Vier aus der Talentschmiede

Golden girls: Svenja Greunke, Stephanie Wagner, Nadine Ripper und Nelli Dietrich (von links) feierten mit den Rhein-Main Baskets den Meistertitel in der 2. Bundesliga Süd und spielen nächste Saison in der höchsten deutschen Spielklasse.Foto: Strohfeldt

Langen - (fm) Der Weg war lange, aber von Erfolg gekrönt. Mit dem 80:64-Sieg im entscheidenden dritten Spiel gegen Leimen haben die Rhein-Main Baskets den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt gemacht. Das Team, eine erst vor Saisonbeginn gegründete Spielgemeinschaft aus TV Langen und TV Hofheim, hat auf Anhieb den großen Wurf gelandet.

Das Gerüst der Mannschaft stellt der TVL, der damit wieder einmal seinem Ruf als Talentschmiede gerecht wird.

Vier der zehn jungen Damen durchliefen das komplette Nachwuchsprogramm der Abteilung und des Basketball-Teilzeit-Internats. Trotz der Belastung durch die Abiprüfungen schafften sie den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Svenja Greunke, Nadine Ripper, Stephanie Wagner und Nelli Dietrich haben sich damit einen Traum erfüllt. „Es ist einfach ein geiles Gefühl“, sagen die Eigengewächse.

Dass Basketball in Langen auch eine Familienangelegenheit ist, beweist nicht nur die Barth-„Dynastie“ bei den Männern. Svenja Greunke hat das Talent von ihren Eltern in die Wiege gelegt bekommen. Mutter Ulrike Köhm spielte in der Bundesliga, ebenso Vater Rainer Greunke, der gar Nationalspieler war. Auch bei Nelli Dietrich fiel der Apfel nicht weit vom Stamm. Sie hat die Gene von Papa Jochen und Mama Silke Dietrich vererbt bekommen, die ebenfalls in der Bundesliga aktiv waren. „In einer solchen Familie nicht Basketballerin zu werden, wäre schon ein bisschen außergewöhnlich gewesen“, meint Nelli Dietrich.

Die beiden waren sechs Jahre alt, als sie bei den „Giräffchen“ die ersten Gehversuche machten. In der D-Jugend stieß Nadine Ripper zum Team. Sie war von ihren Cousinen Nina und Silke Heger angesteckt worden, die in Basketballkreisen ebenfalls bestens bekannt sind.

Die drei gewannen fortan mit ihren Teams mehrere Hessenmeisterschaften, siegten mit der Mannschaft der Dreieichschule bei „Jugend trainiert für Olympia“ und wurden 2005 und 2007 deutsche Vizemeisterinnen. Als Nadine Ripper (Jahrgang 1988) zu den Aktiven wechselte, feierten Svenja Greunke und Nelli Dietrich (beide Jahrgang 1989) den Gewinn der deutschen A-Jugendmeisterschaft.

Daran war auch Stephanie Wagner (Jahrgang 1990) beteiligt. Sie kam in jungen Jahren über Umwege zum Basketball. Ihre sportliche Laufbahn begann sie als Sechsjährige in der Leichtathletik, ehe sie als Fünftklässlerin über eine Schul-AG den Spaß am Basketball entdeckte. Auch Wagner sammelte nicht nur jede Menge Titel, sondern wurde wie die anderen früh für hessische und nationale Auswahlteams nominiert. Mit gerade mal 16 Jahren sammelten sie erste Erfahrungen bei den ersten Damen.

Ohne Fleiß kein Preis. Wer ehrgeizige Ziele hat, muss hart arbeiten. Bereits mit zwölf trainierte das Quartett viermal wöchentlich. Später kam regelmäßiges Krafttraining dazu. Vor dem Aufstieg trainierten die Basketballerinnen viermal als Team, zweimal individuell und zweimal im Kraftraum.

Neben dem Stress im Aufstiegskampf stecken Svenja Greunke, Nadine Ripper und Steffi Wagner aktuell noch im Abi-Stress. „Wir haben uns schon immer doppelt angestrengt, in der Schule und im Sport. Und bisher haben wir unsere Ziele auch immer erreicht“, sagt Greunke selbstbewusst. Ihr Ziel: ein Abi mit einer 1 vor dem Komma.

Nelli Dietrich kämpft noch einen besonderen Kampf. Am 6. April 2008 riss in einem Spiel das Kreuzband im linken Knie und wurde nach anfänglich konservativer Therapie im Herbst operiert. Nach vielen Stunden im Kraftraum und nachdem sie endlich wieder am Training teilnehmen konnte, verletzte sie sich eine Woche vor den Play-offs gegen Leimen erneut. Der Mannschaft half sie durch ihre Anwesenheit und ihre positive Einstellung trotzdem. Und so hob das Team sie auf die Schultern, als es in Leimen darum ging, das Korbnetz als Trophäe abzuschneiden. „In der neuen Saison will ich in der 1. Bundesliga wieder dabei sein“, hat sich Nelli Dietrich vorgenommen.

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