ADFC erarbeitet lokales Radverkehrskonzept

Verbesserungsbedarf für Radler

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Die ADFC-Vorstandsmitglieder Dr. Werner Weigand (links) und Wolfgang Euler (rechts) haben Bürgermeister Frieder Gebhardt ihr Radverkehrskonzept übergeben.  

Langen - Kurze Wege, überwiegend flaches Gelände – in Langen ist es problemlos möglich, viele Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Um die Infrastruktur weiter zu verbessern, hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub nun ein neues Radverkehrskonzept erarbeitet.

Das Fahrrad – ob mit oder ohne Elektromotor – ist eines der Verkehrsmittel, denen in Zukunft immer größere Bedeutung zukommt. Immer besser wird dementsprechend die Infrastruktur für das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel, auch wenn Deutschland noch weit von holländischen Verhältnissen entfernt ist. Die Stadt Langen hat in den vergangenen Jahren ebenfalls in Wege, Netze und Abstellmöglichkeiten investiert. Ein Partner im Bemühen, den Radverkehr sicherer und attraktiver zu gestalten, ist der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Langen/Egelsbach. Eine Arbeitsgruppe des Clubs hat jetzt ein Radverkehrskonzept für die Stadt mit einem Zeithorizont bis 2025 aufgestellt.

Der Inhalt baut auf einem Papier auf, das ein Ingenieurbüro vor etwa zehn Jahren erarbeitet hatte und der Verwaltung seither als Handlungsgrundlage dient. „Ein großer Teil ist inzwischen umgesetzt“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt und nennt als Beispiele die Fahrradstraße an der Dreieichschule, die Fahrradwege, die bei der Sanierung der Berliner Allee entstanden sind, und viele neue Fahrradständer anstelle veralteter „Felgenkiller“. „Außerdem haben wir Radfahrstreifen auf wichtigen Straßen markiert, Einbahnstraßen für Radfahrende entgegen der Fahrtrichtung geöffnet, Bordsteine an kritischen Stellen abgesenkt und Fuß- und Radwege befestigt.“

Neue Anforderungen ergeben sich nach Ansicht der ADFC-Vorstandsmitglieder Dr. Werner Weigand und Wolfgang Euler vor allem aus dem Wachstum der Stadt. In Baugebieten müsse dem Radverkehr bereits bei den ersten Vorplanungen ein hoher Stellenwert eingeräumt werden – was nach den Worten des Bürgermeisters auch geschieht.

Priorität hat für den ADFC die Verlängerung der Fahrradstraße bis zur Bahn und zur Altstadt. Bisher endet sie an der Walter-Rietig- beziehungsweise der Jahnstraße. Begrüßt wird vom Fahrradclub der geplante Raddirektweg Frankfurt – Darmstadt. An diesen müssten die Langener Stadtteile gut angebunden werden. Verbesserungsbedarf gebe es bei Routen mit starkem Schülerverkehr.

Wesentlich ist für den ADFC darüber hinaus, für die obere Bahnstraße eine Lösung zu finden, bei der der Parksuchverkehr verbannt wird. Die Situation werde von den Radlern als ausgesprochen problematisch empfunden. Ziel müsse es sein, Fußgängern, Rad- und Autofahrern nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis zu gleichem Recht zu verhelfen.

Als Ergänzung zum geplanten Raddirektweg plädiert der ADFC für eine Route westlich der Bahn in Richtung Frankfurt, die die Wohnbebauung von Dreieich umfährt. Überdies stehen in seinem Konzept „sichere Wege parallel zu den Hauptausfallstraßen und zum Flughafen“.

Was sich für Autofahrer und Radler 2018 ändert

Der ADFC wünscht sich, dass sein Papier zu einer wesentlichen Grundlage für die künftige Verkehrsplanung der Stadt wird. Vorsitzender Dr. Werner Weigand betont: „Unser Konzept zielt auf die Zukunft und natürlich kann es nur schrittweise umgesetzt werden. Selbstverständlich muss es immer wieder fortgeschrieben werden und an einer Reihe von Stellen sind verschiedene Alternativen denkbar, die abgewogen werden müssen.“

Nach Angaben von Bürgermeister Gebhardt soll der aus Lobbyisten, Kommunalpolitikern und Verwaltungsfachleuten bestehende „Runde Tisch Radverkehr“ 2018 erneut zusammenkommen und dann die Vorschläge des ADFC zur Basis weiterer Beratungen machen. (ble)

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