Bebauungspläne für Oberlinden

Veränderungen ja, Wildwuchs nein

Langen - Die Überarbeitung der völlig veralteten Bebauungspläne für Oberlinden dauert länger als geplant. Der Magistrat will deshalb die Veränderungssperre für einige Bereiche um ein Jahr verlängern.

Es ist ein Wohngebiet aus einem Guss, ruhig und teils mit autofreien Wegen: Langens grüner Stadtteil Oberlinden geht langsam auf die 60 zu. Seine Bewohner haben sich verändert, ihre Wünsche ebenfalls. Längst ist die nächste Generation eingezogen. Vor allem junge Familien hätten gerne mehr Platz, auch für den zweiten oder dritten Wagen. In den vergangenen Jahrzehnten hat es vereinzelt Genehmigungen für Anbauten oder zusätzliche Stockwerke gegeben. Aktuell liegen diverse Anfragen auf dem Tisch der städtischen Bauverwaltung, die teils weit über die Festsetzungen der rechtskräftigen Bebauungsplanung hinausgehen. Der Magistrat will aber keinen Wildwuchs zulassen, sondern den Charakter der Wohnstadt erhalten. Behutsame Veränderungen, die nicht den Maßstab sprengen, sollen allerdings ermöglicht werden.

Regeln will das der Magistrat mit drei neuen Bebauungsplänen, die grundsätzlich Spielraum für moderate Erweiterungen lassen. Zuerst kommt der westliche Teil von Oberlinden an die Reihe, weil in dem Bungalow-Viertel der Veränderungsdruck besonders groß ist. Die Arbeiten an dem neuen Regelwerk sind in vollem Gange. Das Ganze erweist sich nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt als eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. „Aktuell wird der Bestand erfasst und dann gilt es Wege zu finden, die vorhandene Bebauung bei der Zukunftsplanung angemessen zu berücksichtigen.“

Weil das Zeit braucht, empfiehlt der Magistrat, die noch bis Mitte Dezember geltende Veränderungssperre für das Gebiet zwischen dem Buchenhain und dem Fasanenweg um ein Jahr zu verlängern. Dieses Instrument soll verhindern, dass vollendete Tatsachen geschaffen werden. Zulässig sind aber weiterhin Vorhaben innerhalb des alten und nach wie vor gültigen Bebauungsplans. „Und möglicherweise gelingt es uns ja auch, den neuen Bebauungsplan schon vor Ablauf der Veränderungssperre unter Dach und Fach zu bringen. Dann wäre die Sperre hinfällig“, erklärt Gebhardt.

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Anschließend sollen nach gleichem Muster die sogenannte Nebenerwerbssiedlung und das Gebiet zwischen der Mörfelder Landstraße und dem Ginsterbusch unter die Lupe genommen werden. Gebhardt ist der Meinung, dass die Entwicklung Oberlindens mit neuen Bebauungsplänen in die richtigen Bahnen gelenkt werde. Die Eigentümer sollten vor dem Hintergrund veränderter Wohnbedürfnisse nach Möglichkeit weniger eingeschränkt werden als bisher. Es müssten zukunftsweisende und rechtssichere Antworten gefunden werden, wenn es um die Vergrößerung von Gebäuden, zum Beispiel durch ein zusätzliches Stockwerk, gehe oder um die Stellplatzproblematik. Zugleich solle aber das einheitliche Bild des Stadtteils bewahrt werden und es künftig keine Befreiungen von der Bebauungsplanung mehr geben.

Auf der Tagesordnung steht die Veränderungssperre im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 13. September, und in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. Oktober, jeweils 20 Uhr im Rathaus. (ble)

Rubriklistenbild: © dpa

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