Von Kleinflugzeug bis Kleintier

Jugendfeuerwehr Langen probt den Ernstfall

Natürlich übte die Jugendfeuerwehr auch das Löschen von Bränden. Um es realistisch zu gestalten, wurden kontrollierte Flammen und Nebelmaschinen eingesetzt.
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Natürlich übte die Jugendfeuerwehr auch das Löschen von Bränden. Um es realistisch zu gestalten, wurden kontrollierte Flammen und Nebelmaschinen eingesetzt.

Die Feuerwehr muss sich fit halten und regelmäßig große Einsatzlagen trainieren. Das gilt auch für den Nachwuchs. Die Jugendfeuerwehr Langen hatte daher Großübungstag. Ein Szenario: ein abgestürztes Kleinflugzeug und ein Brand in einer Lagerhalle.

Langen – „Achtung! Achtung! Einsatz für die Jugendfeuerwehr! F Flug 1 – Kleinflugzeug in Notlage“, lautet die Durchsage. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Langen müssen sich in Windeseile Helm, Jacke und Handschuhe schnappen und auf die Fahrzeuge springen – und schon geht es los Richtung Egelsbacher Flugplatz. Am Funk ist ein Rauschen zu hören, einzelne Wortfetzen zu verstehen. „Hier spricht der Pilot!“ Rauschen. „Müssen Notlanden… Feuer im Triebwerk… Firmengelände in Langen…“

Das ist natürlich eine Übung für die Nachwuchsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Langen. Sie ist Teil des Übungs-Tagdienstes, der als Ersatz für die normalerweise stattfindende 24-Stunden-Übung dient. Dabei stellten 13 Jugendliche von 7 bis 17.30 Uhr einen Löschzug, der zu den durch die zehn Ausbilder der Jugendfeuerwehr inszenierten Übungseinsätzen im gesamten Stadtgebiet ausrückte. „Die Jugendlichen hatten hier die Möglichkeit, das bei der Jugendfeuerwehr erlernte Wissen in vielen verschiedenen Einsatzsituationen zu beweisen“, sagt Daniel Dauta Brito, Leiter der Jugendfeuerwehr.

Über die Übungsleitstelle bekommt der Technische Einsatzleiter die Information, dass der Flieger vermutlich auf der Parkfläche eines Firmengeländes in der Amperestraße notlanden musste. Sofort werden die anderen Einsatzkräfte informiert und der Trupp fährt zu dem besagten Gelände weiter. Am Einsatzort angekommen, beginnen die jungen Rettungskräfte sofort mit der Rettung des Piloten und der Brandbekämpfung innerhalb einer ebenfalls betroffenen Lagerhalle.

Menschenleben retten und die Sanitäter unterstützen – auch das ist Aufgabe der Feuerwehr und wurde geprobt.

Neben dem – nicht alltäglichen, aber durch den benachbarten Egelsbacher Flugplatz durchaus realistischen – Kleinflugzeugabsturz, müssen die Jugendfeuerwehrleute in den Übungen auch ausgelöste Brandmeldeanlagen überprüfen, Personen unter einem Pkw befreien, einen Garagen- und Feldbrand löschen, den Rettungsdienst bei einer Reanimation unterstützen und ein Kleintier aus einer misslichen Lage befreien. „Um die Übungen für die Jugendlichen so realistisch wie möglich, aber vor allem so sicher wie nötig zu gestalten, wurden Übungspuppen sowie Nebelmaschinen mit Diskonebel und eine Brandsimulationsanlage, die eine kontrollierte Flamme generiert, genutzt“, erklärt Dauta Brito.

Mitmachen

Interessierte Jugendliche, die zwischen zehn und 17 Jahren alt sind und in Langen wohnen, können jeden Mittwoch, 17.45 Uhr bis 20.15 Uhr, die Arbeit der Jugendfeuerwehr Langen kennenlernen. Einblicke gibt es auch auf dem Instagram-Account.

Diese dem realen Fall angepasste Darstellung von Einsatzlagen ist für die Ausbildung der Jugendabteilung wichtig. Die Jungen und Mädchen, die alle zwischen zehn und 17 Jahren alt sind, bekommen so schon einen Einblick, was es bedeutet, der Bevölkerung in Gefahrensituationen zu helfen und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Neben der regelmäßig mittwochs stattfindenden Ausbildung werden sie dadurch auf die Arbeit in der Einsatzabteilung vorbereitet. Zudem vermitteln die Übungen Verantwortungsbewusstsein beim Treffen von Entscheidungen, Teamgeist im Trupp und selbstbewusstes Anwenden des bis dahin Erlernten. „Indem wir jede Übung nachbesprechen, lernen die jungen Retter, sich selbst und ihr Handeln zu reflektieren“, so Dauta Brito.  (jrd)

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