Kommunale Betriebe ziehen überaus positive Bilanz

Viel Biomüll in der neuen Tonne

Langen - Positive Bilanz nach einem Jahr Biotonne: Die Kommunalen Betriebe sind mit der zusätzlichen Abfuhr von biologisch abbaubaren Abfällen sehr zufrieden. Große Kritik an der zusätzlichen Tonne habe es nicht gegeben.

Es war eine Kraftanstrengung, aber sie hat sich nach Ansicht der Verantwortlichen bei Stadt und Kommunalen Betrieben Langen (KBL) gelohnt: Vor einem Jahr ist die Biotonne an den Start gegangen. Dank der gründlichen Vorbereitung sei die Umstellung reibungslos verlaufen – und vom Ergebnis her wie prognostiziert, gibt KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski zu Protokoll. Von März bis Dezember seien 1 262 Tonnen Biomüll eingesammelt worden; gleichzeitig schrumpfte die Restmüllmenge um 1 309 auf 6 439 Tonnen. Hochgerechnet auf ein ganzes Jahr rechnet Pusdrowski mit rund 1 500 Tonnen an organischen Stoffen, die offenbar hauptsächlich aus der Küche kommen und nur zu einem geringen Anteil aus dem Garten.

Der KBL-Chef schlussfolgert das aus dem Rückgang des Restmülls im Verhältnis zur Bioabfallmenge. Beide Zahlen lägen relativ dicht beieinander. Der beim Wertstoffhof an der Liebigstraße abgelieferte Grünschnitt aus den Gärten sei zwar ebenfalls gesunken, um rund 20 Prozent von 2 524 auf 1 984 Tonnen. Das Minus sei aber eher auf die extreme Trockenheit des vergangenen Jahres und das dadurch bedingte geringere Rasenwachstum zurückzuführen als auf die Nutzung der Biotonne.

„Wirtschaftlich ist es von Vorteil, wenn die Leute ihre Gartenabfälle weiterhin zum Wertstoffhof bringen“, erklärt Pusdrowski. „Das entlastet den Gebührenhaushalt“ – und damit letztlich die Bürger. Die Verwertung von Biomüll zur Erzeugung von Energie und Kompost, die nach dem sogenannten Kreislaufwirtschaftsgesetz über den Kreis Offenbach erfolge, schlage kostenmäßig deutlich höher zu Buche als die von Grünschnitt zum Kompostieren über einen frei gewählten Entsorgungsbetrieb.

Auffallend ist nach Angaben der KBL, dass die gesammelten Leichtverpackungen im Gelben Sack und der Gelben Tonne um zehn Prozent (89 Tonnen) gestiegen sind. Pusdrowski vermutet dahinter einen positiven Effekt der Biotonnen-Einführung, die von einer umfangreichen Abfallberatung mit zahlreichen Gesprächen begleitet worden sei. „In diesem Zuge haben viele neu darüber nachgedacht, wie sie ihren Abfall sinnvoller trennen und ihr Verhalten geändert.“

Kritik an der Biotonne habe es nach der erfolgten Einführung trotz des heißen Sommers kaum gegeben, berichtet Ralf Krupka, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft bei KBL. Und wenn, dann seien es keine Grundsatzdiskussionen über die Biotonne gewesen, sondern eher logistische Probleme.

Veganes Essen: Fleischverzicht liegt voll im Trend

Überwiegend werde die Biotonne auch richtig befüllt, sagt Krupka: „Wir hatten keine Beschwerden vonseiten der Entsorgungsstation.“ Zum Auftakt des neuen Abfallsystems in Langen hatten die Kommunalen Betriebe rund 5 500 Biotonnen ausgeliefert – für jede Liegenschaft und jeden Gewerbebetrieb. Damit war es aber nicht getan, denn es gab – vor allem beim Restmüll – mehr als 6 000 Änderungswünsche für die Behältergröße. „Ende April hatten wir sie alle abgearbeitet“, weiß Krupka.

Grund für die vielen Änderungswünsche: Wer sich für eine kleinere Restmülltonne entscheidet, spart Gebühren. Günstiger wird es zudem, wenn sich Nachbarn eine Tonne teilen. Insgesamt gesehen ist das Behältervolumen deutlich geschrumpft, so Krupka. Die Zahl der Restmüllbehälter mit einer Größe von 240 Litern sank von 3 284 auf 1 676, während die 60- bis 120-Liter-Tonnen zunahmen. „Unterm Strich zahlen durch das separate Sammeln von Gemüse, Obst, Eierschalen oder Kaffeefiltern die meisten Haushalte in Langen heute niedrigere Abfallgebühren“, betont Pusdrowski.

Seit der 14-tägigen Leerung der Biotonnen werden auf Wunsch nur noch große Müllcontainer von Wohnanlagen wöchentlich geleert. Zuvor galt das für alle Restmülltonnen und wurde für 1 730 Behälter in Anspruch genommen. Jetzt sind es nur noch 362.

ble

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare