Stefan Felber und Ayse Yilmaz im Porträt

WiLa-Kandidaten: „Von Beginn an mitgestalten“

Wir sind eine gute Mischung aus Jung und Alt und Menschen aus verschiedenen Arbeitsfeldern.
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Ayse Yilmaz: „Wir sind eine gute Mischung aus Jung und Alt und Menschen aus verschiedenen Arbeitsfeldern.“

Sie sind die Neulinge im Langener Wahlkampf und wollen erstmals ins Stadtparlament: die Wählerinitiative Langen, kurz WiLa. Ihr Vorsitzender Joost Reinke ist als Ex-Linker und mittlerweiler fraktionsloser Stadtverordneter vielen ein Begriff, aber der Rest des Spitzenpersonals ist lokalpolitisch noch weitgehend unbekannt. Höchste Zeit, mehr über Stefan Felber (Listenplatz 2) und Ayse Yilmaz (Platz 3) zu erfahren.

Langen – Stefan Felber hatte vor der WiLa noch keine Berührungspunkte mit Kommunalpolitik. Der 42-Jährige hat vor zehn Jahren im Nordend eine Eigentumswohnung gekauft, in der er heute mit seiner Familie lebt. Die Schwierigkeiten, für seine heute fünfjährige Tochter einen Betreuungsplatz zu finden, sind denn auch Initialzündung für sein Engagement. „Ich war selbst vom Problem betroffen, dass meine Tochter keinen Kindergartenplatz bekommen hat“, erzählt der Haustechniker. Schließlich bekam die Tochter einen der Plätze in Egelsbach. Das Thema lässt den gebürtigen Heilbronner aber nicht los.

Während des Bürgermeisterwahlkampfs hat er dann den damaligen Kandidaten und WiLA-Vorsitzenden Joost Reinke getroffen. „Wir haben uns unterhalten und er hat mir seine Idee präsentiert“, erinnert sich Felber, der sich im Leitungskreis engagiert. Er ist überzeugt: „Man kann in der Lokalpolitik nur etwas ändern, wenn man’s wirklich selbst ändert.“

Das größte und wichtigste Problem Langens ist für Felber der Kitaplatzmangel. „Die Warteliste entwickelt sich entgegen der Bürger, sie wird immer länger. Dann fallen die Plätze in Egelsbach weg und mit dem ganzen Zuzug wird die Liste noch wachsen“, mutmaßt er. Die Betreuung in Kita und Schule ist sein Herzensthema. Für eine Stadt ihrer Größe sei die Langener Warteliste unfassbar lang. „Ein ähnliches Desaster habe ich nirgendwo gefunden.“

Gleich auf einem vorderen Listenplatz zu kandidieren, war für Felber keine Frage: „Je weiter vorne ich stehe, desto mehr kann ich bewirken.“ Er sei motiviert, sich die Zeit zu nehmen, um Verbesserungen zu erarbeiten. „Freizeit haben wir alle – es ist nur die Frage, wie man sie einsetzt“, sagt Felber. Das Besondere an der WiLA sei die Unabhängigkeit von übergeordneter Parteigebundenheit. „Wir orientieren uns nur an der hiesigen Politik und am Bürgerwillen. Wir wollen das Beste für Langen.“

Stefan Felber (rechts) kandidiert auf Platz zwei für die WiLa.

Seine Kollegin Ayse Yilmaz engagiert sich bereits in einem kommunalpolitischen Gremium: dem Langener Ausländerbeirat. Die gebürtige Weinheimerin hat schon 2015 auf Platz 5 der Internationalen Liste kandidiert. „Das war für mich ein Sprungbrett“, sagt die 38-Jährige. Die Arbeit im Beirat habe ihr politisches Interesse geweckt. Die zweifache Mutter lebt mit ihrer Familie seit 15 Jahren in Langen. „Langen hat uns festgehalten, es hat das gewisse Extra“, sagt sie. Die gelernte Ingenieurin war zunächst in der Stadtplanung tätig, bis sie umschwenkte – und soziale Arbeit studierte. „Es ist meine Berufung, Menschen zu helfen“, so Yilmaz. Heute leitet und berät sie Selbsthilfegruppen. Neben dem Ausländerbeirat – auch als Kreisdelegierte – engagiert sich Yilmaz seit 2015 bei der Flüchtlingshilfe und ist Vorstandsmitglied im Türkischen Elternverein.

Ihre Kernthemen sind Bürgernähe und Erreichbarkeit. „Mein Ziel ist, die politische Partizipation zu erweitern, die Sorgen, Wünsche und Anliegen der Bürger zu hören und umzusetzen.“ Deshalb habe sie die telefonische WiLa-Sprechstunde initiiert. Zudem ist ihr die lokale Wirtschaft wichtig – „Die Grundsteuer darf nicht weiter erhöht, sondern muss gesenkt werden“ – und eine kinderfreundliche Politik. „Ich kriege in meinem direkten Umfeld immer wieder mit, wie die Eltern unter der aktuellen Situation leiden.“ Der Kitaausbau und schnellere Übergangslösungen, etwa durch Förderung von Tagesmüttern, seien dringend geboten. „Jahrelang wurden dieselben Fehler gemacht“, sagt Yilmaz, auch mit Blick auf Finanzen und Infrastruktur.

Video

Ein Vorstellungsvideo gibt es auf Youtube („WiLa Wählerinitiative Langen“).

Das Besondere und Reizvolle an der WiLa ist für sie, dass es „eine ganz neu gegründete Plattform ist, die für jeden direkt zugänglich ist und mit der wir in die Politik einwirken können“. Als Teil des Leitungsteam und Top3-Kandidatin könne sie von Anfang an die Wählergemeinschaft mitgestalten. „Ich kann mein Wissen und Engagement gut einbringen“, sagt Yilmaz. „Wir sind ein gutes Team und für Bürger direkt ansprechbar.“ Die Kandidatenliste sei ein gutes Abbild Langens.: „Wir sind eine gute Mischung aus Jung und Alt und Menschen aus verschiedenen Arbeitsfeldern.“ So habe die WiLa die Interessen aller Langener und Langerinnen im Blick. Das Neue und Gestaltungsfähige – was sie selbst zum Mitmachen animiert hat – sei für Wähler das Überzeugende, glaubt Yilmaz.

Von Julia Radgen

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