Wiederentdeckte Erholungsanlage

Vergessenes Kleinod im Stadtwald

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An der Aschaffenburger Straße nördlich von Oberlinden befindet sich der lange Zeit vergessene Waldpark Langenfeld. Der Sonntagsspaziergang folgt dem gut drei Kilometer langen Rundweg durch den Langener Stadtwald: Näheres über die Rechercheergebnisse von Wilhelm Ott ist nachzulesen unter www.steine-in-der-dreieich.de/Steinobjekte.html.  

Langen - Er besticht durch eine Sandstein-Stele, alte Hinkelsteine und einen kleinen romantischen Teich – doch der Waldpark Langenfeld ist lange Zeit in Vergessenheit geraten.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) will das Kleinod im Stadtwald nun wieder ins Bewusstsein der Langener rücken – und veranstaltet am Sonntag, 14. Oktober, einen Spaziergang durch das grüne Areal.
Die Wiederentdeckung des Waldparks Langenfeld hängt mit den dortigen Hinkelsteinen zusammen. Eine Mitarbeiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde machte den Dreieicher Heimatforscher Wilhelm Ott kürzlich auf die Steingruppe im Langener Stadtwald aufmerksam gemacht. Es war zu vermuten, dass sie nicht aus der Jungsteinzeit stammen, sondern im Zusammenhang mit dem Waldpark stehen, ebenso wie eine Sandstein-Stele, die unweit davon an einer Wegkreuzung steht.

Er führt von der Brücke über die Nordumgehung an der Hinkelstein-Gruppe (kleines Bild) und einer Sandstein-Stele zu dem romantischen Teich und weiter über schmale Pfade zum Areal des ehemaligen Kletterparks.

Ott recherchierte daraufhin zunächst ergebnislos in Archiven und im Internet. Gespräche mit den Heimatkundigen vom VVV wie Reinhold Werner und Willi Jakobi halfen ihm weiter. Er erkundete die noch existierenden Waldpfade und fand heraus, dass die Geschichte des Waldpfades über ein halbes Jahrhundert zurückreicht: Im Mai 1965 legte der Haupt- und Finanzausschuss der Langener Stadtverordnetenversammlung eine Kostenschätzung für die Anlage eines Erholungswaldes in der Waldabteilung Langenfels des Langener Stadtwaldes vor. Für damals 261.000 D-Mark sollte der Wald an der Aschaffenburger Straße – westlich der heutigen Nordumgehung – für zwei Liegewiesen gerodet werden. Zudem sollten dort Schutzhütten gebaut, Bänke und Tische aufgestellt, ein Spielplatz angelegt und sanitäre Anlagen errichtet werden. Ein Rundweg sollte die Elemente des Parks verbinden. Bald darauf wurde mithilfe von Vereinen und Organisation mit dem Bau begonnen. Der Forst befestigte den Grund der Spazierwege, zog Entwässerungsgräben und schuf den kleinen Teich in der Mitte des Parks.

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Dann allerdings stockte das Vorhaben: Der Wald wurde nicht für die Liegewiesen gerodet, auch der Spielplatz und die sanitären Anlagen wurden nicht gebaut. Im Sommer trocknete der Teich häufig aus, sodass die Feuerwehr ihn wieder befüllen musste. Allmählich geriet der Waldpark Langenfeld in Vergessenheit. Niemand kümmerte sich um ihn, weder die Stadtverwaltung noch Hessenforst oder der VVV. Spaziergänger nutzten die angelegten Wege zwar weiter, aber dass sie Teile des Waldparks waren, war kaum jemandem mehr bewusst. Das will der VVV nun ändern.

Treffpunkt für den Sonntagsspaziergang ist um 10.30 Uhr der Parkplatz am Beginn der Aschaffenburger Straße (Brücke über Nordumgehung). Die Teilnehmer passieren den gut drei Kilometer langen Rundweg innerhalb etwa einer Stunde. Bei schlechtem Wetter empfiehlt der VVV feste Schuhe. Er freut sich über rege Teilnahme, um den Waldpark Langenfeld wieder bekannt zu machen. (jrd)

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