Wasiliki Waso Koulis in der Stadthalle

Langener Zauberin freut sich auf ihr Heimspiel

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Wasiliki Waso Koulis plaudert aus dem Nähkästchen. 

Langen - Sie lebt seit fünf Jahren in Langen, gehört nebenberuflich zur raren Gruppe der Zauberinnen – und steht als solche am Freitag auf der Stadthallenbühne: Wasiliki Waso Koulis freut sich auf ihr Heimspiel und plaudert vorab ein wenig aus dem Nähkästchen. Von Nicole Jost 

Merke: Auch eine Zauberkünstlerin muss sich immer wieder neu erfinden. „Zaubersalon“ steht auf dem Schild mit den gesetzten Buchstaben geschrieben. Der große Raum, mit dem schönen Parkett und rundum mit großen Fenstern verglast, ist tatsächlich zauberhaft. Abgesehen von ausgelassenen Tangostunden mit ihrem Mann dienen Wasiliki Waso Koulis diese 70 Quadratmeter dazu, Freunde, Bekannte und Nachbarn regelmäßig zu verzaubern. Am Freitag transportiert die Zauberin diese Tradition des 19. Jahrhunderts, die heimelige Atmosphäre des Staunens und Wunderns, gemeinsam mit ihrem Kollegen Stefan Alexander Rautenberg in die Stadthalle.

Seit fünf Jahren lebt die studierte Mediengestalterin in Langen am oberen Steinberg. Sie gehört zum überschaubaren Klub der Zauberinnen Deutschlands. 3 000 Menschen greifen regelmäßig in die Trickkisten und bringen auf den Bühnen der Republik andere Menschen zum Staunen – nur acht Prozent von ihnen sind Frauen. Es mag daran liegen, dass es meist die Jungs sind, die schon als Kinder einen Zauberkasten geschenkt bekommen. „Mich hat die Zauberei schon immer fasziniert. Als Studentin wurde ich von David Copperfield auf die Bühne geholt, das hat mich nachhaltig beeindruckt“, erzählt Wasiliki Waso Koulis von einem wahrlich magischen Moment. Als ihr Sohn acht Jahre alt wurde, organisierte sie zum Kindergeburtstag eine Zaubershow. Das legte den Grundstein für die eigene Zauberkarriere. Es folgte eine ganze Zauber-Projektwoche an der Grundschule – „da habe ich endgültig Blut geleckt“.

Die Zauberfrau weiß, dass es natürlich die Tricks sind, die die Menschen verblüffen. Sie zerteilt Seile, die von Geisterhand plötzlich wieder die volle Länge haben, oder zaubert Geldscheine hervor. „Aber viel entscheidender als das Trickgeheimnis – das natürlich nie verraten wird – ist die Performance. Kunst entsteht immer dann, wenn der Trick adaptiert wird und eine Geschichte erzählt“, hat sie schnell erkannt. „Menschen wollen das Unerklärbare erleben, wollen bezaubert werden, Menschen lieben es einfach, zu staunen.“ Es sei die Irritation, die einen aus dem Alltag herausreiße. „Diese beinahe kindliche Freude, wenn die Leute im Publikum die Augen aufreißen und sich die Hand vor den Mund halten – da habe ich eine unglaubliche Freude dran. Das ist der Grund, warum ich das tue“, resümiert Wasiliki Waso Koulis mit leuchtenden Augen.

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Viel Atmosphäre und Witz entstehe stets auch über die Interaktion mit dem Publikum. „Da ist alles echt, nichts geschnitten oder gefaked“, sagt sie. Es sind genau diese einmaligen Momente, für die sie immer wieder gerne auf die Bühne geht. Einmal hat die Künstlerin beim Geld-Zaubern sogar einen Heiratsantrag bekommen: „Das fand die Frau, die neben dem Herrn saß, nicht ganz so lustig“, schildert sie lachend.

Sie müsse sich immer wieder neu erfinden als Zauberer, über den Tellerrand hinausschauen. Die Neu-Langenerin ist sehr gut vernetzt in der Szene, arbeitet immer wieder mit anderen, tollen Zauberern zusammen. Schon 2007 hat sie im Magischen Zirkel Silber bei der Vorausscheidung zur Deutschen Meisterschaft gewonnen. Gerade im September wurde das Theater Moller Haus in Darmstadt zum „magischen Ort“ erklärt. Seit 13 Jahren organisiert Wasiliki Koulis dort Auftritte und Zauber-Festivals.

All das macht sie übrigens neben ihrer eigentlichen Arbeit als kaufmännische Leiterin einer IT-Firma mit 40 Mitarbeitern. „Auch da muss ich manchmal zaubern“, betont sie schmunzelnd. Aber es bleibt genügend Zeit für rund 20 Auftritte im Jahr. Dabei steht sie auf Kleinkunstbühnen ebenso wie bei Familienfeiern. Jetzt freut sie sich darauf, in der Stadthalle in Langen in der neuen Heimat auch künstlerisch anzukommen. „Langen hat ein großes kulturelles Leben. Darüber war ich beinahe ein bisschen erstaunt. Schön, dass ich jetzt ein Teil davon sein kann.“

Wer Wasiliki Waso Koulis live erleben möchte, hat am Freitag, 7. Dezember, ab 20 Uhr beim „Zaubersalon“ in der Stadthalle die Gelegenheit dazu. Karten kosten 26,30 Euro.

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