Fläche im neuen Wohngebiet Liebigstraße reserviert

Weichenstellung für sechste Grundschule in Langen

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Einst am Stadtrand, heute mitten drin in der Bebauung: die Sonnenblumenschule, die in unmittelbarer Nachbarschaft das Sportzentrum Nord, das städtische Schüler- und Familienzentrum sowie das Jugendzentrum hat. Die Fläche des Juz könnte teilweise oder ganz für eine Schulerweiterung in Frage kommen.

Langen - Der Kreis stellt die Weichen für den Bau einer sechsten Grundschule in Langen. Zugleich soll die Sonnenblumenschule erweitert werden – möglicherweise (ganz oder teilweise) auf dem Gelände des Jugendzentrums. Von Markus Schaible 

Zuerst einmal gibt es eine Übergangslösung mit Klassenraum-Containern. Langens Bevölkerung (und damit auch die Zahl der Kinder) wächst rasch – rascher, als der Kreis als Schulträger eigentlich erwartet hat: Eigentlich waren die Fachleute im Dietzenbacher Kreishaus davon ausgegangen, dass die Jahrgänge bis zum Jahr 2025 um etwa 60 Kinder stärker werden. Doch diese Zahl ist bereits jetzt erreicht, noch bevor überhaupt der erste Stein des neuen Mega-Wohngebiets Liebigstraße gesetzt wurde. Und das hat natürlich Folgen. Der Schulentwicklungsplan, der am Mittwoch im Kreistag beschlossen werden soll, geht davon aus, dass sich alle Langener Grundschulbezirke um jeweils einen Klassenzug erweitern. Nur: An kaum einer Schule in Langen sind Erweiterungsbauten möglich. „Es geht ja nicht nur um die Schaffung neuer Klassenräume, sondern auch um die Freiflächen für die Pausen“, sagt Landrat Oliver Quilling im Exklusivgespräch mit unserer Redaktion.

An der Wallschule sieht er gar keine Erweiterungsmöglichkeit, an der Geschwister-Scholl-Schule und der Ludwig-Erk-Schule nur sehr begrenzt. An der Scholl-Schule solle geprüft werden, ob das Trafohäuschen samt Hausmeisterwohnung abgerissen werden könne, an der LES könnten Anpassungen bei den Anbauten untersucht werden. An der Albert-Schweitzer-Schule könnte laut Entwicklungsplan zwar ein Ausbau geprüft werden, angesichts ihres Standorts westlich der Bahn biete sich diese jedoch nur sehr bedingt zur Entlastung in der Kernstadt an.

Bleibt von den bestehenden Schulen die Sonnenblumenschule. An dieser nehme die Schülerzahl schon seit Längerem zu, sagt Quilling. Zum kommenden Schuljahr werde zusätzlicher Unterrichtsraum benötigt, dieser solle in „Modulbauweise“ (dabei handelt es sich um komplett eingerichtete Klassenzimmer in „Containern“) neben dem Schulhaus geschaffen werden. „Das kann aber nur eine Übergangslösung sein“, betont der Landrat.

Quilling weiß, dass sich in der Schulgemeinde Unmut regt. „Wir werden mit den Eltern das direkte Gespräch suchen“, kündigt er an. Die Schulleitung sei sehr kooperativ. Ins Auge gefasst hat der Kreis eine Erweiterung der Sonnenblumenschule. Dabei ist der Blick auf das Areal des benachbarten Jugendzentrums gefallen. „Wir wären bereit, den Standort oder Teile davon zu opfern“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. Nicht ohne sofort klarzustellen, dass dann gleichzeitig an anderer Stelle Möglichkeiten für die Jugendarbeit geschaffen werden müssen.

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Nachgedacht werden müsse auch über eine Änderung der Schulbezirksgrenzen, bringt Quilling eine weitere Option ins Spiel. Allerdings: Die eingangs erwähnten Platzprobleme an fast allen Schulen löst auch das nicht. Bleibt der Neubau einer weiteren, einer sechsten Grundschule in Langen. Die Stadt hat dafür im Wohngebiet Liebigstraße bereits ein 6000 Quadratmeter großes Areal reserviert. „Es liegt ungefähr da, wo derzeit noch der Bauhof ist“, erläutert Gebhardt. „Nicht direkt an der Liebigstraße, sondern in zweiter Reihe und nach Norden hin zu dem Grünstreifen, der das Wohngebiet von der Nordumgehung trennen wird.“

Für ihn geht es auch gar nicht ohne Neubau: „Wir haben jetzt bei gut 35.000 oder 36.000 Einwohner fünf Grundschulen, also eine für etwa 7000. Perspektivisch wächst Langen auf 42.000, also noch einmal 7000 mehr.“ Und damit mache eine weitere dreizügige Grundschule absolut Sinn.

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Der Bürgermeister lenkt den Blick allerdings noch auf ein anderes Thema, das unmittelbar mit der steigenden Zahl der Grundschüler verknüpft ist: die Nachmittagsbetreuung. So baten erst am Donnerstagabend in der Fragestunde der Stadtverordnungsversammlung Eltern um Hilfe, die für das kommende Schuljahr an der Albert-Schweitzer-Schule keinen Betreuungsplatz erhalten. „Ich bin über die Trennung von Schule und Nachmittagsbetreuung nicht sehr glücklich“, sagt Gebhardt. „Denn der Schulträger plant nur rein für den Unterricht. Und wenn die Vereine dann Platz für die Betreuung brauchen, kommen sie zu uns.“ Gerade in dieser Woche habe er aber ein sehr konstruktives Gespräch mit allen Langener Schulleitern gehabt. Die Stadt sei bestrebt, zu helfen, wo es gehe. Für die Sonnenblumenschule (wo es ebenfalls sehr eng ist) sei beispielsweise eine Begehung des Jugendzentrums vorgesehen, um herauszufinden, ob dort Räume für die Betreuung genutzt werden können.

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