Stille Fenster und aufwendige Deko

Vorweihnachtszeit in Langen: „Türchen“ des Lebendigen Adventskalenders nur individuell besuchen

Niedlicher Blickfang: Der Rentierschlitten, den der VVV zusammen mit der Firma Gartenbau Raab auf dem Rasenstück vor der Stadtkirche hergerichtet hat, kommt mit Beleuchtung voll zur Geltung.
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Niedlicher Blickfang: Der Rentierschlitten, den der VVV zusammen mit der Firma Gartenbau Raab auf dem Rasenstück vor der Stadtkirche hergerichtet hat, kommt mit Beleuchtung voll zur Geltung.

In der Stadt prangt schon die Weihnachtsbeleuchtung, auch viele Langener haben schon ihre Fenster und Türen geschmückt, schließlich steht der erste Advent unmittelbar bevor. Bis das erste Türchen am Adventskalender geöffnet werden darf, muss man sich noch bis Dienstag gedulden.

Langen – Dann startet auch der Lebendige Adventskalender, den der Langener Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) in Kooperation mit der Evangelischen und der Katholischen Kirchengemeinde ausrichtet. Jeden Tag fungiert dabei eine andere Familie als Gastgeber für ein „Türchen“. Das gesellige Zusammensein müsse in diesem Jahr anders ausfallen, hatte der VVV-Vorsitzende Walter Metzger betont: Ohne gemeinsames Singen oder das Herumreichen von Plätzchentellern. Die Veranstalter setzten daher auf die Flexibilität und Kreativität der Gastgeber und das Verständnis der Adventskalender-Fans, um die Corona-Richtlinien einzuhalten, hieß es.

Doch selbst diese „abgespeckte“ Version scheint angesichts der neuen Kontaktbeschränkungen nicht machbar. Die Alternative sollen nun „stille Adventsfenster“ sein, beschreibt die Mitorganisatorin, Pfarrerin Susanne Alberti von der Evangelischen Kirchengemeinde. „Was die Gemeinschaft an den Adventsfensterabenden unter anderem ausmacht – das gemeinsame Singen, ein Getränk mit Plätzchen oder Schmalzbroten – ist aktuell nicht umsetzbar“, so Alberti. Aber eine Absage sei für die Kirchengemeinden und den VVV keine Option gewesen. Die Alternative sind nun „stille Adventsfenster“ in Langen, damit sich wenigstens jeder und jede individuell auf den Weg machen kann.

„Überall in Langen wird es im Advent die bekannten individuell geschmückten Kalenderblätter geben, die an ihren jeweiligen Tagen von einer Kerze erhellt werden und besucht werden können. Lassen Sie sich überraschen, was Sie an den einzelnen Fenstern finden; die eine oder andere Überraschung liegt für sie bereit“, so Alberti. Die Orte bleiben gleich, sie finden sich im Flyer des VVV und online.

Geschmückt und eingezäunt: Trotz anstehender Untersuchung ist der Vierröhrenbrunnen dekoriert. Aber der Kranz störe nicht beim „Brunnen-Check“, erklärt die Stadt.

Derweil gibt der VVV alles, um für eine schöne Kulisse zu sorgen – wenn schon das Programm zum größten Teil lediglich im privaten Kreis stattfinden muss oder über Online-Veranstaltungen. Am morgigen Adventssonntag um 18 Uhr steht das erste Weihnachts-Konzert mit Melanie Christ an, das online gestreamt werden kann. Durch die frühzeitige Absage des Weihnachtsmarkts hätten die Ehrenamtlichen des VVV viel Arbeit in die diesjährige Dekoration investiert, sagt Vorstandsmitglied Christopher Muth. „Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und den Adventskranz runderneuert.“ Der Schmuck auf dem Vierröhrenbrunnen sei immerhin schon zehn Jahre alt. Ganz neu ist der liebevoll gestaltete Schlitten mit aus Baumstämmen geschnitzten Rentieren, der vor der Stadtkirche aufgestellt wurde. Das Kunstwerk haben die Muths coronakonform mit dem Ehepaar Raab zusammengebaut. Gartenbauer Andreas Raab hilft auch regelmäßig beim Aufstellen der Weihnachtsbäume.

So manch einen verwundert es, wieso der Vierröhrenbrunnen überhaupt geschmückt ist – soll er doch bekanntlich auf Schäden untersucht werden. „Der Schmuck stört dabei nicht“, erklärt Sabine Dexheimer, Pressesprecherin der Stadt auf Nachfrage. Alles sei natürlich mit dem VVV abgesprochen. Die Teile des Brunnens, die die Mitarbeiter der beauftragten Fachfirma begutachten müssten, seien trotz Dekoration zugänglich. Notfalls könne die Deko einfach angehoben werden. Für den VVV bedeutet der gewohnte Schmuck auf dem markanten Brunnen ein Stückchen Normalität – selbst wenn er eingezäunt ist. (Von Julia Radgen)

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