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Die Weichen gestellt für großes Kino

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Von: Holger Borchard

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Geschafft: Stolz präsentieren Kinochef Bruno Ugazio (Mitte) und seine beiden stellvertretenden Geschäftsführer Matthias Schwabe (links) und Roman Pedischew bei der Schnupperstunde am Donnerstagabend den renovierten großen Saal des Lichtburg-Cinemas. Die neuen roten Sessel verdienen das Prädikat saubequem. Ganz besonders gilt das für die insgesamt vier extrabreiten Zwei-Personen-Sessel – die sogenannten Love-Seats. - Fotos: Strohfeldt
Geschafft: Stolz präsentieren Kinochef Bruno Ugazio (Mitte) und seine beiden stellvertretenden Geschäftsführer Matthias Schwabe (links) und Roman Pedischew bei der Schnupperstunde am Donnerstagabend den renovierten großen Saal des Lichtburg-Cinemas. Die neuen roten Sessel verdienen das Prädikat saubequem. Ganz besonders gilt das für die insgesamt vier extrabreiten Zwei-Personen-Sessel – die sogenannten Love-Seats. © Strohfeldt

Langen - Seit Donnerstag ist der große Saal des Lichtburg-Kinos wieder eröffnet. Während einer „Schnupperstunde“ dürfen Besucher in den neuen, roten Polstersesseln Probesitzen und die Kinomacher ausfragen. Von Holger Borchard

Im Anschluss gibt Herr Cruise, zum sechsten Mal unterwegs in unmöglicher Mission, den Startschuss für den regulären Wiederbetrieb im größten der drei Kinosäle. Frisch und einladend sieht er aus, der in rötliches Dämmerlicht getauchte große Saal im Erdgeschoss des Lichtburg-Cinemas. Und frisch riecht es auch, nicht nach Lack oder Farbe, sondern nach geröstetem Popcorn – alles angerichtet fürs Kinovergnügen. „Farbe und Lack könnte ich jetzt auch echt nicht mehr riechen“, sagt Roman Pedischew (32). Mit dem ein Jahr älteren Matthias Schwabe zusammen bildet Pedischew die rechte und linke Hand von Kinochef Bruno Ugazio (64). Als stellvertretende Geschäftsführer sind beide für die Kinotechnik zuständig, doch in den vergangenen Wochen haben sie verschärft Handwerker gespielt, nicht zuletzt, um das Renovierungsbudget zu schonen, wo immer es nur geht.

Jetzt ist alles fertig, „na, ja – so gut wie“, sagt Pedischew, während er und Schwabe sich in zwei der 116 Sitze sinken lassen. „Cool – so hab’ ich mir’s vorgestellt“, kommentiert Schwabe. Dabei rekelt er sich im Sessel, richtet den Blick prüfend auf die acht mal vier Meter große Leinwand, auf der Trailer kommende Kinohighlights bewerben, und spitzt die Ohren, wie der Sound rüber kommt. „Wir hören uns vorab jeden Film gesondert an, denn die Lautstärken schwanken mitunter extrem und hier sollen ja keinem die Ohren wegfliegen“, erzählt Pedischew.

Sein „so gut wie fertig“ mit Blick auf die Saalausstattung präzisiert der 32-Jährige sodann. „Wir warten noch auf die Lampen, die kommen aus Italien, und die Flaschenhalter und die Sitzplatznummerierung fehlen auch noch.“ So müssen’s provisorische Zahlen tun bei der Einweihung, aber das ist den Gästen schnurz. Immer wieder sind „oh“ und „ah“ und „schön“ zu hören. „Eine schöne Belohnung für den Stress der letzten Wochen“, raunt Ugazio seinen Stellvertretern zu, die zufrieden nicken. Persönlich und mit Handschlag begrüßt der Chef sodann Stammkundin Simone Erdbahn. „Ich schaue mir regelmäßig mit meinem Mann oder meinen Töchtern die Sneak-Previews an“, sagt die 50-Jährige, die im Nordend lebt und am liebsten französische Komödien sieht. „Da haben wir bald wieder was für Sie“, stellt Ugazio in Aussicht.

„Mit dem Fahrrad bin ich in fünf Minuten hier am Kino“, sagt Erdbahn. „Das ist ein Luxus, den ich zu schätzen weiß“, sie wolle gar nicht nach Frankfurt, Darmstadt oder Offenbach in ein großes Kinocenter fahren müssen. „Ich hoffe, dass viele Langener genauso denken und dazu beitragen, dass uns das Kino noch lange erhalten bleibt.“

Ihren Beitrag dazu wollen Ugazio und seine Stellvertreter jedenfalls sehr gerne leisten. Nachdem Ugazio, der 2013 die Langener Kinos übernommen hat, Anfang Juli im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt hatte, er werde sich anno 2023 als dann 69-Jähriger zur Ruhe setzen, lässt er am Donnerstagabend die Personal-Katze aus dem Sack: Pedischew und Schwab stehen parat, um als Kompagnons den Kinobetrieb in Langen weiter zu stemmen.

Bis dahin wird auf jeden Fall weiter renoviert. Gut 100.000 Euro hat die jüngste Saalrenovierung verschlungen, gut eine halbe Million hat Ugazio seit 2013 in die Kinos gesteckt. als nächstes sind Eingangsbereich und Foyer dran. „Ein großes Schild für außen ist schon bestellt“, so Ugazio.

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