Bisher 36 Millionen Euro investiert

In vier Jahren 406 Wohnungen saniert

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Bisher wurden 36 Millionen Euro investiert

Langen - Die Baugenossenschaft Langen war im Jubiläumsjahr 2017 und den ersten sechs Monaten dieses Jahres nicht faul, ganz im Gegenteil. Von Holger Borchard

Nun können die Baugenossen Vollzug bei der energetischen Modernisierung von 406 Wohnungen melden – nach vier Jahren ein erster Meilenstein des auf gut ein Jahrzehnt angelegten, millionenschweren Sanierungsprogramms. Vier Jahre sind vergangen seit die Baugenossenschaft den Startschuss für das größte Modernisierungsprogramm ihrer nunmehr 70-jährigen Geschichte gegeben hat. In dieser Zeit haben die „Wohnraumkönner“, so ihr Werbeslogan, rund 36 Millionen Euro in die Modernisierung und Instandhaltung ihrer Wohnungen investiert. Was 2015 begann, soll bis 2026 umgesetzt werden, nämlich drei Viertel des Wohnungsbestands der Genossenschaft energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Das lässt sich das Unternehmen, das in Langen, Dreieich und Egelsbach 1800 Wohnungen für 5 000 Menschen unterhält und damit größter Vermieter in der hiesigen Region ist, rund 80 Millionen Euro kosten.

Nach der ersten großen Etappe stehen 406 modernisierte Wohnungen zu Buche – unter anderem an der Friedrich-Ebert- (rechtes Foto) und Südlichen Ring- (linkes Foto) sowie Feldstraße. „Im bewohnten Zustand zu modernisieren ist immer schwierig“, merkt Wolf-Bodo Friers, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft, an. „Wir haben einen begrenzten Bestand an Ausweichwohnungen, um Mietern zwischenzeitlich Umzüge zu ermöglichen. Dank der hervorragenden Leistung unseres Teams Großmodernisierung und der Kooperationsbereitschaft unserer Mieter liegen wir im Zeitplan“, freut sich Friers.

Die Geduld zahlt sich für die Mieter aus, ist man bei der Baugenossenschaft überzeugt. „Neue Leitungen, Rohre, Dämmungen und neue Fenster sorgen für deutliche Energieeinsparungen – abhängig vom individuellen Heizverhalten“, sagt Friers. Statt eines durchschnittlichen Verbrauchs von 200 Kilowattstunden pro Jahr haben die modernisierten Objekte nun noch einen Bedarf von unter 50 Kilowattstunden pro Jahr.

„Schönes, gutes und vor allem bezahlbares Wohnen steht für uns an erster Stelle“, betont Stephan Langner, Mitglied des Vorstands der Baugenossenschaft Langen. Das Aber folgt auf dem Fuß: „Ganz ohne Mieterhöhung kommen auch wir nach einer Modernisierung nicht aus. Aber statt der gesetzlich zugelassenen elf Prozent, legen wir maximal zwei Prozent auf die Jahresmiete um.“ Wenn freilich erst mal das Gerüst und das stets verwendete Banner „Wir machen’s schön“ verschwunden seien, erstrahlten die Fassaden in neuem Glanz, so Langner. Ein besonderer Aspekt hierbei: Dank sogenannter Farbpatenschaften werden alle Ausführenden involviert. Per Losverfahren wird entschieden, wer welches Objekt betreut und – in Absprache mit den Mietern – die Gestaltung der Fassade bestimmt. Für das Hochhaus in der Feldbergstraße 35 haben die Baugenossen den Künstler Ulrich Allgaier gewonnen, der gerade erst vor ein paar Wochen noch einmal nachgelegt und den Sockel mit einer unterirdischen Tierwelt verziert hat.

So zufrieden wie ihr Sanierungsprogramm stimmt Vorstand und Aufsichtsrat der Baugenossen ihr Geschäftsbericht für das Jubiläumsjahr 2017. Das zum 70-Jährigen im Look der 50er-Jahre gestaltete Zahlenwerk weist einen Jahresüberschuss von mehr als 400.000 Euro sowie einen Bilanzgewinn von knapp 90.000 Euro aus. Wichtigste Nachricht für die Mitglieder: Sie erhalten für das vergangene Jahr eine Bardividende in Höhe von zwei Prozent.

Im Zuge der Mitgliederversammlung in der Stadthalle verdeutlichte Friers die Unternehmensphilosophie: „Wir sind im stolzen Alter von 70 Jahren eine moderne, ertragsstarke Genossenschaft mit einem ambitioniertem Bauprogramm – die Wohnraumkönner eben.“

Mit den investierten knapp 13 Millionen Euro habe man Werterhalt beziehungsweise Wertsteigerung der Immobilien forciert und fünf Häuser mit insgesamt 88 Wohnungen modernisiert.

Aufmaß oder Laserscans vom Haus machen lassen

Stephan Langner erläutert die wichtigsten Bilanzkennzahlen. Mit 68,4 Millionen Euro liegt die Bilanzsumme über dem Ergebnis des Vorjahres (2016: 60,2 Millionen). „Trotz der nach wie vor hohen Investitionen haben wir das Geschäftsjahr 2017 mit einer Eigenkapitalquote von 36,17 Prozent abgeschlossen. Der Jahresüberschuss beträgt 428.778,17 Euro, der ausgewiesene Bilanzgewinn 88.862 Euro.“

3431 Mitglieder zählte die Baugenossenschaft zum Jahreswechsel – auf diese verteilen sich 27.035 Geschäftsanteile. Die zweiprozentige Bardividende kommt einer Ausschüttung von knapp 87.000 Euro gleich.

„Im vergangenen Jahr haben wir nicht nur zurückgeblickt, sondern auch nach vorne“, resümiert Wolf-Bodo Friers. „Wir werden als weiteres großes Projekt die Digitalisierung der Baugenossenschaft vorantreiben und wollen uns weiter für bezahlbares Wohnen stark machen.“ Dazu gehöre, die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten und nicht zuletzt: neuen Wohnraum zu schaffen.

In den Ämtern bestätigt worden sind die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Christoph E. Motzko, Berthold Matyschok und Angela Weber.

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