie einbringen kann, erreicht Lea Wissel unter 0160 90989353 oder lea.wissel@awo-of-land.de. Das Projekt „Vielfalt in Langen“ wird innerhalb des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport gefördert. (msc)

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