Spatenstich

Zwischen Langen und Egelsbach: Neuer Radschnellweg soll Pendler aufs Fahrrad bringen

Symbolischer Spatenstich für die Egelsbach und Langen verbindende Radstrecke: Dafür schaufeln gemeinsam (von links) Tobias Wilbrand, Jan Werner und Stefan Löbig.
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Symbolischer Spatenstich für die Egelsbach und Langen verbindende Radstrecke: Dafür schaufeln gemeinsam (von links) Tobias Wilbrand, Jan Werner und Stefan Löbig.

Mit dem ersten Spatenstich haben die Arbeiten für den Radschnellweg-Abschnitt zwischen Langen und Egelsbach begonnen. Im Herbst soll er fertig sein.

Langen – Wo heute noch Schlamm ist, liegt im Herbst Asphalt – auf dem dann geradelt werden kann. Beim offiziellen Spatenstich zum Ausbau des Radschnellwegs in Langen ist gut erkennbar, wie breit die Strecke am Leukertsweg einmal wird. Pink und blau eingefärbte Hölzchen, die momentan noch in der Wiese des Naturschutzgebiets stecken, markieren den fertigen Umfang.

„Da er für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen gedacht ist, wird der Weg hier 6,50 Meter breit“, erklärt Manfred Ockel, Geschäftsführer der verantwortlichen Regionalpark Rhein-Main GmbH. Generell ist für den Radschnellweg eine Mindestbreite von vier Metern vorgegeben. So steht’s auch im Regelwerk, auf das beim offiziellen Spatenstich am Freitagvormittag – im Beisein von Gästen aus Stadt, Kreis und Vertretern des Landes- und Bundesverkehrsministeriums – mehrfach Bezug genommen wird.

Wesentlich breiter wird die Radstrecke am Leukertsweg, wie das farbige Markierholz verdeutlicht.

Radschnellweg zwischen Langen und Egelsbach: Viele Beschwerden von Projektgegnern

Doch das ist nicht überall umsetzbar, beispielsweise an der bekannten Engstelle an der Goethestraße, die der Stadt und der Regionalpark GmbH viel Kritik eingebracht hat. „Ich weiß, dass der Radschnellweg bei vielen Anwohnern nicht beliebt ist“, sagt Langens Bürgermeister Jan Werner (unabhängig). Nicht nur während des gut anderthalbjährigen Planungsprozesses haben sich viele bei ihm beschwert, auch jetzt noch trudeln Zuschriften von Gegnern des Projekts im Rathaus ein. Aber er habe sich bereits im Wahlkampf auf die Fahne geschrieben, den Radverkehr in Langen zu fördern. „Und die Radschnellverbindung ist einer der wichtigen Marksteine dabei“, glaubt Werner.

Strecke im Überblick

Gebaut wird in vier Abschnitten: Vom Egelsbacher Bahnhof führt die Strecke entlang der Lärmschutzwand nach Langen, dort über die Feldgemarkung und den zu verbreiternden Leukertsweg (wo der Spatenstich erfolgte) über die Walter-Rietig-Straße, die zur Fahrradstraße wird, bis zum Langener Bahnhof. Die Firmen Schütz GmbH, Strabag AG und Schmees & Lühn GmbH arbeiten an den einzelnen Abschnitten, teils parallel in Langen und Egelsbach. Bis zum Herbst soll alles fertig sein.

Radschnellweg: Neuer Abschnitt hat „großes Potenzial, Menschen aufs Rad zu bringen“

Ähnlich argumentiert sein Amtskollege Tobias Wilbrand aus Egelsbach. Für den Grünen ist es schon der zweite Radschnellweg-Spatenstich, denn seit 2019 wird auf dem ersten Teilstück im Ort geradelt. Und nicht nur das: Auch mit Rollschuhen, Inlinern oder Rollern sind die Leute unterwegs. „Am Wochenende gibt es da schon mal Stau“, sagt Wilbrand. Er kann Werner beruhigen, was die Kritik angeht: „Unser erster Abschnitt wird schon heute deutlich positiver von Anwohnern wahrgenommen.“ Aber auch an dem neuen Ausbau-Teil gebe es Kritik – weil etwa die Joggingstrecke wegfällt oder die übliche Gassigehrunde nicht möglich ist. „Aber wir müssen Alternativen zum motorisierten Individualverkehr schaffen, um den Klimawandel aufzuhalten“, betont Wilbrand.

Die Verantwortlichen des hessischen Pilotprojekts von Bund, Land und Kommunen wünschen sich vor allem, dass Berufspendler aufs Rad umsatteln. Jeden Morgen machen sich 216 000 Menschen im Kreis Offenbach auf zu ihrem Arbeitsplatz. Da sei der „Binnenverkehr“ innerhalb des Kreises nicht mal mitgerechnet, sagt Landrat Oliver Quilling. „Es gibt also ein großes Potenzial dafür, die Menschen aufs Rad zu bringen“, meint er. Der Radschnellweg, der ab Herbst immerhin schon vom Bahnhof Darmstadt-Wixhausen bis kurz vor den Langener Bahnhof führt, soll helfen, es zu nutzen. (Julia Radgen)

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